2016 VW Tiguan Fahrbericht Test Drive-Check Video

Seit der Einführung des VW Tiguan im Jahr 2007 haben sich 2,8 Millionen Kunden weltweit für ihn entschieden. Damit ist der Tiguan neben Golf, Passat und Polo die wichtigste Produktsäule von Volkswagen.

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Für Übersee wird er sogar mit längerem Radstand und sieben Sitzen entwickelt. Hier in Deutschland kann man ihn ab etwas über 30.000 Euro erwerben, mit ein paar Kreuzchen in der Sonderausstattung dürfte man wohl nicht unter 40.000 Euro bleiben. Jetzt durfte ich ihn ein zweites Mal testen, den VW Tiguan. Dieses Mal ging es allerdings nicht nach Schweden, sondern nach Berlin.

Schauen wir zuerst mal unter die Motorhaube des neuen Tiguan: Hier kann man aus vier Benzin- und vier Dieselaggregaten wählen. Die Benziner haben eine Leistung zwischen 125 und 220 PS, die Diesel zwischen 115 und 240 PS. Alle sollen laut NEFZ leistungsstärker und sparsamer sein als ihre vergleichbaren Vorgänger. Das Doppelkupplungsgetriebe ist ab 180 PS serienmäßig verbaut, optional erhältlich ist es für die 150-PS-Versionen.

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Man kann sechs Motoren mit 4MOTION bestellen, bei vieren ist es serienmäßig. Werden alle vier Räder angetrieben, können Lasten bis zu 2.500 Kilogramm gezogen werden. Für optimalen Vortrieb, gute Traktion und ordentlich Fahrspaß soll das neue 4MOTION Active Control sorgen. Steigern kann man dieses noch durch Kombination mit der optionalen adaptiven Fahrwerksregelung (DCC) und der ebenfalls optional erhältlichen Progressivlenkung.

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Hierzu kann ich direkt meinen positiven Fahreindruck abgeben. Die Progressivlenkung reagiert super und die Bremsen lassen sich durchaus fein dosieren. Auch mit dem komfortablen Fahrwerk bin ich sehr zufrieden.

R+V24 Drive Check Video zum neuen VW Tiguan:

Der Tiguan ist kein echter Offroader, aber ein Böschungswinkel von bis zu 25,6° an der Vorderachse und 24,7° an der Hinterachse, eine Bodenfreiheit von 180 – 200 mm bei den Allrad-Varianten und ein Rampenwinkel von 20° ermöglichen zumindest leichtes Gelände.

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Die Aerodynamik des neuen Tiguan wurde durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen optimiert und sein Gewicht um bis zu 53 Kilogramm reduziert. Er hat nun einen cw-Wert von bis zu 0,32. Die dynamische Optik und die markanten Proportionen werden durch den MQB möglich. Bei einer Länge von 4,49 m wuchs der Radstand auf 2,68 m.

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Seine großen Radhäuser und die horizontale Linienführung verleihen dem Tiguan eine dynamische Optik. Dies geht von der horizontal ausgerichteten Einheit aus Kühlergrill und Scheinwerfer bis zur ins Heck verlaufenden Charakterlinie. Die Türgriffe sind nun nahtlos integriert.

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Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer lassen sich optional durch Voll-LED-Scheinwerfer mit Abbiegelicht und Tagfahrlicht in LED ersetzen. In den Ausstattungsvarianten Comfortline und Highline kann man den Dynamic Light Assist hinzubestellen, der für blendfreies Fernlicht oder maskiertes Dauerfernlicht sorgt.

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Die Mittelkonsole ist SUV-typisch breit und erinnert gemeinsam mit dem 4MOTION Active Control Drehschalter an den Innenraum des Touareg. Die Instrumente und Bedienelemente sind komplett auf den Fahrer ausgerichtet. Besonders gut gefällt mir das schon aus dem Passat bekannte digitale Kombiinstrument „Active Info Display“ (hier mit SUV spezifischen Anzeigen). Es hat eine Größe von 12,3 Zoll und zeigt alle wichtigen Informationen in sechs verschiedenen Ansichten an.

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Praktisch finde ich, dass es bei eingeschaltetem Navi die 3D-Navigation parallel zum Infotainment-Screen in maximaler Größe anzeigt. So muss man nicht mehr den Blick zur Mittelkonsole abwenden, was für mich einen Sicherheitsgewinn darstellt. Zusätzlich kann man relevante Fahrinformationen vom in der Instrumententafel integrierten und versenkbaren Head-Up Display ablesen. Für zusätzlichen Komfort sorgen die Ambientebeleuchtung und das optionale Panoramadach.

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Der Tiguan ist mit einer neuen 3-Zonen-Klimaautomatik ausgestattet, die einen Luftgütesensor mit Allergenfilter bietet. Dieser soll verhindern, dass Schadstoffe in den Innenraum gelangen. Ein Sonnen- und Feuchtesensor soll für die optimale Klimatisierung und Luftfeuchtigkeit sorgen.

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Im Tiguan ist erstmals die Sitzstruktur der zweiten Generation verbaut, diese ist besonders leicht. Ab der Ausstattungslinie Trendline sind die mit dem AGR-Siegel ausgezeichneten ergoActive-Sitze mit 14-Wege-Sitzverstellung, Massagefunktion und Sitzheizung bestellbar. Vorne und hinten haben Kopf- und Kniefreiheit zugenommen, jedoch fährt ein fünfter Passagier sicher nicht besonders komfortabel mit.

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In den Kofferraum des neuen Tiguan passen durch die serienmäßig um 18 Zentimeter verschiebbare Rücksitzbank 615 Liter Gepäck. Klappt man sie um, passen sogar 1.655 Liter hinein, was ein Plus von 145 Litern im Vergleich zum eigenen Vorgänger ist. Das Beladen ist durch das Easy Open und Close wird einfacher und wird durch die jetzt größere Heckklappe und die abgesenkte Ladekante begünstigt.

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Serie im neuen Tiguan ist das Basisradio Composition Touch, gegen Aufpreis sind auch noch das Composition Colour mit einem 5-Zoll- und das Composition Media mit einem 8-Zoll-Farbtouchscreen erhältlich. Ebenfalls 8-Zoll groß sind die beiden Navigationsgeräte Discover Media und Discover Pro, die im ersten Jahr kostenlos die Online Dienste Guide & Inform beinhalten. In der Aufpreisliste findet sich außerdem die DYNAUDIO Excite Surround Anlage mit 400 Watt, digitalem 10-Kanal Verstärker, Subwoofer und integriertem Centerspeaker.

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Media Control bietet die Möglichkeit, über ein Tablet die Navigationsroute in das Infotainmentsystem einzugeben oder auf die Playlist zuzugreifen. App-Connect lässt die Kopplung von nahezu jedem Smartphone auf iOS, Android oder Mirrorlink Basis mit dem neuen Tiguan zu. Smartphones mit Qi-Standard können neuerdings über die erstmals verbaute induktive Ladeschale geladen werden.

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Die MirrorLink App „Cam Connect“ zeigt Bilder aus dem Anhänger auf dem Display. Mit dem neuen Dienst „CarNet Security & Service“ kann der Fahrer Funktionen wie Geschwindigkeitsalarm, telemetrischer Pannenruf und Fahrzeuglokalisierung nutzen.

Sicherheit wird auch im Tiguan groß geschrieben: Zur Sicherheitsausstattung gehören sieben Airbags, davon ein Knieairbag auf der Fahrerseite. Assistenten wie der Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, die aktive Fronthaube, die Multikollisionsbremse und der Spurhalteassistenten Lane Assist sind serienmäßig an Bord.

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In Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe wird die Automatische Distanzregelung ACC zum Stauassistenten. Er übernimmt die Geschwindigkeit vom vorausfahrenden Fahrzeug und verzögert dann automatisch, der Lane Assist korrigiert immer wieder die Spur. Ich vermisse etwas die Verkehrszeichenerkennung, aber dafür kann der Tiguan im Stop&Go Verkehr selbstständig anfahren und abbremsen.

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Ab der Comfortline ist die Müdigkeitserkennung Serie, ab der Highline zusätzlich die automatische Distanzregelung ACC. Das Fahrerassistenzpaket beinhaltet den Emergency Assist, der im Notfall einen Nothalt einleiten kann.

Kurzfazit: Der neue VW Tiguan ist im Vergleich zum eigenen Vorgänger ein richtig großer Wurf! Wenn ich was zu kritisieren hätte, dann wäre es wie immer die Aufpreispolitik und die somit etwas höheren Preise von Volkswagen.

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