Mobilität in anderen Ländern: Indonesien – Bali

Meine letzte Reise führte mich nach Indonesien, genauer gesagt nach Bali und die umliegenden Inseln. Auch hier habe ich wieder ein besonderes Augenmerk auf die Mobilität in diesem Land gelegt: Wie bewegen sich die Einheimischen (und Touristen) fort und wie kommen sie am schnellsten von A nach B?

Wie auch in anderen südostasiatischen Ländern so ist auch der Verkehr auf Bali für uns Europäer auf den ersten Blick nur eins: Ein totales Chaos!

Enge Straßen, wild hupende Autos und gefühlt unendlich viele Roller, die sich an den Autos rechts und links vorbei schummeln.

Auch wir haben uns einen Roller gemietet und uns in den Tumult gestürzt. Der beste Ratschlag war dabei, folgendes Motto zu berücksichtigen: Einfach im Strom mitschwimmen.

Verkehrsschilder, Geschwindigkeitsbeschränkungen? Fehlanzeige!

Ich habe bis heute nicht den blassesten Schimmer, wie schnell man wo fahren durfte. Auch Ampeln waren dort eine Rarität – und selbst wenn es welche gab, wurden die eher als eine Art „Empfehlung“ angesehen.

Verkehrsregeln? Fehlanzeige!

Wie oben schon erwähnt, gibt es in Indonesien kaum uns bekannten Verkehrsregeln. Doch, Moment, es gibt eine, die wir aus England kennen: Man fährt auf der linken Seite der Straße. Das war´s aber auch schon. Der Verkehr hat eine eigene Dynamik, mit der man sich erst vertraut machen sollte. Das heißt: Beobachten und Lernen!

Schnell stellt man fest, dass dieses System ziemlich gut funktioniert. Es wird ständig gehupt, daran muss man sich als Europäer erst einmal gewöhnen. Es ist nämlich kein Zeichen für verärgerte Verkehrsteilnehmer, die einen anderen ermahnen wollen oder die ihren Emotionen Ausdruck verleihen möchten.

Die Hupe wird dort als Warnsignal für so ziemlich alles genutzt: „Achtung, ich komme um eine unübersichtliche Kurve!“ „Achtung, ich überhole dich!“ „Achtung, ich fahre los!“ oder an einer Kreuzung „Bleib stehen, ich fahre zuerst!“. Das funktioniert richtig gut und man gewöhnt sich schnell daran, auf diese Art miteinander zu kommunizieren. Schon nach ein paar Tagen als Verkehrsteilnehmer ist auch für mich die Hupe das meistgenutzte Feature meines Scooters.

Auch via Handzeichen kann man den anderen leicht zu verstehen geben, dass man die nächste Ausfahrt bekommen muss und die nachfolgenden Autos und Roller einem doch bitte Platz machen mögen.

Ein Helm ist Pflicht! Den sollte auch jeder aus Sicherheitsgründen tragen!

Alles eine Frage der Rücksichtnahme

Man kann sich nur wundern, dass ein solches System funktioniert. Das Zauberwort ist: Rücksichtnahme! Die Balinesen bestehen nicht auf ihre Vorfahrt und müssen auch nicht zuerst von der Kreuzung wegkommen. Sie sind unheimlich rücksichtsvoll und achtsam. Das erklärt wahrscheinlich auch, dass an einem Großteil der (Roller-)Unfälle Touristen beteiligt sind.

Das Wichtigste für uns Touris ist eigentlich die Aufmerksamkeit, Vertrauen (eher in die einheimischen Verkehrsteilnehmer als in seine eigenen Fähigkeiten) und Vorsicht. Zu vorsichtig sollte man aber auch nicht sein, sonst hat man die Chance verpasst, im Verkehr mit zu schwimmen. Und ein weiterer Tipp: Der alt bekannte Schulterblick kann hier wirklich sehr hilfreich sein!

Transport von Menschen und sperrigen Gegenständen

Alle Einheimischen fahren Roller – alle! Von den Schulkindern, über Eltern mit kleinen Kindern in Tragetaschen vor der Brust bis hin zu alten Menschen, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind.

So ist es selbstverständlich, dass eine vierköpfige Familie den Roller als Familienkutsche nutzt: Der Vater fährt, die Mutter sitzt dahinter, der Sohnemann sitzt noch hinter der Mutter und umklammert sie feste und die Tochter steht vor dem Vater zwischen ihm und dem Lenker. Doch nicht nur die Familie wird auf den Zweirädern transportiert, auch Hunde, Hühner, Möbel oder sogar die Reisernte.

So ist das eben. Der Roller ist nun mal das Transportmittel Nummer Eins. Nicht nur für die Touristen.

Und damit ihr euch ein Bild vom Verkehr auf Balis Staßen machen könnt, schaut euch doch einfach folgendes Youtube-Video an:

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