2016 smart fortwo cabriolet Fahrbericht – Test – Alltag

Im schon fast sommerlichen Bielefeld sind wir das aktuelle smart fortwo cabriolet gefahren und es konnte uns bei Temperaturen um die 26 Grad gleich von mehreren Qualitäten überzeugen!

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Der Antrieb

Leer wiegt das smart cabrio gerade mal 900 kg, das zulassige Gesamtgewicht wird mit 1.225 kg angegeben. Damit hat der 90 PS starke 3 Zylinder keine Probleme. Unser Testfahrzeug war mit der 6-Gang twinamic ausgestattet und das Doppelkupplungs-Automatik-Getriebe hat mich komplett überzeugt.

Wer einen alten smart kennt, der weiß auch um die Problematik der automatischen Getriebe. Die smart-Fahrer grüßten stets durch Kopfnick-Bewegungen beim Schaltvorgang, nun müssen sie schon wieder selber nicken, denn diese Kinderkrankheit ist nun endgültig vorbei.

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Im besten Fall geht es innerhalb von 11,7 Sekunden von 0 auf 100 und die Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h ist auch eher obligatorisch, denn der smart gehört in die Stadt und nicht auf die Autobahn. Dank dem 28 Liter großen Tank und dem NEFZ Verbrauch von 4,2 Liter kommt man rein theoretisch auf eine Reichweite von 660 Kilometer. Fährt man ihn flotter, dann schafft man den Tank auch in knapp 350-400 km zu leeren.

Den Motor selbst können wir euch nicht zeigen, der versteckt sich „unter dem Kofferraum“ im Heck. Vorne unter der Klappe könnt ihr einige Flüssigkeiten nachfüllen. Die Klappe kann man übrigens auch abschließen.

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Die Wendigkeit ist ein Traum!

Ich glaube es gibt keinen, der dem smart die Großstadttauglichkeit absprechen würde. Mit einem Wendekreis von gerade einmal 7,3 Meter dominiert das smart cabriolet das Mitbewerberfeld. Dadurch, dass der Motor hinten verbaut ist, kann man hier natürlich die vorderen Räder weiter einschlagen.

Aber auch ansonsten zeigt sich das gerade mal 2,69 Meter lange und 1,66 Meter breite Fahrzeug sich als richtiger City-Flitzer. Der Radstand von 1,87 Meter kommt definitiv Fahrer und Beifahrer zu Gute.

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Der Kofferraum – Klein aber fein!

In den Kofferraum vom smart fortwo cabriolet passen 260 Liter, die maximale Zuladung liegt bei 230 kg. Die Heckklappe kann man mit 100 kg beladen, da kann man sich also zur Not auch mal drauf setzen.

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In der Heckklappe kann man auch die beiden Dachholme unterbringen, dann steht allerdings weniger Laderaum zur Verfügung.

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Auch im smart fortwo cabriolet kann man den Beifahrersitz komplett umlegen, sprich – wenn man es wirklich benötigt – dann hat man ein Volumen von über 900 Liter zur Verfügung.

In harten Fakten: Eine Ladekantenhöhe von 84 cm, an der schmalsten Stelle ist der Kofferraum 90 cm breit und 49 cm lang. Wenn man den Beifahrersitz umgeklappt hat, kann man bis zu 1,60 Meter lange Gegenstände unterbringen. Machen wir uns aber nichts vor, als Lastenschlepper ist das smart fortwo cabriolet nicht gemacht und das ist auch vollkommen in Ordnung so.

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Das Cabrio-Dach

Das Faltdach des Smart Cabrio ist quasi ein großes Schiebedach. Per Tastendruck kann man öffnen und den Grad der Öffnung auch selbst bestimmen. Will man es luftiger haben, dann lässt man die Fensterscheiben herunter und nimmt die Dachstreben heraus. Das geht nach etwas Übung richtig leicht von der Hand. Bei plötzlich einsetzendem Regen muss man dann aber doch noch anhalten um das Dach wieder zu verschließen.

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Das Fahrverhalten

In der Stadt spielt er seine Vorteile aus: Klein, kompakt und wendig. Die Lenkung ist direkt und leichtgängig, die Bremsen packen ordentlich zu. Vorne gibt es Scheibenbremsen, hinten leider nur Trommeln.

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Die sind ausreichend, aber man erkennt als Laie halt nicht mehr wann diese verschlissen sind. Das Fahrwerk ist gemacht für die Stadt. Gerade auf der Autobahn oder auf schlechten Straßen kommt der smart schnell an seine fahrdynamischen Grenzen.

Der kurze Radstand und die direkte Lenkung lassen das Fahrzeug gerade bei höheren Geschwindigkeiten dann doch sehr instabil werden – wie gesagt – ein Auto für die Stadt, denn da macht der smart eine richtig gute Figur.

Was ich vermissen werde?

Ich bin den smart ja nun einige Tage gefahren. Vermissen werde ich auf alle Fälle die Wendigkeit. Das ist einfach grandios, einfach mal in einem Zug auf einer Straße zu drehen. Vermissen werde ich auch die Leichtigkeit an einen Parkplatz zu kommen, denn ein Kleinstfahrzeug benötigt natürlich weniger Platz.

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In den Türtaschen passen locker 1 Liter Flaschen, Getränkehalter sind verfügbar und dank Gepäcknetzen kann man auch noch seine Habseligkeiten gut unterbringen. Ich habe für die tagtäglichen Fahrten wie zum Kindergarten, zur Schule, zum Bäcker den smart sehr gerne genutzt und dann auch oft das Dach aufgemacht. Cabrio fahren ist die dekadenteste Form der Obdachlosigkeit und auch wenn richtige Cabrio-Fahrer das smart cabrio belächeln dürften, das Frischluft-Gefühl kommt auch in einem smart cabrio auf.

Auch wenn ich kein großer Fan von der neuen smart Optik bin, die neue Grafik der Tagfahrleuchten hat es mir dann doch angetan und nun kommt etwas, was ich früher so nie behauptet hätte: In einigen Perspektiven finde ich den neuen smart sogar attraktiv.

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Was ich verbessern würde?

Auf jeden Fall das Infotainment System, das verfügt zwar über Mirror-Link und kann gut mit meinem Smartphone korrespondieren und somit auch meine Musik abspielen, aber Optik und Menü-Führung erinnert eher an eine Spielekonsole für Kinder. Das Bild der Rückfahrkamera ist mir zu klein und auch ansonsten bin ich mit dem Infotainment-System nicht warm geworden.

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Der Spurhalte-Warner – ein Piepser – habe ich auch sehr schnell wieder ausgeschaltet, der nervt dann doch eher als er wirklich mal hilft. Da hätte ich, für den Preis, dann schon ein aktives System erwartet.

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Die lackierten Flächen im Innenraum sehen zwar schick aus, ziehen aber den (Blüten-) Staub an und das sieht dann alles andere als toll aus, wer dann mit einem falschen Lappen an die Sache ran geht, der wird sich vermutlich auch schnell leichte Kratzer einfangen.

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Wir leben im Jahr 2016, ich dachte H4-Glühbirnen wären inzwischen ausgestorben. Es gibt sie aber noch und im neuen smart werden sie auch verbaut, genauso wie viele weitere herkömmliche Glühbirnen. Hier hätte man auch ruhig mal etwas mehr LEDs einsetzen können, oder?

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Der Preis ist heiß!

Ein Schnapper ist das smart fortwo cabrio auf keinen Fall. Das preiswerteste Modell ist für 15.655 Euro zu haben. Unser Testwagen hatte bereits einen Basispreis von 16.550 Euro, kostet aber so wie wir ihn gefahren sind stolze 23.500 Euro. Dafür gibt es natürlich auch viele Ausstattungsfeatures wie z.B. den Spurhalte-Assistenten, den Auffahrwarner, die Klimaanlage, die Rückfahrkamera (mit zu kleinem Bild), die Sitzheizung etc – aber günstig sieht anders aus.

In der Versicherung, da ist ein smart cabrio günstig eingestuft: Die Versicherungsklassen vom smart fortwo cabriolet: Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko: 14 / 13 / 12.

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Mein Fazit

Ihr fahrt zu 90% alleine oder zu zweit und verlasst nur selten die Stadt? Dann wäre ein smart in der Tat eine Überlegung wert. Wer ein kleinen, wendigen Cityflitzer sucht, der dann auch noch einiges an Extras zu bieten hat, der darf mal zum örtlichen smart Händler fahren.

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