Opel – die im Dunkeln sieht man nicht!?

Das wollen wir ändern, daher berichten wir hier – wie jüngst angekündigt – von einem Keller im Opel-Werk in Rüsselsheim.

Diesen Keller durften wir neulich erkunden unter Führung von Herrn Uwe Mertin, dem Chef der Opel Classic. Und das ist nicht irgendein Keller, sondern ein großer Raum unterhalb der Oldtimerwerkstatt, in den selten Blicke von außen fallen.

Und die hier abgestellten Objekte sehen auch regelmäßig nicht das Licht der Außenwelt – also sozusagen „Opels in der Unterwelt“ – ist ja klar, ist in Rüsselsheim, nicht von Offenbach.*

Also, in diesem Keller verbirgt sich ein besonderer Schatz der Firma Opel. Wir konnten hier die Sammlung der Opelstudien und Prototypen besichtigen, der Keller ist der Öffentlichkeit leider nicht zugänglich, die Sammlung wäre ein eigenes Museum wert!

Bevor Autos auf den Markt kommen, werden viele Ideen entwickelt und daraus Studien designt, Modelle hergestellt und verglichen und auf Messen präsentiert.

Manchmal zeigen sich Designelemente dieser Studien Jahre später bei neu vorgestellten Serienfahrzeugen und prägen auf Jahre das Gesicht einer Marke mit, meistens jedoch verschwinden diese Ideen in der Versenkung.

Hier stehen also zum Teil Fahrzeuge, die einem bekannt vorkommen, aber tatsächlich nie so auf den Markt kamen; interessant, wie Formen vertraut wirken, die so nie auf der Straße zu sehen waren, aber tatsächlich die Familienähnlichkeit tragen. Das sei nun genug der Vorrede!

Wir lassen Bilder sprechen und starten von vorne nach hinten mit einer Studie zu Manta A (1971), zu Manta B (1977) und dem Sicherheitsfahrzeug OSV 40 (1974).

Opel Classic: Prototypen und Designstudien

Von links nach rechts seht Ihr auf dem folgenden Foto einen Corsa 3 Eco, der 1992 auf dem Genfer Salon zu sehen war, eine Studie des Tigra B im Erlkönigkostüm und von 1995 eine Tigra Mittelmotorstudie in rot..

Opel Classic: Prototypen und Designstudien

Und das gibt es nicht nur in groß, sondern auch als Tonmodell in kleinem Maßstab – ein schicker Entwurf, interessant: die beiden Seiten sind fast immer unterschiedlich ausgearbeitet, um die Wirkung auch kleiner unterschiedlicher Nuancen vergleichen zu können

Opel Classic: Prototypen und Designstudien, hier ein Tonmodell vom Speedster

Mindestens so interessant wie die Studien zu den Formen sind jedoch ganz neu konzipierte Fahrzeuge.

Überraschend war zum Beispiel ein Opel GT mit Elektroantrieb! Beachtlich: im Jahr 1971 erreichte die kleine Flunder 188 km/h – und dann war nach 44 km Strecke der Akku platt.

Opel Classic: Prototypen und Designstudien, hier der Elektro GT

Einige Elektrokadetts später taucht dann zu meiner großen Freude und Überraschung der berühmte EV1 (von der Opel-Mutter GM) auf, hier wurden von den gebauten 1.117 Exemplaren fast alle zurückgekauft und bis auf wenige Ausnahmen vernichtet – und hier steht einer der wenigen Überlebenden!

Opel Classic: Prototypen und Designstudien, hier einer der wenigen verbleibenden EV1

Dazu passen auch andere E-Fahrzeuge, zum Beispiel gibt es ein Fahrzeug mit austauschbaren Antriebsmodulen – Verbrennerantrieb für die Langstrecke und eine elektrische Antriebseinheit für den Kurzstreckenverkehr.

Opel Classic: Prototypen und Designstudien, hier der Twin mit austauschbaren Antriebsmodulen

Smart ist natürlich eine Marke der Daimler AG, aber auch Opel hatte 1995 vergleichbare Pläne, entsprechende Ideen waren als Zwei- und als Viersitzer ausgearbeitet. Je größer der Name, desto kleiner das Fahrzeug…

Opel Classic: Prototypen und Designstudien, hier der MAXX... große Ähnlichkeit zum smartr smart

Bei allen Herstellern (außer bei den Luxusmarken) wurden die meisten dieser Studien verschrottet, erst in den letzten Jahrzehnten wurde man auf den Wert dieser Ideenträger aufmerksam.

Und da der echte verschollen war, hat Opel in der Ausbildungswerkstatt daher einen Opel Kadett „Strolch“ von 1938 auf einem alten Fahrgestell wieder auferstehen lassen.

Opel Classic: Prototypen und Designstudien, hier der Strolch, eine Kadett-Studie von 1938

Für den Uneingeweihten war der Abstieg in die Unterwelt eine wirklich schöne Überraschung, manchmal werden ja auch noch ein paar der alten Schätze hervorgeholt und der Öffentlichkeit auf Oltdimer-Schauen und ähnlichem gezeigt.

Anschauen lohnt!

* kleiner Scherz am Rande, konnte ich mir nicht verkneifen!

 

P.S.
Nochmal herzlichen Dank an Herrn Mertin für die interessante Führung!

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