Neuwagen der Woche: Der Nissan Navara im Fahrbericht | Test

Vor ein paar Monaten habe ich stets gesagt: Bevor ich mir ein SUV kaufe, hole ich mir lieber einen Pick-Up! Ein Nissan Navara wäre zum Beispiel so ein Kandidat, der mir optisch, technisch und preislich sehr gut gefallen könnte – leider ist so ein Pick-Up mit offener Ladefläche als Familienfahrzeug aber eher ungeeignet. Macht man hinten allerdings einen Aufbau drauf, dann hat man eine hohe Sitzposition, viel Platz und eine hohe Anhängelast. Was will man eigentlich mehr?

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Unter der Motorhaube von unserem Nissan Navara NP300 2.3 dCI, den wir als Double Cab in der N-Connecta Ausstattung fahren, findet man den 2.3 Liter 4-Zylinder Diesel (YS23) Motor mit einer Leistung von 190 PS (140 kw) und einem maximalen Drehmoment von 450 Nm. Ausreichend Kraft also um den Navara nach vorne zu bewegen.

Auch wenn der Wert bei einem Pick-Up eigentlich egal wäre, aber von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Nissan Navara NP300 2.3 dCI innerhalb von 10.8 Sekunden und lässt damit zahlreiche Kleinfahrzeuge einfach so an der Ampel stehen. Der Vortrieb endet bei Autobahntauglichen 184 km/h und dabei benimmt er sich sogar rühmlich was die Fahreigenschaften betrifft.

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Klar, so ein Pick-Up gehört weder in die Stadt, um dort Ampelsprints zu gewinnen und auch nicht auf die Autobahn, um dort stets Höchstleistungen zu zeigen – er möchte eher gerne helfend zur Seite stehen, ein Partner, ein Freund, ein Kollege der einiges drauf hat.

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Der aktuelle Nissan Navara ist 5,33 m lang, 1,84 m hoch und von Aussenspiegel zu Aussenspiegel 2,08 Meter breit! Der Radstand beträgt 3,15 Meter und der Wendekreis liegt bei 12,4 Meter! Da das Fahrzeug vor allem nach hinten etwas unübersichtlich ist, lohnt sich die Rückfahrkamera.

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Die ist ideal zum Einparken. Kleiner Kritikpunkt: Mir persönlich ist das Display etwas zu tief angebracht, vor allem auch wenn man das Infotainmentsystem als Navigationssystem nutzt.

Nissan Navara – Lademeister!

Doch ich sagte gerade, dass der Nissan Navara ein nützlicher Kollege ist. Das möchte ich wie folgt untermauern: Die maximale Zuladung vom aktuellen Navara liegt bei 1000 kg, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 3010 kg. Werfen wir einen Blick auf die Ladefläche:

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Die Ladefläche bietet eine Höhe (bis zur Kante) von 47,4 cm ist 1,58 Meter lang und 1,56 Meter breit. Unser Modell ist mit praktischen Zurrösen ausgestattet und mit attraktiven Riffelblech verkleidet. Achtung: Empfindliche Dinge sollte man dort so nicht ablegen, die zerkratzen sofort.

Als Ladeflächenabdeckung gibt es optional ein Softcover, ein Rollcover, eine Aluminiumabdeckung oder aber auch ein Hardtop. Anhänger darf der Nissan Navara natürlich auch ziehen und das bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen – damit empfiehlt er sich definitiv auch als Zugmaschine.

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Nissan Navara – Besser als ein SUV?

Dieser Pick-Up bietet teilweise bessere Geländeeigenschaften als mancher SUV: Rampenwinkel vorn: 22° Böschungswinkel vorn: 29,4° – 30,4° max. Wattiefe: 600 mm, Bodenfreiheit: 208 – 223 mm Maximaler Rampenwinkel hinten: 22°, Böschungswinkel hinten: 24,6° – 25,6° und einen Kippwinkel von: 50,3°. Diese Werte können sich durchaus sehen lassen.

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Sehen lassen kann sich auf der Rolle auch der Verbrauch: Nissan gibt den kombinierten NEFZ-Verbrauch mit 6.4 Liter auf 100 km an. Dank dem 80 Liter großen Tank sind rein rechnerisch Reichweiten von 1250 Kilometer möglich. Wer den Nissan Navara ausserhalb der NEFZ-Norm fährt, wird vermutlich knapp 9 Liter verbrauchen, was für so ein Fahrzeug auch noch sehr wenig ist.

Was kostet ein Nissan Navara?

Der Basispreis vom Nissan Navara liegt bei 25.095 Euro, je nach Ausstattung kann man diesen Wert natürlich auch nach oben schrauben. In der Acenta Ausstattung mit elektrisch anklappbaren Aussenspiegeln, Key-Less-Go System, manueller Klimaanlage und Tempomat kostet er bereits 29.345 Euro. Als N-Connecta muss man mindestens 32.495 Euro investieren, bekommt dafür aber auch 18″-Felgen, eine 2-Zonen Klimaautomatik und das Verzurrsystem für die Ladefläche.

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Die Top-Version ist derzeitig die Tecna-Version vom Nissan Navara, hier bekommt man ab 38.175 Euro zusätzlich noch LED-Scheinwerfer, eine Dachreling, ein elekttrisches Glas-Hub-Schiebedach, das NissanConnect Navigationssystem inkl. 360° Rundumsicht, eine Einparkhilfe hinten und einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz.

Fahreindruck Nissan Navara

Kommen wir zum Fahreindruck: Die Lenkung ist leichtgängig und wie erwartet nicht allzu direkt, das Fahrwerk zeigt sich komfortabel abgestimmt, die Bremsen sind ausreichend groß dimensioniert und lassen sich fein dosieren. Die Instrumente lassen sich gut ablesen, der Nissan Navara lässt sich intuitiv bedienen und der Motor ist leistungstechnisch ebenfalls ausreichend groß dimensioniert. Ich hatte ein paar Probleme den Rückwärtsgang einzulegen, eventuell fehlt mir da nur die Übung oder das Getriebe ist etwas hakelig.

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Während es ja in der Tat inzwischen schon viele SUVs gibt, die ausschließend über eine Achse angetrieben werden, ist der Pick-Up natürlich ein Allrad-Fahrzeug. Dank des direkt zuschaltbaren 4×4-Systems kann man während der Fahrt einfach den Fahrmodi wechseln. 4×4 High fürs leichte Gelände, 4×4 Low für Sand, Matsch oder Schnee und 2WD um Kraftstoff zu Sparen, denn wenn alle 4 Räder angetrieben werden, steigt der Verbrauch natürlich.

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Der Nissan Navara verfügt über ein elektronisches Sperrdifferential mit begrenztem Schlupf, eine Berganfahrhilfe und einen Bergabfahr-Assistenten.

Kleine Überraschung: Der Nissan Navara steht an der Hinterachse nicht auf Blattfedern, hier sind Schraubenfedern verbaut. Das erklärt den Komfort! Doppelquerlenkeraufhängung an der Vorderachse, Mehrlenker-Hinterradaufhängung mit Schraubenfedern und dennoch eine Zuladung von einer Tonne, das kann sich doch sehen lassen.

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Als Familienauto mit kleinen Kindern eher nicht so geeignet, da man diese ja in die Kindersitze heben muss und dann auch noch anschnallen muss. Ich bin nur 1,75 m groß, damit schon offiziell zu klein um die Motorhaube vom Nissan Navara zu öffnen. Mit größeren Kindern, ist das kein Problem, allerdings sollte man sich eine Ladeflächen-Abdeckung kaufen, denn sonst könnte es sein, dass die Einkäufe nass werden.

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Nach der Probefahrt weiß ich auf jeden Fall, warum sich Mercedes-Benz den Nissan Navara als Basis für ein eigenen Pick-Up ausgesucht hat, denn der Nissan Navara ist alles, aber kein schlechtes Automobil und im Vergleich zum eigenen Vorgänger definitiv eine richtig großartige Weiterentwicklung.

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