Verkehrstauglichkeit der Roller auf Bali

Nachdem ich euch im letzten Artikel über den chaotischen Verkehr auf Balis Straßen erzählt habe, kommt hier der zweite Teil meines Erfahrungsberichts: es geht um die Verkehrstauglichkeit der Roller – insbesondere der, die an Touristen vermietet werden.

Verkehrsmittel Nummer 1: Der Roller

Eins vorneweg: Der Roller ist das Fortbewegungsmittel der ersten Wahl – auf Bali und wahrscheinlich in ganz Südostasien. Auch für Touristen ist er eine gute Transportmöglichkeit, wenn man die Gegend erkunden will – ob zur nächsten Sehenswürdigkeit, zu anderen Stränden oder zum Supermarkt. Zumal man als Tourist auf den fahrbaren Untersatz angewiesen ist, wenn die Unterkunft nicht ganz zentral liegt.

Dazu muss man aber sagen, dass Rollerfahren für Touristen nicht ungefährlich ist – vor allem wenn man wenig oder gar keine Erfahrung auf Zweirädern hat. Der Verkehr ist für Europäer mehr als gewöhnungsbedürftig, es gelten andere Verkehrsregeln und die Straßenverhältnisse sind auch längst nicht so gut wie die auf deutschen Straßen.

Das erklärt wohl, warum bei den meisten Rollerunfällen Touristen beteiligt sind…

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„Rent a Motobike“ an jeder Ecke

Auf Bali findet man an jeder Ecke einen Roller-Verleih. Die Preise variieren von Anbieter zu Anbieter, in der Regel kommt man aber schon für kleines Geld an einen fahrbaren Untersatz. Wie bei allem anderen, ist auch hier Verhandlungsgeschick gefragt: schon für ca. 3 Euro pro Tag kann man einen Roller mieten – je länger man den Scooter leiht, desto günstiger wird´s.

Was braucht man zum Leihen?

Nichts. Außer Bargeld. Während es in anderen Ländern schriftliche Verträge  gibt mit Kfz-Versicherungen und umfangreichen Policen (wer sich für den Versicherungsschutz eines Mietwagens im Ausland interessiert, sollte sich das Thema Mallorca-Police mal genauer anschauen), man den Führerschein vorzeigen oder sogar  eine Kopie hinterlegen muss, braucht man in Bali: nichts.

Bezahlt wird vorher – das ist, wie schon erwähnt, Verhandlungssache – und schon kann es losgehen. Doch bevor man sich ins Getümmel stürzt, sollte man ein besonderes Auge auf die Verkehrstauglichkeit seines Gefährts werfen.

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Ist der Roller verkehrstauglich?

Natürlich haben die Motobikes in Indonesien keine deutschen Standards, das kann man meiner Meinung nach auch nicht erwarten. Entweder man stellt sich darauf ein oder man mietet einfach keinen Roller und greift auf andere Fortbewegungsmittel zurück.

Allerdings schadet es nicht, sich zumindest von der Untauglichkeit zu überzeugen – vielleicht kann man einen anderen Roller bekommen? Wenn nicht, kann man sich wenigstens auf die Probleme einstellen und entsprechend vorsichtiger fahren.

Auch der von mir geliehenen Roller hatte so seine – nennen wir es mal – Defizite.

Der erste Scooter, den ich bekommen sollte, hatte abgefahrene Reifen. Nicht nur wenig Profil – das wäre mir wahrscheinlich nicht mal aufgefallen – sondern wirklich GAR KEIN Profil, die Reifen waren glatt. Als ich den Vermieter vorsichtig darauf hingewiesen hatte, stellte er mir einfach einen anderen Roller hin. Da waren die Reifen ok…

Allerdings ließ der Rest etwas zu wünschen übrig, aber wie gesagt: Man darf einfach nicht zu genau hinschauen 🙂

Mein Roller hatte zum Beispiel keine Rückspiegel. Er hatte zwar die dafür vorgesehene Halterung, das Spiegelglas fehlte jedoch auf beiden Seiten.

Als ich so ein paar Minuten fuhr, schielte ich auf den Tacho: „Das Ding zieht ganz gut, wie schnell bin ich gerade? 0 km/h. Ah ja. Der funktioniert also auch nicht.“ Klar, so ein Tacho wird ja auch völlig überbewertet – spätestens wenn man überholt wird, weiß man, dass man zu langsam ist.

Zu guter Letzt: Das Licht funktionierte auch nicht. Das war nun wirklich ein Manko – es wurde früh dunkel und Straßenbeleuchtungen gab es nicht. Ganz zu schweigen, dass man schlechter gesehen wird. Also gut, dann eben noch im Hellen zurück fahren…

Bei der Roller-Rückgabe haben wir den Vermieter natürlich auf die Mängel hingewiesen. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass er uns ernst nimmt und die Mängel beseitigen wird.

Vielleicht war dieser Verleih auch nur eine Ausnahme. Bei Anbietern an anderen Orten waren die Roller doch recht gut in Schuss.

Alles in allem war es dennoch eine schöne Erfahrung, mit dem Roller die Insel zu erkunden, an Reisfeldern vorbei zu fahren und sich den warmen Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen.

Und wenn man sich dabei sicher fühlt, kann man das Erlebnis noch mehr genießen.

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