Peugeot 308 GTI Fahrbericht | Test

Während der EM 2016 möchte ich auch hier die sportlicheren Modelle beleuchten. Den Anfang machen wir mit dem Peugeot 308 GTI, denn die Franzosen richten ja die EM 2016 aus.

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Unter der Haube des Peugeot 308 Gti arbeitet der stets leistungsbereite 1,6-Liter-Motor aus dem Peugeot RCZ R. Er hat bei uns 272 PS (in anderen Ländern ist er mit 250 PS erhältlich) und ein maximales Drehmoment von 330 Nm, welches zwischen 1.900 und 5.000 Umdrehungen pro Minute an der Kurbelwelle anliegt.

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Von 0 auf 100 km/h schafft er es in nur 6 Sekunden und zieht dann locker im sechsten Gang weiter bis über 200 km/h und endet erst bei 250 km/h Spitze.

Per Knopfdruck aktiviert man den Sportmodus, dann kommt der künstlich verstärkte Sound aus den Lautsprechern im Innenraum. Der Sound draußen aus dem Auspuff bleibt mir dabei zu dezent, das laute Ablasspfeifen und Turbozischen aus dem Bereich der Motorhaube dafür aber nicht.

Ein Vorteil des Sportmodus ist, dass im unteren Drehzahlbereich der mit mehr als 1,5 bar aufgepustete Vierzylinder aggressiver anspricht und seine Leistung recht linear bis zum Erreichen der 272 PS bei 6.000 Touren steigert.

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Bei 6.500 greift dann der Begrenzer ein und fordert hart die nächste Fahrstufe. Der Peugeot 308 GTi 1,6l 270 THP soll laut NEFZ 6,0 Liter Super Benzin auf 100 Kilometern verbrauchen und 139 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Bei einem Tankinhalt von 53 Litern würde man so auf eine Reichweite von fast 880 Kilometern kommen. Das schafft man aber nur, wenn man das Gaspedal streichelt.

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Neben dem Motor hat der Peugeot 308 Gti noch andere Vorzüge, nämlich beispielsweise das Torsen-Sperrdifferenzial aus dem hervorragenden RCZ R an der angetriebenen Vorderachse. Seine Sperrwirkung beträgt 37 Prozent beim Beschleunigen und 30 Prozent beim Bremsen.

Es begrenzt das Durchdrehen der Räder beim Beschleunigen (besonders bei rutschiger Fahrbahn) indem es möglichst viel Drehmoment auf das traktionsstärkste Antriebsrad leitet. So wird mehr Kraft über die Reifen auf den Asphalt übertragen und das Auto kann schneller beschleunigen.

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Das serienmäßige manuelle Sechs-Gang-Getriebe macht zum Glück Spaß, denn es gibt auch optional keine Automatik oder ein Doppelkupplungsgetriebe. Der exakt geführte Schalthebel geht schnell und einfach die minimal zu langen Schaltwege.

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Die Bremsanlage arbeitet vorne mit 380 Millimeter großen Scheiben, ihre Bremskraft ist sehr gut und auch gut zu dosieren. Die Komponenten des Fahrwerks bestehen teilweise aus Aluminium, etwa die Querlenker an der „McPherson“-Vorderachse, die durch leicht negativem Radsturz für ein besseres Einlenkverhalten und mehr Grip in Kurven sorgen soll.

Das Fahrwerk zeigt sich straff. Bei Unebenheiten ist es unkomfortabel für die Insassen und der Fahrer hat gut zu tun, konzentriert den 308 GTi zu steuern, der dann leicht aus der Balance gerät.

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Der Innenraum ist hochwertig gestaltet mit Metall- und Klavierlackapplikationen, die Sitzbezüge sind auch von guter Qualität. Die Sportsitze mit Massagefunktion sind zwar echt gut, der Schaltknauf ist mir aber zu klobig.

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Während einige behaupten, dass das Lenkrad und die Instrumente unpraktisch angeordnet sind gefällt mir das. Ich habe den Tacho und den Drehzahlmesser stets im Blick und muss dafür den Blick nicht soweit von der Straße abwenden. Ich habe allerdings auch das Lenkrad ganz nach unten gestellt, da muss man sich ggf. etwas umgewöhnen.

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Das schön übersichtliche Cockpit hat zur Folge, dass der Touchscreen dadurch sehr viele Menüs hat und einen somit länger vom Fahrgeschehen ablenkt, als gut ist.

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Mit dem Infotainmentsystem bin ich gut zurecht gekommen, wobei der Touchscreen manchmal einen Fingertipp mehr benötigte. Die Passagiere auf den hinteren Plätzen sitzen nicht besonders komfortabel, hier ist es eng. Im Gegensatz dazu bietet der Kofferraum satte 420 Liter Volumen, da gibt es nichts zu meckern.

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Die Basispreise der Kompaktsportler reichen von weniger als 30.000 Euro für den Ford Focus ST bis über 50.000 Euro für den Mercedes-AMG A 45. Der Basispreis des weniger als 1,3 Tonnen schweren Peugeot 308 GTi liegt bei 34.950 Euro und damit im unteren Mittelfeld.

Bei diesem Preis bietet er schon fast Vollausstattung mit den super Sportsitzen, Klimaanlage, LED-Scheinwerfern und dem Navigationssystem. Die Extras wie das Panoramadach oder Sonderlackierungen sind verhältnismäßig günstig, so dass man sich vielleicht das ein oder andere davon hinzu bestellt. Unser Testfahrzeug kostet zum Beispiel 37.100 Euro.

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Mein Fazit zum Peugeot 308 GTI:

Er macht Spaß, aber viel mehr leider nicht. Sportlichkeit allein reicht eben nicht, Sozialverträglichkeit und praktische Qualitäten dürfen auch nicht fehlen.

Im Vergleich zum Golf GTI fehlt es dem Peugeot 308 GTI hier an diversen Stellen. Stärken und Schwächen gegeneinander aufgewogen, muss ich sagen, bekommt der VW Golf 7 GTI die Kombination aus Spaß und Alltag einfach etwas besser hin. Für wen ist der Peugeot also etwas?

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Ich würde sagen, wer den Fahrspaß in den Vordergrund stellt und frankophil veranlagt ist, für den ist der 308 GTI etwas. Wer ein alltagstaugliches, unkompliziertes Fahrzeug sucht, das zusätzlich noch sportlich unterwegs ist, für den kommen eher andere Autos infrage. Wir machen also sportlich weiter in den kommenden Wochen…

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