Trampen mal anders: Mitfahrerbank heißt die Idee!

Busse im 10-Minuten-Takt, U- und S-Bahnen fahren fast rund um die Uhr, außerdem Straßenbahnen und Fernverkehr – in größeren Städten und deren Einzugsgebiet ist es einfach, von A nach B zu kommen. Ob zur Arbeit, zum Einkaufen, ins Kino oder auf ein Bierchen mit Freunden: überall kann man in Ballungsgebieten mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Ein Auto braucht man in der Regel gar nicht.

Auf dem Land sieht das schon anders aus…

Jeder, der auf dem Land lebt oder schon einmal lebte, kennt die Notwendigkeit eines eigenen Autos und weiß die Flexibilität zu schätzen.

Oft ist der Schulbus das einzig öffentliche Verkehrsmittel – wenn man Glück hat und das Verkehrsnetz doch etwas besser ausgebaut ist, dann fährt zwei- bis dreimal am Tag ein Bus in die nächstgrößere Stadt.

Menschen ohne Auto sind auf dem Land immer auf andere angewiesen, wenn sie zum Supermarkt oder zum Arzt müssen. Das betrifft besonders häufig ältere Menschen, die stark auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen sind – öffentliche Verkehrsmittel sind oft keine adäquate Alternative.

Ein kleines Dorf in der Eifel hatte nun eine neue Idee und entwickelte das Konzept der Mitfahrerbank!

Mitfahrerbank

Bildquelle: www.caritas.de

Caritas und die Verbandsgemeinde Speicher entwickelten gemeinsam ein neues Mobilitätskonzept, das nicht nur von den Bürgern gut angenommen wurde, sondern sogar schon Nachahmer in anderen Gemeinden fand: Es wurden türkisfarbene Bänke aufgestellt, daneben steht ein Klappschild mit einer Aufschrift, wohin man mitgenommen werden möchte, z. B. „Bahnhof“.

Sobald sich jemand dort niederlässt und ein Auto vorbeikommt, das in die selbe Richtung fährt, kann der Wartende mitgenommen werden. Ein neues Mobilitätskonzept für spontane Fahrgemeinschaften entsteht.

Im Schnitt warten die Personen nach eigenen Aussagen zwischen zwei und zwanzig Minuten, bis ein Auto anhält. Voraussetzung ist natürlich, dass die Bänke bei Autofahrern bekannt sind – aber so eine Neuerung spricht sich in kleinen Ortschaften ja zum Glück schnell rum.

Diese neue Lösung für die Mobilität im ländlichen Raum bringt so einige Vorteile mit sich: zum einen kann man sich während der Fahrtzeit nett unterhalten, zum anderen lernt man auch neue Leute kennen – oder man lernt sich zumindest besser kennen. Das ist ein großer Vorteil für das Zusammenleben in einer Ortsgemeinde. Hilfsbereitschaft schweißt zusammen und stärkt das „Wir-Gefühl“.

Ist es nicht gefährlich, bei einem Fremden ins Auto zu steigen?

Im Prinzip ist es nicht mehr und nicht weniger gefährlich als das klassische Trampen. Meist kennt man sich aber in kleineren Ortschaften und weiß, zu wem man da gerade ins Auto steigt – wenn nicht, und wenn einem das Risiko zu hoch erscheint, kann man auf den nächsten hilfsbereiten Menschen warten.

Wie hoch man das Risiko einschätzt, muss letztendlich jeder für sich selbst abwägen.

Wie ist das mit dem Versicherungsschutz?

Dieser Frage bin ich bei meinen Recherchen oft begegnet. „Fragen Sie am besten bei Ihrer Versicherung nach.“ war immer die Antwort. Das habe ich getan. Die Antwort ist relativ simpel:

So als würde man einen Freund im Auto mitnehmen, ist der Beifahrer über die Kfz-Haftpflichtversicherung abgesichert. Es müssen also keine Besonderheiten in der Versicherung beachtet werden.

Doch was ist mit dem Fahrer? Damit nicht nur der Beifahrer, sondern auch der Fahrer im Falle eines Unfalls bestens abgesichert ist, sollte unbedingt eine Fahrerschutzversicherung abgeschlossen werden!

Habt ihr schon von der Mitfahrerbank gehört? Oder hat vielleicht sogar schon jemand persönliche Erfahrungen gemacht, weil die Bank in seiner Gemeinde steht oder angedacht wird?

 

Bildquelle:
Caritas

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