Was passiert bei der MPU?

Im Volksmund ist die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) auch als „Idiotentest“ bekannt. Ist die Bezeichnung gerechtfertigt? Was steckt wirklich hinter diesem Test? Wann muss ein Autofahrer zur MPU und was erwartet ihn?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung prüft die Fahreignung – also die körperliche, geistige und charakterliche Eignung – von Kraftfahrzeugführern. Weisen diese zum Beispiel ein erhöhtes Aggressionspotential oder eine minderwertige Reaktionsfähigkeit auf? Dann kann es schwer werden, ein positives Gutachten zu bekommen…

Wann wird die MPU angeordnet?

Die Gründe für die MPU sind eigentlich überschaubar – und definitiv vermeidbar:

Wer sich also hinter das Steuer setzt, obwohl Alkohol oder Drogen konsumiert wurden und die Polizei wird auf den Fahrer aufmerksam oder es kommt sogar zu einem Unfall, bekommt der Fahrer – zurecht – die Fahrerlaubnis entzogen. Um diese wieder zu erlangen, muss ein Gutachten zur Fahreignung abgelegt werden – die Medizinisch Psychologische Untersuchung.

Auch wer zu viele Punkte in Flensburg „gesammelt“ hat, kommt um die MPU nicht drum herum!

Alkohol am Steuer - Grund für die MPU

Wer Alkohol oder Drogen konsumiert, muss das Auto stehen lassen! Man gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere!

Wo kann man die MPU ablegen?

Nur bestimmte Stellen in Deutschland sind dazu berechtigt, die Untersuchung durchzuführen – darunter beispielsweise der TÜV. Weitere Stellen findet man auch im Netz auf der Seite der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Ist die individuelle Sperrfrist abgelaufen, kann der Betroffene also seine Fahrerlaubnis wieder erlangen und zur MPU antreten. Er muss sich aber eigenständig um einen Termin kümmern und sich sorgfältig vorbereiten. Es gibt sogar Vorbereitungskurse, die teilweise sehr teuer sind.

Betroffene sollten sich vor der Anmeldung zu solch einem Kurs unbedingt über die Seriosität des Anbieters informieren. Auch hier gibt es im Internet zahlreiche Tipps und Erfahrungsberichte.

Wie läuft die MPU ab?

Haben sich Betroffene gründlich vorbereitet, steht der Teilnahme an der Medizinisch Psychologischen Untersuchung nichts mehr im Wege.

Sie besteht in der Regel aus vier Teilen:

  1. Schriftliche Befragung
  2. Medizinische Untersuchung
  3. Diverse Tests
  4. Gespräch mit einem psychologischen Gutachter

 

Die schriftliche Befragung umfasst einige Fragebögen, die vom Betroffenen auszufüllen sind. Der medizinische Teil besteht aus der Aufnahme des allgemeinen körperlichen Zustandes, es werden Haar- und/oder Urinproben genommen, die Leberwerte überprüft etc. Die Tests bestehen aus Reaktions-, Leistungs- und Konzentrationstests und sollen zeigen, ob der Prüfling physisch dazu in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen.

Die meisten Betroffenen fürchten sich besonders vor der letzten Untersuchung, dem Gespräch mit dem psychologischen Gutachter. Dieser versucht mit Hilfe des Antwortverhaltens eine Prognose über zukünftiges Fahrverhalten zu erstellen.

Das individuelle Einzelgespräch dauert etwa eine Stunde und soll Aufschluss über die Einsichtigkeit der Betroffenen geben. Dabei nützt es nichts, wenn der Befragte auswendig gelernte Phrasen von sich gibt; das wird der Gutachter gleich bemerken. Wichtig ist, dass der Betroffene Einsicht zeigt und die Tragweite seiner Handlung erkennt.

Der Gutachter möchte wissen, was geschehen ist und wie es dazu kommen konnte. Darauf sollte der Befragte die Antworten kennen – und sich die Fehler eingestehen.

Wie würde er in dieser Situation heute reagieren? Genau so?! Dann kann man mit einem negativen Gutachten rechnen! Zeigt er sich allerdings einsichtig und hat sich mit seinem Verhalten genau auseinander gesetzt, bestehen Chancen, ein positives Gutachten zu erhalten.

Was ein Prüfling niemals tun sollte:

  • Die Situation verharmlosen (es waren doc nur x Bierchen…)
  • Die Schuld auf andere oder auf äußere Bedingungen schieben

Das alleine reicht aus, um ein negatives Gutachten zu provozieren.

Fazit

Der Betroffene muss sich sehr genau mit seinem Verhalten auseinander gesetzt haben. Er muss verstehen und einsehen, dass er sich falsch verhalten hat und eine Gefahr für sich selbst und Andere darstellte. Er muss außerdem einen Lösungsweg finden und wissen, wie er sich verhalten wird, sollte er noch einmal in eine solche Situation geraten und sich ggf. sogar professionelle Hilfe in Form einer Therapie holen.

Fotoquelle:
Danny Hook/iStock/Thinkstock

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