Mercedes-AMG SLC 43 Fahrbericht

Alles wird sich ändern wenn ich groß bin! Der SLK heißt nun schon seit geraumer Zeit SLC. Mercedes-Benz SLC. Mit etwas mehr Leistung heißt er dann Mercedes-AMG SLC 43 und genau den sind wir, passend zur sportlichen Europameisterschaft, gefahren.

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Optisch betrachtet hat sich von außen nicht viel verändert, sprechen wir also lieber vom Motor und vom Fahrgefühl. Man hat in der Regel keine Chance, wenn man es beim ersten Eindruck versaut hat, oder?

Mercedes-Benz SLC Frauenauto?

Der SLK damals hatte mich begeistert. Ich war jung, bekam ihn für ein paar Tage zum Geburtstag vor die Tür gestellt und hatte „richtig Spaß“. Ich bin sowieso ein Cabrio-Typ, ich mag das einfach und so mochte ich auch den ersten SLK und richtig begeistert war ich vom Super-SLK!

Das war der SLK 55 AMG, mit 422 PS! Der war so drüber, so unvernünftig, ein kleiner zweisitziger Rebell, der förmlich nach außen brüllte: „Ich bin kein Frauenauto!“ – dabei kommt er bei den Damen der Schöpfung sehr gut an und ich bin sowieso kein Freund davon den Begriff „Frauenauto“ zu verwenden, denn die gibt es meiner Meinung nach nicht, also Automobile nur für Frauen.

Mercedes-AMG SLC 43 Fotos

Kommen wir zurück zum Mercedes-AMG SLC 43: Nun gibt es nämlich die Rolle rückwärts, denn den V8 gibt es im SLC nicht mehr. Bei 367 PS und 520 Newtonmetern ist nun Schluss. Dafür freut man sich beim Verbrauch, denn natürlich ist so ein 6-Zylinder mit weniger Leistung und Hubraum auch etwas sparsamer im NEFZ-Verbrauch,. Aber hat das in der Klasse je jemanden interessiert?

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Der Innenraum erinnert sehr stark an den eigenen Vorgänger, das kleine Display reicht zwar vollkommen aus, aber inzwischen ist man da einfach „größeres“ gewöhnt und auch die vielen Tasten wirken nicht mehr State-of-the-Art. Die Instrumente lassen sich gewohnt gut ablesen und der Fahrer wird nicht zu stark von der eigentlichen Fahraufgabe abgelenkt. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit dürfte sich eigentlich jeder in einem SLC schnell zurecht finden.

Fahrer und Beifahrer sitzen auf bequemen Sitzen und alles, aber wirklich alles, was man anfassen darf / muss / möchte, fühlt sich hochwertig an.

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Bei der kurzen Probefahrt in England habe ich vor allem darauf geachtet: a) nicht zu schnell zu fahren und b) auf der linken Spur zu bleiben.

Das klappte ganz gut und zwischendurch durfte der 3,0-Liter-Biturbo-V6 vom Mercedes-AMG SLC 43 auch mal blubbern. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt übrigens innerhalb von 4,7 Sekunden und damit ist er nur einen Wimpernschlag langsamer als sein potenter Vorgänger. Die neue 9-Gang Automatik wechselt dabei die Gänge schneller und besser als ich es je könnte, da habe ich gar nichts zu meckern und auch ansonsten fühlt sich alles im Mercedes-AMG SLC so richtig gut an.

Mercedes-AMG SLC 43 Fahrbericht

Dank der überarbeiteten Vorder- sowie Hinterachse, dank der großen Bremsen, dank der verbesserten Motor- und Getriebelagern ist es eine Freude, das Fahrzeug auf der Straße zu bewegen, nur die Straßen in England sind teilweise etwas zu schlecht für das sportlich abgestimmte Fahrwerk.

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Die 360er Bremscheiben hinter den 18″ Felgen blieben dieses Mal ungeprüft und auch die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h konnte ich in England natürlich nicht ausfahren, dafür konnte ich mich aber von den anderen Qualitäten des Fahrzeugs überzeugen.

Optional gibt es auch ein adaptives Sportfahrwerk und natürlich ein Hinterachs-Sperrdifferenzial, für diejenigen, die es Ernst meinen mit der Sportlichkeit sicherlich ein Muss. Für diejenigen, die sowieso nur cruisen wollen, kein must-have.

Motor vorne, Antrieb über die Hinterachse, genügend Leistung dazwischen und der frische Wind, der das temporäre Gesichtslifting noch einmal unterstützt. Ja, doch so ein SLC macht Spaß.

Ich möchte nicht verschweigen, dass es sportlichere Fahrzeuge gibt, der Porsche 718 Boxster z.B. verfügt über eine direktere Lenkung, die sich noch präziser steuern lässt und auch eine bessere Rückmeldung gibt, aber der Mercedes-Benz SLK bzw. nun der SLC wurde auch nie als Sportwagen platziert, sondern stets als sportlicher Roadster und dem wird er durchaus gerecht.

Meine Lieblingseinstellung? Fahrwerk weich, Sport Plus und dann ab auf das Gas-Pedal, dann darf man den 3.0 Liter V6 hören, die Abgasanlage verstärkt die Geräuschsentwicklung und wem es zu kalt wird, der dreht einfach die Sitzheizung hoch und schaltet den Air-Scarf an, also die Nackenheizung während er sich von den Massage-Sitzen verwöhnen lässt.

Mercedes-Benz SLC Kofferraum

Das Klappdach kann nun auch während der langsamen Fahrt geöffnet und geschlossen werden, Fährt man geschlossen, bleibt etwas mehr Platz im Kofferraum, fährt man offen, dann ist nur Platz für einen Koffer und einen Rucksack, aber ein Roadster war noch nie ein großartiges Reisemobil. Das Kofferraumvolumen liegt (je nach dem ob das Dach geöffnet oder geschlossen ist) zwischen 225 und 335 Liter.

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Mercedes-Benz SLC Preise

Der günstigste Mercedes-Benz SLC startet derzeitig ab 34.926,50 Euro – dafür bekommt man einen 156 PS starken Benziner. Unser AMG Modell hier startet ab 59.886,75 Euro und wer sich für einen 204 PS starken Diesel entscheiden möchte, der muss mindestens 43.524,25 Euro auf den Verkaufstresen legen.

Eigentlich bin ich ja ein Stoffdach-Fan, aber denke ich an den SLK dann denke ich an das Klappdach. Geschlossen ist er angenehm leise (es sei denn der Fahrer will das nicht).

Ich finde es auch gut, dass Mercedes-AMG hier einen 70 Liter großen Tank verbaut, denn auch wenn ich meinen Tankwart sehr gerne mag, allzu oft möchte ich ihn dann doch nicht besuchen.

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Mein Fazit

Wer nur zwei Sitzplätze benötigt, wer gerne mal etwas flotter fährt und wer über das notwendige Kleingeld verfügt, der wird mit dem Mercedes-AMG SLC viel Fahrspaß haben und ein gutes Auto fahren.

Wer auf etwas Leistung und den tollen Klang verzichten kann, der kann sich natürlich auch für einen leistungsschwächeren Antrieb entscheiden, unter die Haube vom SLC kommt fast alles was das automobile Herz begehrt, nur auf den V8 müssen wir nun verzichten – und das tut irgendwie weniger weh als ursprünglich gedacht.

Die Fussball-EM 2016 ist bald zu Ende, so kommt nun auch nur noch ein extrem sportlicher Vertreter, wer noch mal schnell nachlesen möchte, der findet die anderen Fahrzeuge hier: Nissan GTR NismoMercedes-Benz C-Klasse Cabriolet, Porsche 718 BoxsterVolkswagen Golf 7 R VariantAudi S4Peugeot 308 GTI, Mercedes-AMG GTR, Porsche Panamera und am kommenden Freitag stelle ich euch meinen absoluten Traumwagen für sportliche Familienväter vor, die dann allerdings auch über das notwendige Kleingeld verfügen müssen.

Anschließend machen wir dann weiter mit bezahlbaren Fahrzeugen und vor allem mit einem leicht abgeänderten Format.

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