Was bringt das E-Kennzeichen am Elektroauto?

Seit September 2015 gibt es für Elektroautos ein E-Kennzeichen. Dabei handelt es sich um ein amtliches Kfz-Kennzeichen mit dem E-Zusatz, ähnlich wie das H-Kennzeichen beim Oldtimer. Was steckt dahinter?

Beispielhaftes E-Kennzeichen (Quelle: BMVI)

Bekanntermaßen gibt es immer noch das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf den deutschen Straßen zu haben. Wir sind immer noch weit davon entfernt.

Hier kommt das im März 2015 beschlossene Elektromobilitätsgesetz (EmoG) ins Spiel. Das ermöglicht den Haltern der E-Mobile ein spezielles Kennzeichen zu führen, welches ihnen einige „Bevorrechtigungen“ gewährt. Die Politik erhofft sich eine breitere Akzeptanz der Stromer und vor allem eine höhere Marktdurchdringung.

Wer hat Anspruch?

Das EmoG listet sehr genau die berechtigten Fahrzeuge auf. Dabei handelt es sich um Elektroautos und Plug-in-Hybride gleichermaßen, die

  • eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer haben oder
  • deren Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer beträgt.

Welche Privilegien werden theoretisch erteilt?

Diese Privilegien sind möglich:

  • „für das Parken auf öffentlichen Straßen oder Wegen“
  • „bei die Nutzung von für besondere Zwecke bestimmten öffentlichen Straßen oder Wegen oder Teilen von diesen“
  • „durch das Zulassen von Ausnahmen von Zufahrtbeschränkungen oder Durchfahrtverboten“
  • „im Hinblick auf das Erheben von Gebühren für das Parken auf öffentlichen Straßen oder Wegen“

Theoretisch werden den Besitzern von Elektroautos mit E-Kennzeichen also nun gratis Parken, das Benutzen von Busspuren und erweiterte Zufahrtsrechte gewährt. Das hängt allerdings immer an den jeweiligen Kommunen und den dort geschaffenen Voraussetzungen.

Wenn sich also die Fraktionen im Rathaus nicht auf die potentiellen Parkflächen oder Zufahrtswege einigen können, bringt das E-Kennzeichen nicht viel.

Kostenloses Parken beim Tanken geht mit den Superchargern von Tesla auch ohne E-Kennzeichen...

Was kostet das E-Kennzeichen?

Wenn man ein berechtigtes Fahrzeug hat, kann auf der Zulassungsstelle das E-Kennzeichen erworben werden. Dafür fällt eine sogenannte Umkennzeichungsgebühr von 27 Euro an.

Dabei ist jedoch folgendes zu beachten: Das E-Kennzeichen darf nicht zu lang werden!

Durch den angehängten E-Zusatz benötigen aktuell siebenstellige Kfz-Kennzeichen dann acht Zeichen und damit die Engschrift, so dass alles auf die genormten Kennzeichen passt.

Mit Kennzeichen mit Engschrift haben aber so manche Kommunen ihre Probleme. Da muss dann also erst ein neues – kurzes, nur maximal sechsstelliges – Kennzeichen beantragt werden, bevor es zum E-Kennzeichen werden kann.

Wie steht ihr zum E-Kennzeichen? Haben wir vielleicht Elektroauto-Fahrer unter uns, die bereits mit dem E-Kennzeichen unterwegs sind und berichten können, warum sie sich für den Zusatz entschieden haben und ob er ihnen etwas bringt?

Bildquelle
E-Kennzeichen: BMVI

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