SUVs und Geländewagen stören CO2-Reduktion

2014 wurden europaweit strengere CO2-Grenzwerte verabschiedet. Seitdem sehen sich die Autobauer mit einem großen Problem konfrontiert: Die jahrelang forcierte Karosserieform des SUV passt so gar nicht ins Spritsparkonzept und verhagelt die Flottenbilanz.

Was verlangt die EU-Richtlinie?

Stark reduzierte Kolenstoffdioxid-Emissionen sollen über zwei Stufen erreicht werden. 95 Prozent aller neuen PKW dürfen maximal

  • 130 Gramm Co2 pro Kilometer im Jahr 2015 und
  • 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis 2021 ausstoßen
    CO2-Emissionen schaden der Umwelt

Wichtig hierbei ist, dass diese Vorgaben für die gesamte Fahrzeugflotte gelten. Rein theoretisch helfen somit Elektroauto nicht nur, die CO2-Bilanz nach unten zu korrigieren, sondern sie schaffen auch noch einen Puffer für „dreckigere“ Autos wie SUVs.

Bekanntermaßen tun wir uns europaweit, und besonders in Deutschland, immer noch schwer mit E-Autos. Sie setzen sich aus verschiedensten Gründen bisher nicht wirklich durch und folglich ist der Spielraum für hubraumstärkere Autos wesentlich kleiner.

Aktuelle Studie zeichnet Emissionsminderung nach

Regelmäßig setzt sich das Brancheninstitut CAM (Center of Automotive Management) mit der Thematik der CO2-Veränderung im Automobilbau auseinader. Letzte Woche erschien die aktuelle Studie. Sie beinhaltet eine Halbjahresbilanz der CO2-Trends und zeichnet ein negatives Bild:

Die CO2-Emissionen werden zwar weiterhin reduziert, aber das so geringfügig wie schon lange nicht mehr.

„Im wichtigsten EU-Markt Deutschland sanken die CO2-Emissionen in der ersten Jahreshälfte 2016 nur noch um 2,2 Prozent auf 127,6 g/km. Dies stellt die geringste Emissionsminderung der Hersteller seit dem Ausnahmejahr 2009/2010 (Abwrackprämie) dar. In den letzten 5 Jahren (jeweils Halbjahr) sind die CO2-Emissionen in Deutschland durchschnittlich noch um 3,2 Prozent gesunken.“

Aktuell liegen wir in Deutschland im 1. Halbjahr 2016 bei den neuen PKW bei einer CO2-Emission von 127,6g/km.  In den nächsten fünf Jahren müssen demnach weitere Einsparungen bis zu knapp 33 Gramm her.

Die Studie sieht die Verursacher in den großen, schweren und durstigen Auto, den SUVs und Geländewagen:

„Insbesondere die hohe Nachfrage nach SUV und Geländewagen sowie niedrige Spritpreise torpedieren dabei die Anstrengungen der Automobilhersteller zur Reduzierung der CO2-Emissionen und vermindern die Akzeptanz bei Käufern für alternative Antriebe.“

Wie geht es weiter?

In den vergangenen Jahren haben alle Automobilhersteller viel Geld und Know-How in die Optimierung der Motoren, die Reduzierung des Gewichts und weitere Faktoren investiert, die den Spritverbrauch und somit auch die CO2-Emissionen reduzieren. Da wurde einiges geschafft.

Die 95 Gramm CO2 auf 100 Kilometern sind aber noch weit vom aktuellen Stand entfernt. Denkt man an den neuen Verbrauchszyklus WLTP, der 2017 weltweit eingeführt werden soll, rücken die 95 Gramm in eine kaum noch zu erreichende Ferne.

Außerdem erleben wir seit einigen Jahren einen regelrechten SUV-Boom – kein Autobauer, der das stark nachgefragte Segment aktuell nicht bedient, sogar die Sportwagenikone Jaguar hat dieses Jahr mit dem F-Pace einen SUV geliefert:

SUV Boom auch bei Jaguar mit dem F-Pace

Was meint ihr, wie es weitergeht? Welche Möglichkeiten haben die Autohersteller noch?

Bildquelle:
CO2-Auto: PixelRob/iStock/Thinkstock

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