Hyundai i20 Active Fahrbericht – Test – Probefahrt – Kaufberatung

Vor 25 Jahren kam der erste Hyundai auf den deutschen Markt. Das war der Hyundai Pony. Wenn man das Fahrzeug beim Autoquartett gezogen hatte, war der Tag auch schon gelaufen, stellt euch nun einfach mal die typische „Zonk“-Melodie vor.

Inzwischen sind wir 25 Jahre weiter, Hyundai verfügt über zahlreiche Fahrzeuge und auch der Marktanteil ist inzwischen richtig beachtlich. Die Vorurteile musste man schon vor ein paar Jahren begraben und das bestätigt nun auch das aktuelle Testfahrzeug: Gefahren sind wir den neuen Hyundai i20 Active!

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Hyundai i20 Active, keine Angst – der tut nur so. So aktiv ist er gar nicht! Auf gar keinem Fall ist er überaktiv. Natürlich ist der Hyundai i20 Active kein richtiger SUV. Natürlich verfügt das Fahrzeug nicht über die SUV-typischen Fahreigenschaften.

Aber auch ohne die SUV-Fahreigenschaften reiht er sich optisch ein in die Klasse der nur über die Front angetriebenen Kompaktfahrzeuge mit SUV-Look und schnell wird dann aus „aktiv“ das Wort „attraktiv“, denn die SUV-Optik steht dem Koreaner meiner Meinung nach ausgesprochen gut.

Mitbewerber? Opel Mokka X, Fiat 500 X, Peugeot 2008, Renault Captur, Nissan Juke, VW Cross Polo und viele mehr, der Markt wird ja quasi überschwemmt von Herstellern, die scheinbar alle etwas vom erfolgreichen und gut gehenden SUV-Kuchen abhaben wollen.

Der Hyundai i20 Active erweitert als 5-Türer mit Offroad-Charakter das Kleinwagensegment von Hyundai und ist damit der dritte im Bunde. Hyundai selbst hat nämlich noch den fünftürigen Hyundai i20 und das etwas sportlichere Hyundai i20 Coupé im Angebot.

Hyundai i20 Active Fotogalerie

 

Dieser Crossover versprüht ein Hauch von Abenteuer, Wildnis und empfiehlt sich so natürlich für den Großstadt-Dschungel. Wohlwissend, dass die SUV-Optikteile nur dem Design dienen und gar keinen Vorteil mit sich bringen.

Abgerundet wird der Offroad-Look durch Kotflügel und Seitenschweller mit matt schwarzem Kunststoffschutz, einer Unterfahrschutz-Optik, bis zu 17 Zoll große Alu-Räder und die obligatorische Höherlegung um 20mm. Die Bodenfreiheit beträgt genau 190mm. Ausreichend für einen Waldweg, wenn der nicht zu sehr ausgewaschen ist.

Wie in der Einleitung schon geschrieben: Einen Allradantrieb findet man im Hyundai i20 Active natürlich nicht.

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2 cm mehr Bodenfreiheit – ist das nun ein Kaufkriterium? Ja! Für diejenigen, die gerne etwas höher sitzen wollen bestimmt. Denn in Sachen Innenraum hat mir der Hyundai i20 Active richtig gut gefallen. Platzangebot vorne und hinten ist ausreichend, allerdings sehe ich hier nur vier Personen im Fahrzeug und nicht wie erlaubt fünf.

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Auch der Kofferraum zeigt sich ausreichend groß dimensioniert. Dank des doppelten Ladebodens kann man durch ein Umlegen der Rücksitzbank eine fast ebene Ladefläche realisieren. Das Kofferraumvolumen liegt zwischen 326 und 1.042 Liter. Bemängeln kann ich hier nur die etwas schwache Kofferraumbeleuchtung.

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Wie aktiv ist der Antrieb?

Was kommt unter die Haube? Im Hyundai i20 Active hat man derzeitig die Wahl zwischen verschiedenen Motorisierungen. Zwei Benziner und ein Diesel-Aggregat stehen momentan zur Verfügung. Wir sind den 90 PS starken Selbstzünder gefahren, 240 Nm liegen hier maximal an.

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Der Durchzug reicht für den alltäglichen Bedarf, mehr braucht man in der Regel nicht. Der Diesel soll mit einem Verbrauch von nur 4,3 Liter Kraftstoff auf 100 km überzeugen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h ist er auch schnell genug für die linke Spur der Autobahn.

Zum Verbrauch kann ich sagen, dass der auch weiterhin von den eigenen Fahreigenschaften abhängig ist, aber man kann ihn sparsam bewegen und der 90 PS Diesel ist defintiv auch ausreichend groß dimensioniert für den Kleinwagen. Das gilt auch für die verbaute Bremsanlage. Scheiben vorne und hinten, hier finde ich nichts zu meckern.

Die Lenkung könnte mir persönlich etwas mehr Feedback geben, aber wir wollen auch nicht vergessen, dass wir in einem Crossover sitzen. Die Lenkung ist leichtgängig und direkt. Überzeugt hat mich auch das 6-Gang Getriebe, da gibt es ebenfalls nichts zu kritisieren.

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Bei der Verarbeitung kann ich nicht meckern! Alles was der Fahrer anfassen muss, fühlt sich gut an. Aber ein paar Punkte sind mir dann dennoch negativ aufgefallen.

Der koreanische Automobil-Hersteller Hyundai sieht sich selber ja als innovativ. Da stelle ich mir die Frage, warum immer noch viele herkömmliche Leuchtmittel verbaut sind und Hyundai nicht auch auf die inzwischen bewährte und auch bezahlbare LED-Technik setzt?

Warum ist die Rückfahrkamera der permanenten Verschmutzung ausgesetzt? Das Bild könnte auch schärfer sein, aber für den Einparkvorgang gibt es ja auch noch die Parkpiepser.

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Das verbaute Infotainment-System sieht gut aus und lässt den kompletten Innenraum auch aufgeräumt aussehen, leider korrespondiert es nicht mit meinem Smartphone, sprich es verfügt nicht über Mirror-Link, Car Play oder Android Auto und das sehe ich inzwischen bei Neufahrzeugen schon als State of the Art an, wenn man auch über ein großes Infotainment-System verfügt.

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Letzter Kritikpunkt: Der kleine Hebel schräg unter dem Fahrersitz um den Tankdeckel zu öffnen, dass geht im Jahre 2016 auch einfacher, ist aber auch kein großer Beinbruch.

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Technisch gibt es auch noch ein paar Annehmlichkeiten: Das Spurhaltewarnsystem warnt den Fahrer mit einem akustischen Signal, wenn der Hyundai i20 Gefahr läuft, die Spur zu verlassen. Eingegriffen wird nicht, der Fahrer bleibt Chef im Ring.

Der Berganfahrassistent verhindert im i20 das unbeabsichtigte Zurückrollen beim Anfahren an Steigungen, das kann auch beim Ein- oder Ausparken nützlich sein, vor allem an Steigungen.

Wie attraktiv sind denn die Hyundai i20 Active Preise?

Die Kunden kaufen gerne höherwertige Ausstattungen, das weiß man auch bei Hyundai und packt (fast) alles was geht in den i20 Active: Start/Stop Knopf, Sitzheizung, Lenkradheizung, Klimaanlage, hier kann man sich fast alles hinein konfigurieren, aber dann steigt der Preis auch.

Los geht es ab 17.100 Euro, viele Hyundai i20 Active Käufer werden allerdings locker über 20.000 Euro, vermutlich sogar über 24.500 Euro landen.

Vor allem wenn man sich für die Style-Ausstattung mit den formschönen 17″ Räder entscheidet. Noch das große Navi hinzu, ein paar Extras hier und dort und schnell landet man bei 24.500 Euro und es geht sogar noch etwas mehr.

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Die Zeiten, in denen ein Hyundai ein Billigheimer war, sind definitiv vorbei. Die Tage, in denen die Koreaner sich vor der Konkurrenz verstecken mussten allerdings auch.

Auch wenn es viele nun nicht lesen wollen: Der Hyundai i20 Active ist ein richtig gutes Auto, das Fahrverhalten tadellos, kompakt und wendig und für diejenigen, die den Offroad-Style gar nicht haben wollen, gibt es ja auch noch den Hyundai i20 als fünftüriges Modell und sogar als dreitüriges „Coupé“.

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Hyundai selbst gibt 5 Jahre Garantie auf Neufahrzeuge und tut dieses sicherlich auch nicht ohne Grund. Preislich gesehen spielt Hyundai allerdings nun in einer Liga, in denen es zahlreiche Mitbewerber gibt, die allesamt nicht wirklich viel besser oder schlechter sind, d.h. am Ende wird nur noch das Design entscheiden, eventuell auch etwas der Ruf oder bei manchen auch die Vorurteile.

Streicht die Vorurteile aus euren Köpfen und gebt den Koreanern zumindest einmal eine Chance für eine Probefahrt, verdient haben sie es.

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