Assistenzsysteme beobachten den Innenraum

Aktuell kümmern sich die diversen Sensoren am Auto vor allem um das „Außen“: Was passiert vor meinem Auto? Nähert sich ein Auto von hinten meinem toten Winkel? Verschiedene Assistenzsysteme versuchen die Risiken auf ein Minimum zu reduzieren. Doch was passiert derweil im Auto?

Bis jetzt nicht viel.

Auf dem Markt gibt es viele Assistenzsysteme: Ob unterstützende Helferlein wie Berganfahr- oder Stauassistent, passive Anzeigen wie ein Totwinkelwarner oder die Schildererkennung oder auch aktive Schutzmechanismen wie ein Spurhalteassistent oder die Fußgängererkennung; alle diese Systeme fokussieren sich auf die Umgebung des Autos und werden immer besser darin, jedes Hindernis und Problem zu erkennen, um so dem Ziel des autonomen Fahrens immer ein Stückchen näher zu kommen.

Bisher wurde der Innenraum dabei völlig außer Acht gelassen. Das wird sich ändern, wie das Fraunhofer Institut  nun bekannt gab. Eine neue Generation von Assistenzsystemen fokussiert sich auf den Innenraum des Fahrzeugs und die darin befindlichen Personen.

Was wird erfasst und warum?

Mit Hilfe von Tiefenkameras und Sensoren sollen die im Auto sitzenden Personen erkannt werden – Anzahl, Ort, Größe, Körperhaltung und Aktivität. Auf Basis dessen können diverse Rückschlüsse gezogen werden.

So ist beispielsweise das Ziel, Airbags individuell anzupassen. Mit dem Wissen, wo die Person sitzt, wie groß und wie schwer sie ist, kann ein optimalerer Airbag ausgelöst werden.

Auch die Haltung ist in dem Fall eine hilfreiche Angabe. Infos zu Sitzpositionen und damit einhergehend der jeweiligen Stellung der Gliedmaßen ist ebenfalls relevant für das Auslösen von Airbags (bspw. Füße auf dem Armaturenbrett).

Ein weiteres Einsatzbeispiel betrifft eine Verringerung der Ablenkung durch das typische Nach-Hinten-Schauen. Eltern, die mit ihren Kindern verreisen, schauen regelmäßig auf die Rückbank. Bei einem voll erfassten Innenraum würde eine Kamera auf Grund der Kopfbewegung des Fahrers erkennen, dass er nach hinten schauen will und ihm ein Bild der Rückbank vorne auf das Head-up- oder Infotainment-Display spielen.

So kann der Fahrer einen Blick nach hinten werfen, ohne seinen Blick von der Straße zu nehmen.

Da stellt sich vielen nun sicherlich die Frage nach der Überwachung: Einbüßen der Freiheit gegen maximale Sicherheit.

Wie steht ihr dazu? Ist die Überwachung und konstante Aufnahme des Innenraums eine positive Weterentwicklung im Bereich der Assistenzsysteme oder geht euch das zu weit?

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