Ausflugsziel in Wolfsburg: Das VW Museum ist definitiv einen Besuch wert!

Das VW Museum in Wolfsburg von der Stiftung AutoMuseum Wolfsburg ist für GTI-Fans bis zum 18. September 2016 gleich doppelt attraktiv, denn genau bis zu diesem Tag läuft die Sonderausstellung: „Starke Typen. Das Beste aus 40 Jahren Golf GTI.“ – ich war vor Ort und habe mir mal ein paar Highlights rausgepickt. Bewusst habe ich zahlreiche Exponate ausgelassen, damit ich nicht die komplette Vorfreude nehme. Unten stehen auch die Öffnungszeiten und die Eintrittspreise vom Volkswagen Museum.

Der GTI. Eigentlich hätte es ihn gar nicht geben dürfen, zu Beginn gab es eine Auflage von maximal 5.000 Stück, mittlerweile wurde er bereits Millionenfach verkauft. Das sportliche Sondermodell gehört zum Golf dazu wie das VW-Zeichen zum Volkswagen.

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Fangen wir in der Geschichte mal ganz vorne an, hier sehen wir einen Nachbau. So sah die Vorserie aus, 1975 hatte der Ur-GTI noch eine glatte Motorhaube, kursive GTI Symbole und den Schwalbenschwanz-Heckabschluss. Unter der Haube? Der GTI-Motor mit 110 PS, damit erreichte der Ur-GTI eine Höchstgeschwindigkeit von 182 km/h.

Der Motor stammte ursprünglich übrigens aus dem Audi 80 GTE und der kam dann auch im Serien-GTI zum Einsatz. Äußere Erkennungsmerkmale: Roter Rahmen um den Kühlergrill, schwarze Stoßstangen, Golfball-Schaltknauf, Spucknapf-Lenkrad und das GTI-Emblem. Na Interesse geweckt? Vom VW Golf 1 GTI gibt es hier im Drive-Blog auch eine Kaufberatung.

Offiziell gar kein GTI, aber ein GTI Ehrenhalber ist dieses Sondermodell:

71 Fahrzeuge wurden vom VW Golf II Limited im Jahre 1989 gefertigt. Für 68.500 DM wechselte der Viertürer seinen Besitzer. Dafür bekam man einen 210 PS starken 1.8 Liter Reihenvierzylinder mit 16 Ventilen, G-Lader, Ladeluftkühler und Allrad-Antrieb.

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Auffallend attraktiv: Der Limited machte dafür nicht einen auf dicke Hose, er kommt schmal daher. Der Vorderwagen war eine Extraanfertigung, auf Kotflügelverbreiterungen wie beim G60 oder Syncro wurde verzichtet. Im VW Museum kann man derzeitig die Nummer 13 bewundern und wie man auf den Fotos schon erkennen kann, war der hellblaue Zierrahmen um den Kühlergrill und das VW Motorsport Emblem durchaus das Erkennungszeichen für die motortechnische Überlegenheit.

Wie gesagt, im VW Museum gibt es noch zahlreiche weitere GTIs, zum Beispiel auch einen 1984er Rabbbit I GTI. In Westmoreland (USA) gefertigt und leicht zu erkennen an den rechteckigen Scheinwerfern sowie den verstärkten Stoßfängern. Während wir in Deutschland 110 PS unter der Haube hatten, reichten in den USA 90 PS aus, um im Jahr 1983 unter die Top 10 der besten Fahrzeuge zu kommen (Car and Driver Magazin).

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Neben der Sonderausstellung gibt es im VW Museum noch zahlreiche weitere Exponate zu entdecken. Bei den luftgekühlten Modellen macht man eine Zeitreise durch die Geschichte der VW Käfer. Man erkennt die Unterschiede zwischen Brezel, Ovali und den späteren Modellen, sieht aber genauso gut Sonderfahrzeuge, Kit-Cars und ganz aussergewöhnliche Exemplare.

Wie wäre es z.B. mit einem Sportwagen aus der DDR?

Auf VW Käfer-Basis aufgebaut, entstand im Jahre 1976 dieses Rovomobil. Unter der Haube der 4 Zylinder Boxermotor mit einer Leistung von 34 PS. Damit schaffte man eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Zugegeben, nicht wirklich sportlich, aber eindrucksvoll ist das Fahrzeug schon.

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Das in der DDR gefertigte Fahrzeug zeigt die Möglichkeiten des kreativen Schaffens in einer Mangelgesellschaft. Die Frontscheibe, die Wischer und die Schalensitze stammen aus dem Wartburg, die Leuchten vom Trabant und das Interieur sowie die Technik von einem Käfer aus dem Baujahr 1949.

Auch interessant: Man hatte damals einen cw-Wert von 0,21 errechnet, mit der Glasfiber-Karosserie (welche übrigens über Flügeltüren verfügt) erreichte man einen cw-Wert von 0,23 – und das im Jahre 1976 ohne richtige Messeinrichtungen. Das verdient schon Respekt, somit steht das Rovomobil auch zu Recht im VW Museum.

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Und wo wir schon bei extremen Exponaten sind, da fällt mir auch direkt noch der Oettinger Breitbau vom VW Käfer ein. Seit 1947 optimierte Oettinger bereits VW Käfer Motoren, hier sehen wir einen Breitbau aus dem Jahre 1973. Unter der Karosserie steckt ein VW Käfer 1303, im Heck verbirgt sich nun allerdings ein 6-Zylinder Boxer-Motor.

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Aus dem Hubraum von 2,2 Liter kitzelte man 255 PS und die waren gut für 210 km/h. Sicherlich wäre das Fahrzeug ohne die Breitreifen noch schneller gewesen, vorne sind es 225/50er, hinten gewaltige 345/35er Walzen. Am Heck misst dieser Breitbau eine Fahrzeugbreite von 2,20 Meter – der ist garantiert nichts für die derzeitige Parkplatzsituation in Deutschland, aber meiner Meinung nach auch zurecht im VW Museum in Wolfsburg.

VW Museum Öffnungszeiten, Preise, Adresse

Wie gesagt, das waren nur ganz wenige Exponate, um euch die Vorfreude nicht zu nehmen. Die Sonderausstellungen zu den GTIs läuft noch bis zum 18. September. Das VW Museum in Wolfsburg hat von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Nur vom 24. Dezember bis 1. Januar (und Montags) bleibt das VW Museum geschlossen.

Der Eintrittspreis beträgt 6 Euro (ermäßigt die Hälfte). Ich empfehle euch für ein paar persönliche Andenken (die man dort käuflich erwerben kann) noch ein paar Euro mehr einzustecken.

Adresse vom VW Museum:
Stiftung AutoMuseum Volkswagen
Dieselstraße 35
38446 Wolfsburg

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