Auto auf Küstenstrasse

Abzocke beim Mietwagen-Verleih?

Wir haben hier im Blog schon mehrfach darüber berichtet, worauf man beim Mietwagen-Verleih im Urlaub achten sollte und was man wissen muss, um nicht etwas aufgeschwatzt zu bekommen, was man gar nicht braucht oder sogar über den Tisch gezogen zu werden.

Deshalb sollte man den Wagen am besten schon von zu Hause aus buchen und sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Mietwagen-Anbieters (man beachte hier auch den Unterschied Anbieter und Verleiher) genau durchlesen.

Häufig ist es so, dass man über den Anbieter eine Vollkasko-Versicherung abschließt, über den Verleiher nur die Haftpflicht. Deshalb versuchen viele Verleiher vor Ort dem Kunden zusätzlich eine Vollkasko-Versicherung für den Mietwagen zu verkaufen.

Viele Urlaubsziele lassen sich vor allem mit einem Mietwagen gut erkunden!

Und dafür arbeiten die Verleiher mit allen Tricks

Im diesjährigen Sommerurlaub an der Algarve hatten wir wieder einen Wagen über ein Mietwagen-Vergleichsportal gebucht. Verleiher war einer der größten und bekanntesten deutschen Autovermieter, über den Veranstalter hatten wir die Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbeteiligung gewählt.

Nach der Landung am Flughafen Faro ging es also zum Schalter, um das Auto abzuholen. Auch dort wurde versucht, uns eine Vollkasko-Versicherung zu verkaufen, was wir dankend ablehnten – schließlich war dies bereits über den Veranstalter abgedeckt.  Das hat dem Verkäufer schon nicht so recht gepasst, wie man an seiner Reaktion merkte.

Als es dann um die Bezahlung und Hinterlegung der Kaution ging und wir die Kreditkarte des Hauptfahrers (die Karte, von der die Kaution abgebucht wird, muss auf den Hauptfahrer lauten) über den Tresen reichten, wies uns der nette Mitarbeiter (Vorsicht Ironie!) äußerst bestimmt darauf hin, dass die Kaution von dieser Karte nicht abgebucht werden kann.

Eine kleine Notiz am Rande: Es handelte sich um eine normale VISA-Card mit ausreichendem Limit – das wurde vor dem Urlaub sogar noch erhöht, damit es keine Schwierigkeiten bei Abbuchung der Kaution gibt. Denn die Höhe kann variieren und locker bei 2.500 Euro liegen. Das sollte man vor Reiseantritt unbedingt beachten und das Karten-Limit entsprechend anpassen.

Trotz aller Bemühungen konnte uns der Mitarbeiter nicht weiterhelfen. Die Karte schien seltsamerweise nicht funktionieren zu wollen. Zum Glück (!) hatte er die richtige Lösung parat: „Bucht doch einfach die Vollkasko dazu, dann wird nur der Betrag i. H. der Selbstbeteiligung (sprich 300 Euro) auf der Kreditkarte geblockt.“

Das kostet uns allerdings etwa 400 Euro mehr.

Wie absurd, die Vollkasko haben wir ja schließlich bereits über den Veranstalter gezahlt und werden sie ganz sicher nicht noch einmal abschließen.

Hinweisschild zum Mietwagen-Verleih am Flughafen

Welche Möglichkeiten bleiben also?

  1. Die Änderung des Hauptfahrers
    Hier konnte aber der bestehende Vertrag nicht einfach geändert werden – dieser müsste storniert und ein neuer über das Internet abgeschlossen werden. Die Kosten? Unklar! Und die bereits geleistete Anzahlung wäre auch dahin…
  1. Eintragung eines zusätzlichen Fahrers
    Es müsste ein zusätzlicher Fahrer hinterlegt werden, über dessen Kreditkarte die Kaution abgebucht werden kann. Die Kosten? 7,50 Euro pro Tag.
  1. Anderer Verleiher
    Einfach einen Laden weiter laufen (die verschiedenen Verleiher liegen direkt nebeneinander) und dort ein Auto anmieten. Die Kosten? Unklar, was der Wagen dort kosten wird. Verlust der Anzahlung. Oder eben doch:
  1. Hinzubuchen der Vollkasko-Versicherung

 

Unsere Entscheidung fiel auf Möglichkeit 2, der Ergänzung eines zusätzlichen Fahrers. Für uns mit Zusatzkosten von 75 Euro für 10 Tage noch das geringste Übel.

Ein schlechter Beigeschmack bleibt…

War es wirklich nötig, den Zusatzfahrer einzutragen und funktionierte die Kreditkarte wirklich nicht? Oder sind wir hier nur auf eine Masche des Verkäufers hereingefallen?

Nachdem wir Bekannten diese Geschichte erzählten, wurde uns von ähnlichen Erlebnissen mit angeblich nicht funktionsfähigen Kreditkarten berichtet. Alle waren bereit, einen Mehraufwand zu zahlen, um das Fahrzeug zu bekommen. Klar, man ist ja darauf angewiesen…

Habt ihr ähnliche Erlebnisse beim Mietwagen-Verleih gemacht?

 

Bildquellen
Küstenstreifen: Natalia Bratslavsky/iStock/Thinkstock
Car Rental: edwardolive/iStock/Thinkstock

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