Alfa Romeo Giulietta Veloce Fahrbericht – Test – Kaufberatung

Willkommen in der Mittelklasse, dem vermutlich am härtesten umkämpften Markt im Automobil-Bereich. Ich entführe euch heute nach Italien, denn gefahren bin ich die aktuelle Alfa Romeo Giulietta.

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Ein traumhafter Name. Ein rassiges Rot. Was kann da eigentlich schief gehen? Leider eine ganze Menge, doch dazu kommen wir gleich, sprechen wir zunächst kurz über die Mitbewerber und hier kann ich es sehr kurz machen:

Alle Fahrzeuge, die in die sogenannte Golf-Klasse passen, stehen im direkten Wettbewerb zur Giulietta, die 2010 als Nachfolger des Alfa-Romeo 147 auf den Markt kam. Das erste Facelift kam 2013 und in diesem Jahr wurde dann erneut nachgeschminkt.

Alfa Romeo Giulietta Design Check

Alfa-Romeo Fans werden mich nun gleich lynchen wollen, aber über Geschmäcker soll man bekanntlich nicht streiten. An der Front erkennt man das eigenständige Alfa-Romeo Design, der kleine Kühlergrill in der Mitte und das seitlich platzierte Kennzeichen. Was in Italien oder in der Schweiz bei den kleineren Kennzeichen sehr gut aussehen kann, wirkt hier in Deutschland eher deplaziert. Wie gesagt, mein Geschmack, den muss man nicht teilen.

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Wir fahren die Alfa-Romeo Giuletta in der Veloce Ausstattung, attraktive Räder drehen sich hier in den Radkästen und die Farbe, ist ein Knaller. Rosso Competizione heißt diese und ich bin sowieso für mehr Farbe im Alltag und auch für mehr rote Fahrzeuge im Straßenbild.

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Das Heck der Giulietta, quasi der Hintern der rassigen Italienerin, gefällt mir ausgesprochen gut. Die Rückleuchten haben ein wunderschönes Signet, vor allem auch bei Nacht und die beiden Endrohre verraten ja schon, was unter der Haube stecken könnte.

Alfa Romeo Giulietta Motor Check

Zehn verschiedene Motoren / Leistungsstufen zwischen 120 und 240 PS werden von Alfa Romeo angeboten. Wir haben hier einen 1,8 Liter 4-Zylinder Benziner unter der Haube. 240 Pferdestärken werden hier mobilisiert. Bis zu 340 Nm können an der Kurbelwelle anliegen und dann geht es innerhalb von 6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit? 244 km/h! Das sind alles Werte, die sich sehen lassen können.

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Alfa Romeo Giulietta Technik Check

Wir haben in unserer Giulietta das große Uconnect-System verbaut. Das hat ein 6,5″ großes Display und bringt dann auch das Navigationsgerät mit sich. Der Aufpreis? 1.650 Euro! Verbaut war auch noch eine Bose-Soundanlage mit 500 Watt, auch hier der Griff in die Optionalitäten-Kiste: 770 Euro!

Ja, die Zeiten in denen eine Italien-Reise günstig ist, sind längst vorbei. Anti-Blockier-System (ABS+HBA) mit elektrischer Bremskraftverteilung (EBD), Antischlupfregelung (ASR) ein abschaltbarer Beifahrerairbag und die dynamische Fahrstabilitätskontrolle gibt es serienmäßig.

Alfa Romeo Giulietta Innenraum Check

Vorne verfügt die Giulietta über ausreichend Platz, im Innenraum dominiert Kunststoff, selten geschäumt, selten gepolstert. Puristen werden das mögen. Ich finde es gut, dass wenig Klavierlack verwendet wurde, das minimiert die lästigen Fingerabdrücke. Das Armaturenbrett zeigt sich aufgeräumt, die Anzeigen lassen sich gut ablesen.

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Die Sportsitze (Halbschalen-Sportsitze mit Sitzbezügen in Leder und Alcantara) sind nichts für jedermann. Ich bin 1,75, wiege 85 kg und fand sie bequem. Das Lenkrad hingegen war mir etwas zu groß und auch hier spielt das Design bei mir eine übergeordnete Rolle. Schaut man sich in der Mittelklasse um, gibt es inzwischen Mitbewerber, die haben das auch verstanden.

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Alfa Romeo Giulietta Kofferraum Check

In den Kofferraum der Alfa Romeo Giulietta passen 350 Liter (bei umgeklappter Rückbank sind es 1.518 Liter), maximal zugeladen werden dürfen 460 kg.

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Das geht in der Klasse vollkommen in Ordnung, kritisieren müsste ich die hohe Ladekante, aber auch die findet man in der Kompaktklasse inzwischen leider sehr, sehr oft!

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Alfa Romeo Giulietta Verbrauch Check

Wir hatten den 240 PS großen Benziner an einem 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt. Was soll ich sagen? Unausgereift würde ich das Getriebe nennen, die Schaltvorgänge sind teilweise nicht nachzuvollziehen und die Schaltzeiten auch irgendwie zu lang.

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NEFZ sagt 6,8 Liter, ich sage gerne auch das Doppelte, vor allem dann, wenn man mit der rassigen Giulietta auch mal mehr Spaß haben möchte. In der Realität wird man die Giulietta vermutlich eher bei 8-9 Liter Verbrauch fahren. Die CO2-Emission mit den gefahrenen 17″ Felgen liegt bei 157 g/km und erreicht somit die CO2-Effizienzklasse D.

Alfa Romeo Giulietta Fahreindruck Check

Die Lenkung lässt sich gut dosieren, das Doppelkupplungsgetriebe hatte ich bereits kritisiert, das Fahrwerk möchte ich loben, aber bei der Brembo-Bremsanlage habe ich etwas auszusetzen: Diese ist nämlich gewöhnungsbedürftig. Tritt man das Pedal leicht, spürt man zunächst keine Bremswirkung, tritt man dann etwas fester, dann wirft die Giulietta sofort den Anker. Daran muss man sich gewöhnen, vor allem weil es im DNA-Menü auch die Möglichkeit des Prefills gibt bei der sportlichen Abstimmung.

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Ein Soundaktuator soll für sportlichen Sound im Innenraum sorgen, mich hat es eher genervt – es klang einfach synthetisch und während längeren Autobahnfahrten wurde es dann auch schnell zu laut, um sich mit den anderen Passagieren zu unterhalten.

Alfa Romeo Giulietta Kosten Check

Los geht es ab 21.400 Euro. Damit ist jetzt schon klar: Bei der Alfa Romeo Giulietta bezahlt man den italienischen Designer-Aufpreis. Unser Veloce Sondermodell startet ab 33.350 Euro, der Testwagen hat einen Preis von 39.880 Euro. Ihr merkt schon wo die Reise hingeht. Die Versicherungsklassen? 18/22/22!

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Alfa Romeo Giulietta Kaufberatung

Veloce! Wenn schon Giulietta, dann auch Veloce! Zwei 92er Endrohre, die 7,5J x 17″ Felgen, die BREMBO-Bremsanlage mit 4-Kolben-Monoblock-Festsattel vorne, doch das hätte ich schon gerne. Dann auf jeden Fall auch das Bose-Soundsystem und das angesprochene UCONNECT-System.

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Bei der Frage: Handschaltung oder Doppelkupplungsgetriebe würde ich hier zur Handschaltung greifen und das obwohl ich normalerweise (inzwischen) sehr gerne schalten lasse. Problem: Eine Handschaltung wird bei dem größten Motor nicht angeboten.

Alfa Romeo Giulietta Fazit und Zielgruppen-Check

Tja, viel Licht und leider auch viel Schatten, die Giulietta konnte mein Herz leider nicht erobern, doch wie sieht es mit den Zielgruppen aus?

Machen wir also den Zielgruppen-Check:

Die Alfa Romeo Giulietta für Singles / Paare? Passt! Wie die Faust aufs Auge! Attraktive Damen oder Herren finden hier das Designer-Stück für die Garage und somit auch den idealen Lifestyle-Transporter.

Die Alfa Romeo Giulietta für Familien mit einem Kind? Mit einem Kind sehe ich kein Problem, sollte also aus dem Pärchen die kleine Familie werden, so darf die geliebte Giulietta dann auch bleiben.

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Die Alfa Romeo Giulietta für Familien mit zwei Kindern? Mehr als vier Personen sehe ich sowieso nicht in der Giulietta, das trifft übrigens fast auf die komplette Kompaktklasse zu, von daher ist das keine Kritik. Sind die Kinder aus dem Kinderwagen-Alter entwachsen, funktioniert das.

Die Alfa Romeo Giulietta für Best Ager? Wer sich das Italien-Sommer-Urlaubsgefühl von damals zurückholen möchte, der wird mit der Giulietta wohl nicht glücklich. Zu sehr entfernt ist sie auch von der Ur-Giulietta. Wichtig: Sitzprobe machen, es gibt die Giuletta (mit weniger Leistung) auch mit bequemeren Sitzen. Wäre ich älter, würde ich allerdings vermutlich eher zu Giulia greifen.

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