Autonom fahrende Elektro-Taxis in Singapur!

Im Stadtteil One-North des Stadtstaates Singapur können Kunden seit Kurzem per App einen Taxidienst bestellen – mit Elektroautos, die vollkommen autonom fahren (sollen). Zurzeit noch in der Testphase, befindet sich noch ein Mitarbeiter des Start-ups NuTonomy – das die Technologie entwickelte – an Bord, um in Notsituationen schnell eingreifen zu können.

Die Idee dahinter ist nicht neu.

Bereits seit einiger Zeit plant der internationale Taxi-Dienst Uber eine Flotte aus selbstfahrenden Elektrofahrzeugen – NuTonomy kam dem zuvor.

Die Gründer von NuTonomy, die die Software dieser autonomen Fahrzeuge entwickelten, waren zuvor am Massachusetts Institute of Technology in den USA tätig, entschieden sich aber für eine Umsetzung in der asiatischen Millionen-Metropole Singapur. Das ist kein Zufall, möchte doch die Stadt bereits seit einiger Zeit eine Vorreiter-Rolle in Sachen Mobilität einnehmen, und verspricht schnelle Entscheidungen, wenig Bürokratie und die Bereitstellung finanzieller Ressourcen. Das Konzept scheint aufzugehen – zumindest wurden bereits einige Experimente im autonomen Fahren angestoßen.

wartende Taxis

Erste erfolgreiche Testfahrten

Im Stadtteil One-North können Taxi-Kunden also per App eine umgerüstete Renault Zoé oder einen umgerüsteten Mitsubishi i-MiEV ordern und sich dann ganz entspannt zurücklehnen – oder etwa nicht?

Ein bisschen unheimlich ist es schon, wenn sich das Lenkrad wie von Geisterhand bewegt. Damit im Notfall aber schnell reagiert und eingegriffen werden kann, sitzt ein „Co-Pilot“ noch vorsichtshalber im Auto und hat die einzelnen Situationen gut im Blick. Das ist dann doch noch ein beruhigendes Gefühl…

Die selbstfahrende Technologie erkennt die Fahrspur, vorherfahrende Fahrzeuge, den Weg zum Zielort – mögliche Gefahrensituationen und Hindernisse.

NuTonomy

Es bleibt die Frage der Ethik.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Eine Mutter mit ihrem kleinen Kind nutzt ein Taxi, das autonom fährt – dieses steuert auf einen Zebrastreifen zu, den gerade vier Passanten überqueren. Das Auto kann nicht frühzeitig bremsen und hat zwei Möglichkeiten: auf den Zebrastreifen zusteuern und die Gefahr in Kauf nehmen, dass drei der vier Passanten erwischt werden – oder das Auto gegen die Betonwand lenken, den Fußgängern ausweichen und schwere Verletzungen oder gar den Tod der beiden Insassen riskieren.

Wie soll sich die Technologie entscheiden?  

Keine leichte Frage, die so (noch) nicht beantwortet werden kann. Menschen reagieren und handeln intuitiv, Roboter können programmiert werden.

Wer entscheidet über Leben und Tod? Diese schwerwiegenden Entscheidungen sollen den selbstfahrenden Autos überlassen werden?

Ich finde diese Thematik moralisch höchst bedenklich – wie seht Ihr das?

Und wie beurteilt Ihr die Entwicklung des Taxi-Geschäfts in Singapur?

 

Bildquelle:

Wartende Taxis – azur13/iStock/Thinkstock
nuTonomy – www.nutonomy.com

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