Der Wandel meiner Mobilität

Im Artikel zum Einstand habe ich über meinen New Bettle geschrieben und von der neu errungenen Mobilität geschwärmt. Als bekennendes „Dorfkind“ war das eigene Auto natürlich ein großer Schritt. Aber auch nach der Schule war ich immer auf das Auto angewiesen, was ich durchaus nicht negativ darstellen möchte. Ich habe sehr gerne naturnah auf dem Dorf gewohnt und war immer bereit die Kilometer zu fahren, die eben nötig waren. Das änderte sich vor knapp einem Jahr…

Wobei ich eine „Autopause“ nicht verheimlichen möchte: Direkt nach dem Studium bin ich ein Jahr lang mit der Bahn zur Arbeitsstelle gefahren, nutzte aber für sonst alle Fahrten das Auto. Einkaufen, Verwandtschaft oder Freunde besuchen: Auto. Abends „was Trinken“ gehen: Auto (selten Bus und zurück mit dem Taxi wenn Alkohol im Spiel war).

Als ich den Job wechselte lagen die Vorteile des Autos für den Arbeitsweg auf der Hand: Mit dem Auto brauchte ich ca. 20-25 Minunten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln knapp eine Stunde für den Weg nach Wiesbaden. Also wurde ich (wieder) zum Vollzeit Autofahrer.

Nun steht das Auto (erneut) viel rum. Vor knapp einem Jahr bin ich in die Mainzer Innenstadt gezogen, bahnhofsnah, zentraler geht es kaum. Mit dem Auto über den Rhein zum Arbeitsplatz zu fahren wäre Quatsch: Sobald ich vom Parkplatz runterfahre, stehe ich (in den Berufsverkehrszeiten) im Stau – sollte irgendwo im Ballungsraum Rhein/Main ein größerer Unfall passieren bricht der Verkehr meistens vollends zusammen. Mir zerrt das sehr an den Nerven. Hin und wieder ein Stau wäre ja halb so wild. Aber in letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass kaum ein Tag ohne Unfall und anschließendem Stau vergeht. Ich sitze stattdessen in der Bahn und erledige auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause schon mal den ein oder anderen Einkauf. Zugegeben: Die Verbindung ist nahezu perfekt. Kaum aus der Tür bin ich schon am Bahnhof und der Anschlussbus fährt alle 10 Minuten. Im Endeffekt brauche ich mit der Bahn die gleiche Zeit oder sogar ein paar Minuten weniger als mit dem Auto. Ökologischer sind die öffentlichen Verkehrsmittel sowieso, Jobticket sei Dank auch günstiger.

Was ich vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätte: Ich genieße es! Ich steige morgens in den Zug und höre Podcast oder Musik, schreibe dabei Mails, checke die Nachrichten oder schaue aus den Fenstern und genieße den Sonnenaufgang über dem Rhein. Vorher hole ich mir vielleicht noch einen Kaffee oder Snack (selten, Neujahrsvorsätze und so), muss keinen Parkplatz suchen und bin dank guter Anbindung auch einigermaßen flexibel. Morgens höre ich die Staumeldungen aus der Region und kann nur müde lächeln. Dass ich monatlich deutlich weniger für Benzin ausgebe, liegt sicher weniger an meinem Tankverhalten sondern vor Allem an den wenigen Kilometern, die ich fahre. Minimum waren bisher ca. 300km in einem Monat vor allem durch Fahrten am Wochenende oder wenn ich nach Feierabend Verabredungen habe, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu bewerkstelligen sind. Dann quäle ich mich morgens doch durch den Berufsverkehr. Wie ich zu sagen pflege: „Kaum vom Parkplatz runter, stehst du im Stau.“

Natürlich: So mancher Bahnstreik hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dann musste ich das Auto nehmen und der Verkehr war logischerweise noch dichter als sonst. Äußerst selten kam es bisher zu „Störungen im Betriebsablauf“ und ich hoffe, dass es so bleibt. So lange nutze ich die Vorteile beider Mobilitätsarten: Entspannt zur Arbeit und zurück mit Bahn und Bus, flexibel – falls nötig – mit dem Auto.

 

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: