Ohne Beleuchtung mit dem Auto unterwegs?

Immer wieder hört oder liest man Meldungen von Fahrzeugen, die am frühen Morgen oder in der Nacht ohne Licht auf Autobahnen oder Landstraßen unterwegs sind. Heute ist mir so ein Fahrzeug auf meinem Arbeitsweg begegnet. Ich stieg zu Hause in mein Auto und fuhr los – man muss dazu sagen, dass ich meist schon vor 6 Uhr in der Früh losfahre, um dem alltäglichen Stau-Wahnsinn zu entgehen. Im Sommer ist es dann sogar schon hell bis dämmerig, doch jetzt im Spätsommer wird es von Tag zu Tag immer dunkler – der Herbst kündigt sich an. Aus einer Seitenstraße kam ein anderes Fahrzeug, das kein Abblendlicht an hatte. Draußen war es noch sehr dunkel, das Fahrzeug war schwarz und somit kaum zu erkennen.

Im Licht der Straßenlaternen kann es schon einmal passieren, dass man vergisst, das Licht einzuschalten. Doch spätestens außerorts bemerkt man seinen Fehler – wenn es dann nicht schon zu spät ist und man übersehen wurde.

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Vorsicht auch bei defektem Licht

Was mir auch häufig auf den Straßen begegnet: Autos mit defekter Beleuchtung! Mal funktioniert ein Rücklicht nicht, mal beide Scheinwerfer vorne. Dann werden gerne die Nebelscheinwerfer benutzt. Doch ist das erlaubt?

Der Bußgeldkatalog besagt Folgendes: Fährt man ohne Abblendlicht, obwohl es die Lichtverhältnisse erforderten oder sind die Leuchten verdreckt, so droht ein Bußgeld.

So auch, wenn mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte gefahren wird, obwohl die Sicht nicht durch Nebel behindert war.

Nebelscheinwerfer sind also kein Ersatz für defektes Abblendlicht. Wenn die Beleuchtung defekt ist und man dennoch vorsätzlich mit diesem Auto fährt, muss man auf alle Fälle mit einem Bußgeld rechnen. Wenn ein Licht allerdings während der Fahrt bei Dunkelheit kaputt geht, sollte die nächste Werkstatt angesteuert werden – bis dahin würde es Sinn machen, auf eine andere Lichtquelle zurück zu greifen – wie bspw. Nebelscheinwerfer oder Tagfahrlicht.

Tagfahrlicht – Pflicht bei Neuwagen

Seit Februar 2011 müssen Neuwagen mit einem Tagfahrlicht ausgestattet werden. Damit sollen Fahrzeuge auch am Tage besser erkennbar sein. Warum hier nicht einfach das normale Abblendlicht eingesetzt wird, hat folgende Gründe: Das Tagfahrlicht streut das Licht anders, so dass der Fokus nicht auf der verbesserten Sicht für den Fahrer, sondern auf der besseren Erkennbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer liegt. Das Unfallrisiko soll dadurch gemindert werden.

Ein anderer Aspekt ist der Spritverbrauch! Während mit Abblendlicht ein 0,1 bis 0,2 erhöhter Kraftstoffverbrauch pro 100 km zu verzeichnen ist, verringert sich dieser mit speziellem Tagfahrlicht auf 0,02 bis 0,05 Liter auf die gleiche Strecke.

Das Tagfahrlicht kann auch bei älteren Modellen nachgerüstet werden, eine Pflicht besteht allerdingst nicht.

Tagfahrlichtschaltung

Während in anderen europäischen Ländern eine Pflicht besteht, auch am Tage mit Licht zu fahren, gibt es in Deutschland lediglich die Empfehlung – die Ausnahme bilden Krafträder: diese müssen zwingend  auch am Tage mit Licht fahren.

Alles rund um die Fahrzeugbeleuchtung ist in §17 der Straßenverkehrsordnung geregelt.

 

Bildquellen:
BMW mit Tagfahrlicht: Wikimedia – Thilo Langbein
Tagfahr- vs. Abblendlicht: Wikimedia – Benutzer:Kantor.JH

 

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