Internet im Auto, wer braucht sowas?

Nun werden viele denken, „Wer bitte schön braucht denn schon Internet im Auto?“… Ja, die Frage ist berechtigt – wenn man keine Ahnung hat. Aber schon die nächste, höhere Qualität in Richtung Navigation, Entertainment oder Connectivity geht ohne Internet heute nicht mehr in vernünftiger Weise.

…und bitte nicht falsch verstehen, ich rede hier nicht vom Surfen während der Fahrt, sondern vielmehr von vielen kleinen, häufig auch versteckten Diensten, die man als Laie gar nicht mir dem Internet verbindet, ob im eigenen Fahrzeug oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Fangen wir bei Google-Maps an. Oder bei den richtig guten Online Navigations-Diensten. Es ist einfach die genaueste Verkehrsdichtemessung in einem vernetzen System möglich. Google weiß schon sehr viel früher Bescheid, ob ein Stau entstehen könnte! Google weiß schon bevor ein Stau entsteht, dass sich einer anbahnt. Die messen mit verschiedenen Parametern, z.B. ob die Geschwindigkeit, mit der sich ein mobiles Gerät bewegt, den üblichen Geschwindigkeiten vor Ort entspricht. Sollte das nicht der Fall sein, kann ein Stau vorhergesagt werden. Google betrachtet alle mobilen Geräte als eine Art „Schwarm“ – deren „Verhalten“ wird analysiert und Vorhersagen getroffen.

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Anders verhalten sich Systeme ohne Internet. Ein Stau ist entstanden. Dieser wird über TMC oder TMCpro an die angeschlossenen Navigationsgeräte kommuniziert. Die Navigationssoftware ermittelt dann daraus eine Reaktion. Ein völlig anderer und veralteter Ansatz. Wer möchte denn noch mit solchen alten Systemen durch die Gegend bugsiert werden? Nur jemand, der keine Ahnung hat oder Google ablehnt, weil der nicht „gefunden“ werden will..

Ein anderes Thema ist die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Hersteller. Auch wenn ein Anwender oder Fahrzeugnutzer es nicht wünscht, Kommunikation findet heute schon statt. Jede Fahrzeugbewegung, jede Reaktion elektronischer Bauteile oder Sensoren wird ausgewertet und kommuniziert.

Auch die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander spielt künftig eine Rolle. Beispiele sind die bereits in Erprobung befindlichen autonom fahrenden LKW-Kolonnen. Deren Fahrzeuge bilden eine Art Fahrzeugkette und die einzelnen Elemente kommunizieren über WLan-Internet miteinander bzgl. Navigation, Fahrzeugzustand, Positionen, Störungen usw..

…und welcher Vater ist nicht überglücklich, wenn Kinder im Auto nicht mehr fragen „sind wir schon da?“ oder „wie lange noch?“, sondern gar nicht mehr aussteigen wollen, weil der über Internet gestreamte Kinofilm noch nicht zu Ende ist oder das Online-Multiplayerspiel gerade eine heiße Phase erreicht. Ganz zu schweigen von den im Google-Play-Store gespeicherten Musik-Datenbanken, die ich mir ganz bequem während der Fahrt anhören kann.

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Und beobachtet doch mal mit offenen Augen das Verhalten der Insassen eines normalen Stadtbusses an einem normalen Nachmittag. Mindestens 50% der Leute daddeln auf ihrem Smartphone vor sich hin.

Pendler im Bus

Gründe für Internet im Auto oder im Bus gibt es viele. Niemand wird gezwungen sein, es nutzen zu müssen. Die meisten werden gar nicht gefragt! Und es kommt eh… Also entspannt Euch, ihr Verweigerer :-).

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