Betrugsfallen beim Autoverkauf

Irgendwann muss man sich leider von seinem Auto trennen. Es hat den Besitzer viele Kilometer durch die Welt gefahren, man hat vielleicht schöne Erinnerungen daran – aber die Trennung ist manchmal unausweichlich. Sei es, weil das Auto nicht mehr zu den Anforderungen passt (Stichwort: Nachwuchs) oder weil der TÜV die begehrte Plakette nicht mehr ohne Weiteres kleben will: Ein neues Auto muss her und das alte muss weg. Ist das Automobil aber zu schade für die Verwertung wird es eben verkauft. Das ist allerdings kein leichtes Unterfangen.

Das beginnt natürlich schon bei der Wahl der Verkaufsplattform: Im Idealfall finde ich jemanden aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis und kann das Geschäft unkompliziert und schnell abwickeln. Möchte man die Reichweite erhöhen, bietet sich das schwarze Brett im Supermarkt oder beim Arbeitgeber an. Natürlich bieten sich auch die üblichen Plattformen im Internet an. Hier ist allerdings größte Vorsicht geboten! Man erreicht sehr viele Menschen mit der Anzeige, je nach Modell und Preis kann man sich kaum vor Anfragen retten. Manche Händler versuchen über das Internet Schnäppchen zu machen und scheinen den ausgerufenen Preis nicht mal als grobe Richtlinie zu betrachten.

Unbedingt Kaufvertrag abschließen!

Nervig, zweifelsohne, aber es lauert noch eine größere Gefahr! Zwielichtige Händler versuchen schon am Telefon eine Zusage zu erhalten, dass sie das Auto abkaufen werden. Es empfiehlt sich natürlich immer einen Kaufvertrag aufzusetzen, aber grundsätzlich bedarf ein solche Geschäft nicht der Schriftform. D. h. wenn ich dem Händler die Zusage gebe, ihm das Auto für 1.000 Euro zu verkaufen und er sagt unmissverständlich am Telefon zu, muss ich ihm das Auto verkaufen, egal wie viele Anrufe ich später noch erhalte und was mir andere Interessenten bieten. Und genau da setzen die Betrüger an.

Also nehmen wir an ich habe dem Händler zugesagt, dass er mein Auto für 1.000 Euro kaufen kann. Wenig später bietet mir ein Anrufer bedeutend mehr, so dass ich gar nicht ablehnen kann. Wenn sich einen Tag später der 1.000-Euro-Käufer meldet und ich ihm sage, dass ich das Auto anderweitig veräußert habe, wird er schwere Geschütze auffahren: Seiner Meinung nach hat er das Auto nämlich schon gewinnbringend weiter verkauft. Dazu hat er auch Zeugen!

Es lässt sich natürlich nicht leicht überprüfen, ob das alles so stimmt – aber rechtlich ist das in Ordnung: Man geht einen verbindlichen Kaufvertrag am Telefon ein. Kann man als Verkäufer diesen Vertrag nicht erfüllen, muss man dem Käufer Schadensersatz zahlen. Die Höhe lässt sich relativ leicht ermitteln: Wenn der Käufer den Wagen für 500 Euro mehr weiterverkaufen wollte muss man ihm diese Summe erstatten.

Deshalb raten wir dringend:

  • Machen Sie keine verbindichen Zusagen am Telefon
  • Schließen Sie selbstverständlich einen Kaufvertrag ab
  • Bieten Sie den Interessenten eine Probefahrt an und kümmern Sie sich anschließend um den Vertrag
  • Denken Sie über andere Verkaufswege als Onlineplattformen nach

Natürlich gibt es auch einige Tücken, wenn Sie auf der anderen Seite stehen – also der Käufer eines Gebrauchtwagens sind. Alle nützlichen Infos dazu, finden Sie hier.

Wir hoffen, dass Ihnen so eine böse Überraschung beim Autoverkauf erspart bleibt, wir hoffen Sie erzielen einen guten Preis für ihren Alten und wünschen viel Freude mit dem neuen Auto!

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