Regelmäßige Augenuntersuchung für alle Autofahrer!

Eins ist klar: Wer sich ans Steuer setzt, muss gut sehen können. Darüber muss man gar nicht reden, das ist selbstverständlich. Deshalb muss jeder Führerschein-Neuling, bevor er die Prüfung ablegt, einen Sehtest machen – so schreibt es die Fahrerlaubnis-Verordnung vor.

Das Ergebnis dieser Augenuntersuchung wird in den Führerschein eingetragen, damit bei Kontrollen für die Polizei gleich ersichtlich ist, dass eine Sehhilfe benötigt wird. Wer also die Prüfung ablegt und in Zukunft ein Fahrzeug führen will, der muss eine Sehkraft von mindestens 70% auf beiden Augen haben – so ist es in der Fahrerlaubnis-Verordnung festgelegt.

Welche Tests müssen abgelegt werden?

Der Sehtest zur Fahrtauglichkeit sieht verschiedene Tests vor – diese können von jedem Augenarzt oder auch Augenoptiker vorgenommen werden.

In der Regel wird ein allgemeiner Sehtest gemacht, also der „Klassiker“, den wir alle kennen: Buchstaben stehen in Reihen untereinander und die Buchstaben werden von Reihe zu Reihe kleiner. Diese muss der Prüfling vorlesen, mit jeweils einem Auge oder auch mit beiden Augen gleichzeitig. Können die ersten Zeilen problemlos vorgelesen werden, besteht kein Zweifel an der Sehschärfe. Bei einem weiteren Test für die Sehschärfe werden der Testperson Kreise in verschiedenen Größen gezeigt, die an verschiedenen Stellen eine Öffnung haben. Diese sollten die Probanden problemlos erkennen.

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Doch es gibt noch einige andere Sehschwächen, die nicht die Sehschärfe betreffen, im Straßenverkehr aber dennoch gefährlich sein können: zum Beispiel die Rot-Grün-Schwäche. Hier kann der Betroffene die Farben rot und grün nicht oder nur sehr schwer auseinander halten. Auch das wird im Sehtest für die Führerscheinprüfung untersucht. Den Test kennen die meisten sicher auch: Dem Prüfling wird ein Bild gezeigt, das aus vielen Punkten in einer bestimmten Farbe besteht, in der Mitte steht eine Zahl – ebenso aus verschiedenen Punkten in einer anderen Farbe. Diese „Punktewolke“ ist meistens grün (außen), die Zahl ist dann rot – oder umgekehrt. Menschen, die unter einer Rot-Grün-Schwäche leiden, haben Probleme, diese Zahl zu lesen.

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Wurden diese Tests alle ohne Beanstandung abgelegt, gilt die Augenuntersuchung als bestanden und es steht dem Ablegen der Führerscheinprüfung nichts mehr im Wege.

Doch wie sieht es bei Nachtfahrten aus?

Was die meisten Autofahrer nicht wissen: etwa ein Viertel aller Menschen sieht in der Dunkelheit schlechter als am Tag. Deshalb sollte man beim Augenarzt oder Augenoptiker auch das sog. Dämmerungssehvermögen untersuchen lassen.

So kann es nämlich sein, dass man in der Nacht kurzsichtiger ist als am Tag, Gegenstände später erkennt oder auch lichtempfindlicher ist.

Die Augen können sich im Laufe der Zeit ändern

Mit steigendem Alter kann sich das menschliche Auge verschlechtern – die Sehstärke kann abnehmen, zusätzlich können andere Krankheiten auftreten: ältere Menschen leiden häufiger am Grauen oder auch Grünen Star oder einer Makuladegeneration. Bei allen drei Krankheiten schwindet das Sehvermögen. Das ist natürlich besonders im Straßenverkehr gefährlich und sollte deshalb unbedingt behandelt werden.

Eine Sehschwäche ist leicht mit Hilfe einer Brille und den richtigen Gläsern auszugleichen.

Doch was, wenn  Sie in Ihrer Führerscheinprüfung stechend scharf sehen konnten, aber nach einigen Jahren doch eine Sehhilfe benötigen? Das bedarf keiner Änderung des Führerscheins.

Anders jedoch bei Augenkorrekturen durch Lasern. Wurden die Augen eines Autofahrers mittels Laser- Methode (Lasik oder auch einer anderen Technik) korrigiert, so muss das im Führerschein vermerkt werden. Bzw. muss die zum Führerscheinerwerb diagnostizierte Sehschwäche im Führerschein korrigiert werden. Die nicht mehr vorhandene Sehschwäche muss mit einem Attest von Augenarzt oder Optiker nachgewiesen und dieses der Fahrerlaubnisbehörde vorgelegt werden. Der Fahrer erhält daraufhin einen neuen Führerschein, der keine Sehschwäche mehr ausweist.

Da man sich schnell an das schlechtere Sehen gewöhnt wenn die Sehkraft nachlässt, ist es ratsam, sich einer regelmäßigen Kontrolle beim Augenarzt zu unterziehen – am besten einmal jährlich. Nur so können Autounfälle aufgrund eines mangelndes Sehvermögens vermieden werden – diese betragen laut Schätzungen von Experten rund 300.000 pro Jahr. Dabei sind sie so einfach zu vermeiden…

Bildquellen:

Sehtest: Wikimedia – Jeff
Rot-Grün-Schwäche: Wikimedia – Bautsch

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