Kreisverkehr in Portugal

Andere Länder, andere Sitten. Das gilt nicht nur für das allgemeine Lebensumfeld, sondern auch bzw. vor allem für das Autofahren. Wir haben schon öfter über das Fahren in anderen Ländern berichtet: z.B. in den USA, in Südafrika, Irland, China oder Bali.

Überall gelten andere Regeln und andere Gepflogenheiten. Während man sich mit Hilfe von Straßenschildern, die eine einheitliche Norm haben, ziemlich gut zurechtfinden kann, so wird es schwieriger, wenn keine Schilder vorhanden sind: z. B. gilt an einer Kreuzung in den USA nicht wie bei uns in Deutschland die Regel „Rechts vor Links“, sondern: „derjenige, der zuerst da ist, fährt zuerst!“ – oder man einigt sich irgendwie und kommuniziert mit Handzeichen.

In Bali dagegen, wird die Hupe einfach inflationär für alles eingesetzt: „Fahr du zuerst!“, „Achtung, ich überhole dich“ oder auch vor einer Kurve „Vorsicht, ich komme!“.

Wenn man sich mit diesen Formen der Kommunikation auskennt und vertraut macht, dann klappt das Autofahren richtig gut. Man muss es nur wissen…

Auch im europäischen Ausland gibt es Unterschiede

So z.B. in Portugal. Dort habe ich meinen Sommerurlaub verbracht, war mit dem Mietwagen unterwegs und habe auch so meine Erfahrungen beim Autofahren gemacht, die doch teilweise echt interessant waren.

Die Verkehrsregeln in Portugal waren an sich klar: eine anständige Beschilderung gab es selbstverständlich auch, auf Parkplätzen galt die Vorfahrtsregel „Rechts vor Links“ und es hat an sich alles problemlos funktioniert – bis ich zum ersten Kreisverkehr kam. Die Kreisel waren immer zweispurig. Ich fuhr also in den Kreisverkehr ein und blieb auf der äußeren Spur, um dann einige Ausfahrten weiter den Kreisverkehr wieder zu verlassen.

Dass das nicht das übliche Fahrverhalten der Portugiesen war, bemerkte ich schnell einige Kreisel später als ich von Einheimischen wild gestikulierend auf meinen „Fehler“ aufmerksam gemacht wurde. Wobei ich gestehen muss, dass ich mir zu diesem Zeitpunkt noch keiner Schuld bewusst war.

Bis ich von einem befreundeten Portugiesen, bei dem wir zu Besuch waren, aufgeklärt wurde: Der war nämlich Polizist und beruflich auf Lissabons Straßen unterwegs, um dort für Recht und Ordnung zu sorgen.

Der Kreisverkehr in Portugal funktioniert nämlich so: Man fährt in den Kreisverkehr – der immer zweispurig ist – ein. Will man an der ersten Ausfahrt den Kreisel wieder verlassen, so bleibt man auf der äußeren Spur – und zwar NUR dann! Nimmt man die zweite oder dritte Ausfahrt des Kreisels, so muss man immer auf die innere Spur fahren, damit die einfahrenden Autos nicht behindert werden. Anschließend fädelt man sich wieder auf die rechte Spur ein und verlässt den Kreisverkehr an der entsprechenden Ausfahrt. Eigentlich ganz einfach – wenn man das erst mal weiß. Und dieses Fahrverhalten funktioniert auch erstaunlich gut – wenn nicht irgendwelche unwissenden Touristen unterwegs sind :).

Nachdem ich erst mal erfahren haben, wie man den Kreisverkehr „richtig“ passiert, konnte ich mich anpassen und wurde nicht mehr von genervten Autofahrern gerügt.

Das solltet ihr wissen, damit es euch nicht genauso ergeht!

Bildquelle
Kreisverkehr: Wikimedia –  Miguel Ángel Romacho Contreras

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: