Seat Leon Cupra 290 vs. Seat Leon Cup Racer!

Vor ein paar Wochen wurde mir ein ganz besonderes Vergnügen zuteil. Ich durfte in einem Seat Leon Cup Racer (zusammen mit einem Rennfahrer) eine Runde über den GP-Kurs vom Nürburgring fahren. Eine sehr exklusive Geschichte, denn zu Beginn dieser Saison rollte erst das 100. Exemplar von diesen Cup-Rennfahrzeugen in Martorell (das liegt nordwestlich von Barcelona in Spanien) aus der Fertigungshalle. Ich möchte heute mal den serienmäßigen Seat Leon Cupra mit dem Cup Racer vergleichen.
Wieviel Serienfahrzeug steckt im Cup Racer und umgekehrt, wie viel Cup Racer steckt eigentlich im Seat Leon Cupra?

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Spielen wir zunächst Autoquartett. Dafür greifen wir natürlich nach ganz rechts ins Regal und vergleichen den derzeitig potentesten Seat Leon Cupra mit dem Cup Racer. Der Seat Leon Cupra 290 hat 290 Pferdchen unter der Haube, der 2.0 Liter Benziner bekam eine neue Abgasanlage, der Turbolader dreht höher und dadurch bekommt der Cupra nicht nur einen besseren Klang, sondern auch die 10 PS mehr als der Vorgänger.

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Das 4,27 Meter lange Fahrzeug aus der Golfklasse ist damit bis zu 250 km/h schnell und ein maximales Drehmoment von 350 Nm liegt hier an der Kurbelwelle an. Optional gibt es hier die Wahlmöglichkeit: Möchte man selber schalten oder die Schaltarbeit einem DSG – sprich einem Doppelkupplungs-Getriebe – überlassen und ich kann euch versichern, der Cupra bringt im Alltag schon eine Menge Spaß – nur den NEFZ-Verbrauch von 6,7 Liter auf 100 km/h wird man nicht schaffen, aber das steht ja auf einem ganz anderen Blatt Papier.

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Werfen wir nun den Blick rüber zum Cup Racer. Der Seat Leon Cup Racer bekommt – neben dem auffälligen Bodykit und der Rennausstattung – ein anderes Fahrwerk, einen einstellbaren Heckspoiler auch noch Sportreifen verpasst.

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Die Abgasanlage zeigt sich auch verändert und man hat die Wahl zwischen einem sequenziellen oder einem Doppelkupplungsgetriebe. Man sitzt in den Rennschalen auf dem Boden des Fahrzeuges, fühlt sich durch die 6-Punkt Gurte mehr als nur verbunden und stößt sich gerne auch mal den Kopf oder andere Körperteile am Käfig.

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Im Innenraum geht es sehr puristisch zu, nur die wichtigsten Schalter und Einstellmöglichkeiten stehen dem Fahrer zur Verfügung. Zur freien Verfügung hat er 330 Pferdestärken die ebenfalls aus einem 2.0 Liter großen 4-Zylinder Benziner gekitzelt werden. So weit weg vom Cup Racer ist der Seat Leon Cupra also gar nicht, was die Leistung betrifft. Und in Sachen Komfort, Alltagstauglichkeit und Zulassbarkeit ist das Serienfahrzeug dem Rennboliden natürlich auch überlegen.

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Der Seat Leon Cup Racer verfügt über eine Sicherheitszelle mit zahlreichen Verstrebungen, über ein Feuerlöschsystem, über ein leergeräumtes Cockpit. Der Fahrer blickt auf ein digitales Display mit den wichtigsten Informationen zum Fahrzustand. Dabei hat er ein Sportlenkrad mit Mitten-Markierung in der Hand. Sprich: Im Innenraum erinnert eigentlich nur der Gangwahl-Hebel vom DSG an das serienmäßige Fahrzeug.

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Äußerlich sind es dann schon die Scheinwerfer, die Außenspiegel und die Rückleuchten, an denen man den Seat Leon auf den ersten Blick erkennen kann.

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Das Serienmodell beschleunigt im besten Fall innerhalb von 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Leer bringt der Seat Leon Cupra knapp 1.4 Tonnen auf die Waage. Der Cup Racer ist ca. 120 kg leichter, verfügt über ein Drehmoment von ca. 410 Nm und dürfte daher etwas zügiger sein. Ich hatte leider keine Chance die Zeit zu messen, musste mich doch dabei eher konzentrieren, den Blick auf der Fahrbahn zu halten. 17 Kurven und 5,148 Kilometer später war ich wieder in der Boxen-Gasse. Ein Team aus unzähligen Menschen hat mir beim Ein- und wieder Aussteigen geholfen. Ich selber saß gut geschützt in einem Rennanzug mit Helm in dem Schalensitz und war echt begeistert von der Leistung des Fahrers, aber auch von dem Vortrieb des Cup-Racers. Ich sag mal so, der Lamborghini vor uns konnte uns nur auf der Geraden etwas Zeit abnehmen. Klar, die Fahrer sind bei den Taxi-Fahrten nicht Vollgas gefahren, haben nicht das letzte aus den Fahrzeugen gekitzelt – aber für mich hat es gereicht.

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Viel zu schnell ist eine Runde vorbei und wie damals schon als Kind im Karussell, hätte ich gerne noch eine Runde gedreht. Bevor nun jemand auf die Idee kommt: Nein, einen Seat Leon Cup Racer bekommt man nicht für den normalen Straßenverkehr zugelassen. Da ist und bleibt die derzeitige Sperrspitze der Seat Leon Cupra 290, der meiner Meinung nach sogar der bessere GTI ist. Ein tolles Fahrzeug, toll abgestimmt, mit einer tollen Gewichtsbalance, einem sehr guten Fahrgefühl, sehr guten Sitzen vorne und auch noch etwas Platz hinten.

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Ein Fahrzeug für den sportlich ambitionierten Familienvater, der zur Not sogar den ST – sprich den Kombi – nehmen könnte und wer das Bodykit mag, der kann sich ja mal bei den einschlägig bekannten Tuning-Händlern umsehen, denn da gibt es durchaus auch etwas mit Zulassung. Wer sich dennoch für einen Cup-Racer interessiert? Der Sound ist fantastisch, der Preis allerdings auch! Mit sequenziellem 6-Gang Getriebe muss man wohl 110.000 Euro investieren, mit dem DSG gibt es den Rennwagen knapp 25.000 Euro günstiger. Hier trumpft der Seat Leon Cupra 290 natürlich groß auf – denn den gibt es bereits ab 31.920 Euro!

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