Fahrbericht 2016 Nissan Qashqai 1.6 dCI 4×4

Wir sind den aktuellen Nissan Qashqai in Bielefeld für knapp zwei Wochen gefahren, um uns einen Eindruck von der Alltagstauglichkeit zu machen. Zu den Mitbewerbern zählen wir z.B. den Ford Kuga, den Hyundai Tucson, den KIA Sportage, den Mitsubishi ASX, den VW Tiguan, den Seat Ateca, den Opel Mokka X oder aber auch den Mazda CX-5.

2016 Nissan Qashqai Design Check

Der aktuelle Nissan Qashqai ist 4.37 m lang, 1.80 m breit und verfügt über einen Radstand von 2.64 m. Der erste Nissan Qashqai kam 2007 auf den Markt. Nissan sieht das Fahrzeug selbst als „urbanen Crossover“. Mich überzeugt er durchaus durch das gelungene Design, aber das liegt ja immer im Auge des Betrachters. Für Nissan ist er die „Cash-Cow“, denn kein anderes Fahrzeug der Japaner verkauft sich derzeitig so gut in Deutschland wie der Qashqai.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-2

2016 Nissan Qashqai 1.6 dCI 4×4 Motor Check

Unter unserer Motorhaube arbeitet ein 4-Zylinder Selbstzünder mit einem Hubraum von 1,6 Liter der eine maximale Leistung von 130 PS bei einer Drehzahl von 4.000 U/min erreicht. Das maximale Drehmoment liegt bei 1.750 U/min an der Kurbelwelle an und beträgt satte 320 Nm! Damit beschleunigt das SUV innerhalb von 10,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-11

2016 Nissan Qashqai Sicherheit Check

Die beiden Rund-Instrumente vom Nissan Qashqai zeigen sich gut ablesbar. Die beiden Displays kann man ebenfalls gut erkennen und bedienen. In unserem Testfahrzeug war ein Spurhalte-Warner verbaut, dieser piepst allerdings „nur“, was sehr schnell nerven kann. Diesen Assistenten kann man allerdings auch abschalten. Einschalten sollte man mal die Rundumsicht-Kamera, die sorgt für ein 360° Blick auf den Qashqai und erleichtert somit Ein- und Ausparkvorgänge, vor allem aber die Fahrt ins Parkhaus. Da weiß man ja oft nicht, wann denn nun der böse Bordstein kommt. Ansonsten bietet der Nissan Qashqai viele aktive Sicherheitsassistenzsysteme.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-34

2016 Nissan Qashqai Innenraum Check

Ausreichend Platz bietet der Nissan Qashqai. Der Blick auf das Cockpit lässt viel Plastik erkennen, das allerdings im Vergleich zum eigenen Vorgänger nun optisch besser aussieht. Der Qashqai bietet viele praktische Ablagen. Die Kopf- und Beinfreiheit geht vorne und hinten vollkommen in Ordnung und der Qashqai empfiehlt sich auch als Familienfahrzeug. Zwei Kindersitze passen ohne Probleme auf die Rückbank, die Gurte sind ausreichend lang (selbst für Maxi-Cosi-Befestigungen). Leider fehlt dem Fahrzeug hinten der Einklemmschutz bei den elektrischen Fensterhebern.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-24

2016 Nissan Qashqai Kofferraum Check

Das Kofferraumvolumen wird mit 430 Liter angegeben. Klappt man die zweigeteilten Rücksitzlehnen um, steht ein Volumen von 1585 Liter zur Verfügung. Wem das Platzangebot nicht reicht, der wird sich über die Dachlast von 75 kg freuen – aber nicht vergessen: Auch das, was man auf das Dach lädt, gehört zur maximalen Zuladung. Und die liegt bei unserem Nissan Qashqai 1.6 dCI 4×4 bei 356 kg – da wird es dann natürlich schon etwas eng. Vor allem, wenn man mit vier Personen und einem beladenen Kofferraum unterwegs ist. Die Kofferaumbeleuchtung ist verbesserungswürdig, ggf. hilft hier schon eine LED-Nachrüstung. Der Kofferaumboden ist variabel, entweder man hat eine kleine Stufe oder aber eine Staufläche unterhalb einer Abdeckung.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-13

Nissan Qashqai 1.6 dCI 4×4 Verbrauch Check

Ich war positiv überrascht. Vom NEFZ Verbrauch war ich mit einem Mehrverbrauch von knapp 1,5 Liter auf 100 km gar nicht so weit entfernt. NEFZ sagt: 5.1 l/100 km, getankt wird hier natürlich Diesel und das sorgt für einen CO2-Ausstoß von 133 g/km. Der Tank fasst bei unserem Modell 65 Liter. Die Tankklappe ist design-technisch wohl noch aus den 80er Jahren.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-37

Nissan Qashqai Fahreindruck Check

Kaum zu glauben, nur knapp 20% der Nissan Qashqai Käufer entscheiden sich für ein Allrad-Modell. Daher lässt sich schon fast ableiten, dass es gar nicht um die Vorteile vom Allrad geht, sondern eher um die höhere Sitzposition. Die bietet der Nissan Qashqai natürlich und Fahrer und Beifahrer sitzen sogar auf sehr bequemen – und meiner Meinung nach auch langstreckentauglichen – Sitzen. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, die Lenkung ist angenehm direkt und leichtgängig. Das bei uns verbaute Allrad-System schaltet sich erst ein, wenn die Vorderachse an Traktion verlieren könnte. Im Regelfall wird der Nissan Qashqai also über die Vorderachse angetrieben, das schont den Geldbeutel, denn das spart Kraftstoff. Das manuelles 6-Gang Schaltgetriebe hat mich ebenfalls überzeugt, auch hier gibt es nichts zu meckern.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-28

Der Wendekreis beträgt 10.7 Meter, maximal darf der Nissan Qashqai knapp über 2 Tonnen wiegen. Das Gewicht merkt man dann am Kurveneingang. Die Bremsanlage ist ausreichend groß dimensioniert und das Fahrzeug lässt sich gut verzögern. Bei einem unfreiwilligen Ausweichtest hat sich das Fahrzeug nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich hatte durchaus ein sehr gutes Gefühl im aktuellen Nissan Qashqai.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-5

Nissan Qashqai 1.6 dCI 4×4 (N-Connecta) Kosten Check

In der Basis startet der 2016 Nissan Qashqai 1.6 dCI 4×4 (N-Connecta) ab 19.990 Euro, wählt man unsere Motor- und Getriebekombination muss man mindestens 32.150 Euro investieren. Dank einiger Optionaliäten wird unser Nissan Qashqai knapp darüber gelegen haben. Bei der Versicherung liegen die Einstufungen aktuell wie folgt: Haftpflicht 14, Teilkasko 22, Vollkasko 19! Die Jahressteuer beträgt derzeitig 228 Euro pro Jahr! Serienmäßig rollt der Qashqai auf 16″ Felgen, bis zu 19″ große Felgen können in die Radhäuser einziehen. Das schmälert den Komfort aber auch den Geldbeutel, da die Reifenpreise natürlich auch steigen.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-38

Fazit

Den Zielgruppen-Check können wir uns beim aktuellen Nissan Qashqai ersparen, denn der passt für alle, die ihn optisch gut finden. Für ihn sprechen der günstigere Einstiegspreis und der sparsame Dieselmotor. Nur den gibt es auch mit dem gefahrenen Allrad-System. Der Fahrkomfort hat mich überzeugt, ebenfalls das Platzangebot vorne und hinten. Wer nun noch die Nadel im Heuhaufen suchen möchte, der mag eventuell die hohe Ladekante nicht. Was Nissan definitiv verbessern muss: Hinten fehlt, wie schon erwähnt, immer noch der Einklemmschutz. Kleines Bauteil, geringe Kosten, großer Mehrwert für Familien. LED Scheinwerfer gibt es nur in der größten Ausstattungs-Linie. Wer auf der Suche ist nach einem SUV bzw. Crossover, der muss meiner Meinung nach dem Qashqai eine faire Chance geben, denn er punktet nicht nur beim günstigen Basis-Preis.

nissan-qashqai-jens-stratmann-fahrbericht-3

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: