2016 BMW X3 xDrive35d Fahrbericht

SUVs sind und bleiben im Trend. Der BMW X3 hat zahlreiche Mitbewerber und es werden derzeitig fast täglich mehr. Zu den Mitbewerbern zählen wir z.B. den Audi Q5, den Mercedes-Benz GLC, den Porsche Macan, den Jaguar F-Pace oder aber auch den Volkswagen Tiguan. Hergestellt wird der BMW X3 bereits seit 2003. Im Jahre 2010 kam die zweite Version auf den Markt und im Juni 2014 erfolgte ein Facelift. Wir sind die stärkste Version gefahren und wollen überprüfen, wie sportlich so ein Utility Vehicle wirklich sein kann.

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2016 BMW X3 Design Check

Genau dieses Facelift sind wir nun gefahren. Der aktuelle BMW X3 ist 4.66 Meter lang, 1,88 Meter breit (mit Außenspiegel 2,09 Meter) und verfügt über einen Radstand von 2,81 Meter. Dazwischen ist viel Platz für die Passagiere und natürlich auch für das ein oder andere Design-Element. An der Front wirkt der breite Stoßfänger im Zusammenspiel mit der großen Doppel-Niere. Die Scheinwerfer flankieren das Design. Wahlweise gibt es hier Xenon- oder Voll-LED Technik. Eine Designlinie an der Seite soll die Keilform unterstreichen, der BMW X3 soll nämlich besonders sportlich bzw. dynamisch wirken. Das Heck unterstreicht das Statement und die LED Rückleuchten runden das ganzheitliche Design-Bild ab. Wir sind die sogenannte xLine gefahren, hier sind einige Bauteile in satinierter Optik gehalten.

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2016 BMW X3 xDrive35d Motor Check

Unter unserer Motorhaube versteckt sich ein BMW TwinPower Turbo Reihen 6-Zylinder Dieselaggregat. 3.0 Liter Hubraum, verteilt auf sechs Zylinder. Bis zu 313 Pferdestärken können hier mobilisiert werden und zwischen 1.500 und 2.500 U/min liegt ein maximales Drehmoment von 630 Nm an der Kurbelwelle an.

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Ja, der BMW X3 mit dem großen Diesel-Motor meint es durchaus ernst, wenn man von einem Sports Utility Vehicle spricht – denn innerhalb von 5,3 Sekunden beschleunigt der BMW X3 mit der gerade vorgestellten Motorisierung von 0 auf 100 km/h. Der Vortrieb würde erst bei Tempo 245 km/h enden. Unser Testfahrzeug ist mit Winterreifen ausgestattet, somit war bei unseren Testfahren bei Tempo 210 km/h das Ende der temporären Fahnenstange erreicht.

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2016 BMW X3 Technik Check

Unser Testwagen war nicht komplett ausgestattet, das wirkt sich positiv auf den Endpreis aus, aber so können wir natürlich nicht alle technischen Optionalitäten testen. Der serienmäßige Fahrerlebnisschalter bietet die Wahl zwischen dem Standard-Modus COMFORT, einem auf Effizienz ausgerichteten ECO PRO Modus oder dem SPORT Modus, der noch dynamischeres Fahren ermöglicht. Je nach Einstellung werden die Kennlinien der Motor- und Getriebesteuerung angepasst. Das intelligente BMW Allradsystem xDrive passt sich den Fahrsituationen automatisch an, sorgt für ständige Traktion und dafür, dass weitere Sicherheitssysteme – wie z.B. das DSC – nur wenig eingreifen müssen. BMW verspricht „Traktion, Spurstabilität und Fahrsicherheit – mit der BMW typischen Dynamik“ und übertreibt damit meiner Meinung nach nicht.

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2016 BMW X3 Sicherheit Check

Im aktuellen BMW X3 fühlt man sich sicher. Das liegt sicherlich auch an der hohen Sitzposition, man hat ja somit alles im Blick. Airbags sowie die Seiten- und Kopfairbags bieten gezielten Schutz für Fahrer und Beifahrer und wenn der Fahrer es dann doch einmal übertreibt, dann fängt ihn die Technik wieder ein. Das DSC (die dynamische Stabilitäts-Kontrolle) wird aktiv, sobald es eine Schleuderneigung erkennt. Dann wird der BMW X3 stabilisiert. BMW liefert noch einen Anfahr- und einen Bremsassistenten und auch eine Bergabfahrhilfe.

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2016 BMW X3 Innenraum Check

Hier kann man sich wohlfühlen. Bequeme Sitze erwarten die Passagiere, der Fahrersitz lässt sich gut einstellen – das gleiche gilt für die Gurthöhe und das Lenkrad. Eine gute und geeignete Sitzposition ist also schnell gefunden. Das Armaturenbrett ist BMW typisch dem Fahrer zugeneigt, die Beinfreiheit vorne und hinten ist famos und die Instrumente lassen sich gut und schnell erfassen. Das Head-Up Display zeigt die wichtigsten Informationen, selbst vom Infotainment-System. Dieses lässt sich über die Lenkradfernbedienung oder über das Verstellrad vor der Mittelkonsole verstellen.

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Der BMW X3 überzeugt auch durch zahlreiche Ablageflächen und die Verarbeitung ist hochwertig. Die Bedienung erfolgt intuitiv. Lässt man den Blick vom Fahrersitz einmal schweifen, sieht man allerdings die breiten Dachpfosten, welche die Rundumsicht erschweren. Hier kann man dann durchaus die 360° Kamera empfehlen, die in unserem Fahrzeug leider nicht verbaut war. In einem engen Parkhaus muss man ansonsten die Ausmaße seines Fahrzeuges schon gut kennen.

2016 BMW X3 Kofferraum Check

Das Kofferraumvolumen vom BMW X3 wird mit 550 Liter angegeben. Klappt man die Rücksitzlehnen um, steht ein Volumen von bis zu 1600 Liter zur Verfügung. Wem das nicht reicht, unser BMW X3 empfiehlt sich mit dem großen Diesel auch als Zugmaschine. Bis zu 2,4 Tonnen darf der X3 ziehen.

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2016 BMW X3 xDrive35d Verbrauch Check

Laut NEFZ verbraucht unser BMW X3 6.0 l/100 km! Ein Wert, den ich bei Stadt- und Autobahnfahrten nicht erreichen konnte. Ich würde den 67 großen Tank vermutlich nach knapp 700-750 km geleert haben. Wer also häufiger zügig unterwegs ist, wird den Mehrverbrauch definitiv spüren.

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2016 BMW X3 xDrive35d Fahreindruck Check

Das 8-Gang Steptronic Getriebe ist ein Traum: Butterweiche Schaltvorgänge, die man im Innenraum kaum spürt. Die Lenkung ist direkt und die Rückmeldung an den Fahrer ist einwandfrei. Natürlich kann man so ein SUV nicht mit den anderen sportlichen Fahrzeugen aus dem Hause BMW vergleichen, aber für ein SUV geht das hier vollkommen in Ordnung.

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Das Fahrwerk zeigt sich komfortabel abgestimmt. Der adaptive Tempomat erleichtert einem das Leben im Stop & Go-Verkehr, hier fehlte mir nur ein aktives Spurhalte-System zu meinem persönlichen Glück. Ansonsten fährt sich der BMW X3 wirklich gut. Der kultivierte Motor hat dank seiner Leistung keinerlei Schwierigkeiten mit dem Gewicht vom X3. Immerhin wiegt dieser fast zwei Tonnen, mit Beladung und Passagieren darf er bis zu 2,4 Tonnen auf die Waage bringen.

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Der Wendekreis vom BMW X3 beträgt 11.9 Meter – mal eben in der Dorfstraße wenden geht also nicht! Einen Verbrauch von 6.0 Liter auf 100 km schafft man vermutlich auch nicht, aber das steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

2016 BMW X3 Kosten Check

In der Basis startet der aktuelle BMW X3 bei 38.900 Euro. Zugegeben, ein Lockvogel-Angebot – kaum einer wird sich einen „nackten X3“ bestellen. Wählt man unsere Motor- und Getriebekombination muss man mindestens 58.900 Euro investieren. Dank einiger Optionaliäten schätzen wir den Testwagenpreis auf knapp 75.000 Euro.

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Bei den Versicherungsklassen wird der BMW X3 wie folgt eingestuft: Haftpflicht 23 / Teilkasko 25 / Vollkasko 23 und 409 Euro Steuern müssen für das Fahrzeug derzeitig auch noch abgeführt werden.

2016 BMW X3 Fazit

Ein Zielgruppen-Check macht bei diesem Fahrzeug keinen Sinn, denn der BMW X3 passt für alle Zielgruppen. Die Best Ager freuen sich über den einfachen Einstieg und die hohe Sitzposition, die Familien über das reichhaltige Platzangebot vorne und hinten sowie den Kofferraum. Alle bis April 2016 produzierten X3 mussten wegen Problemen an der Isofix-Befestigung für Kindersitze zurück in die Werkstatt. Eine Rückrufaktion für die Kindersicherheit. Der Mittelplatz hinten ist übrigens nicht für Kindersitze freigegeben.

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Wie viel Sport steckt denn nun drin in der Bezeichnung SUV beim BMW X3? Eine ganze Menge. Alleine die Beschleunigung in unter 6 Sekunden auf Tempo 100. Das sind Sportwagen-Werte! Wer den BMW X3 versucht, etwas zügiger durch die Kurven zu fahren, wird vom hohen Aufbau limitiert und auch die Elektronik wird irgendwann eingreifen. Unter uns? Wenn die Elektronik eingreift, hat der Fahrer es vermutlich übertrieben und war sehr wahrscheinlich nicht mehr im erlaubten Geschwindigkeitsbereich unterwegs bzw. hat vor der Kurve nicht verzögert. Am Kurveneingang, da merkt man das Gewicht, aber ansonsten fährt sich der X3 richtig leichtfüßig.

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Der Preis ist natürlich heiß, aber das Facelift gibt es ja bereits ab 2014 und auch als Gebrauchtwagen ist der BMW X3 interessant! Vermutlich braucht man den größten Antrieb auch gar nicht. Der Vorgänger (von 2003-2010 gefertigt) hatte noch ein paar typische Schwachstellen / Mängel, diese wurden von BMW bei der zweiten Baureihe vom BMW X3 ausgemerzt. Der BMW X3 wurde mit dem zweiten Modell (in meinen Augen) attraktiv und mit dem Facelift dann auch noch liebens- und kaufenswert. Wertstabil bleibt er auch, was will man eigentlich mehr?

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