Weltpremiere: Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet – Mehr-Wert!

Los Angeles, die Stadt der Engel, kurz auch L.A. genannt. Die größte Stadt in Kalifornien, der größte Standort für die Flug- und Raumfahrtindustrie und natürlich auch bekannt für die Stars & Sternchen aus Hollywood. Heute, am Vorabend zur L.A. Auto Show 2016, gesellt sich ein neuer Star hinzu, auch wenn der noch keinen Stern auf dem Walk of Fame bekommen hat: Das Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet. Die Fahrzeugklasse, die perfekt zu dieser besonderen Stadt passt, denn schließlich bietet L.A. eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 18° und Luxusfahrzeuge fahren den ganzen Tag über den Rodeo Drive in Beverly Hills. Die deutsche Partnerstadt von Los Angeles ist übrigens Berlin und beide Städte eint, dass das Autofahren zur Rush Hour nicht besonders viel Spaß macht.

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Doch nun endlich: Vorhang auf, Bühne frei, Licht aus, Spot an, für den neusten Star am Automobil-Himmel:

Es war einmal eine Zeit, da machte sich die Elektrifizierung breit. Ein V8 oder V10, war nicht mehr so gern gesehn. Die großen Verbrenner, sie sterben aus. Doch einige Hersteller machen sich da nichts raus und wenn man denkt, es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo ein Mercedes-Maybach her.

Habe ich bis dato die offene S-Klasse als das vermutlich beste Cabriolet der Welt gefeiert, so muss ich dieses nun revidieren.
Nicht V8 oder V10 – nein 12 Zylinder-Motoren! Vollkommen aus der Mode gekommen, fast nicht mehr auf der Straße anzutreffen. Eine aussterbende Art. Umweltschützer werden nun gleich Bluthochdruck bekommen und andere werden sich ausrechnen, wie viele Quadratmeter Wohnraum man sich wohl leisten könnte, für das Schmuckstück auf Räder.

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Das ist das Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet. Das Beste oder Nichts auf die Spitze getrieben. Noch nie passte der Claim von Mercedes besser als zu diesem Fahrzeug. Stark limitiert auf 300 Stück, zu einem Preis ab 300.000 Euro (netto) eingepreist und so unvernünftig, dass es mich magisch anzieht. Es tut mir leid, ich kann hier leider nicht aus meiner Haut. Ich liebe bereits einen V8, bei einem V12 werde ich automatisch schwach. Das ist Motorenkunst, eine Laufruhe, die seines gleichen sucht und unter uns: Die Anzahl der verkauften V12-Modelle sind so klein, dass man den Anteil dieser Motoren im Hinblick auf Umweltschutz und CO2-Bilanz ruhig auch mal vernachlässigen kann.

Der Mercedes-Maybach S 650 basiert auf der offenen vollausgestatteten Mercedes-Benz S-Klasse. Exklusive Mercedes-Maybach Merkmale sind z.B. eine neue Frontverkleidung und zahlreiche Chromteile, dazu detaillierte Veränderungen im Innenraum: Beheizte Armlehnen, ein Föhn für den Nacken, eine sensorgesteuerte Klimaanlage.

Meiner Meinung nach wunderschöne, 20″ große, Schmiederäder in den Radhäusern! Yacht-Feeling im Innenraum und alles was man sich beim S-Klasse Cabriolet als Optionalität wünschen kann, ist hier bereits serienmäßig verbaut. Selbst auf die Swarovski-Scheinwerfer muss hier keiner verzichten.

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Unter der formschönen, langen Motorhaube versteckt sich ein 6,0 Liter BiTurbo V12. 463 kW! Das sind 630 Pferdestärken. Damit beschleunigt das Cabriolet innerhalb von 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Die Gewichte sind noch nicht bekannt, ich tippe aber auf knapp 2,2 Tonnen, die hier bewegt werden. Das Gewicht dürfte man am Kurveneingang merken. Die großen Schmiederäder verwehren mir leider den Blick auf die Bremsanlage, aber die scheint auch ausreichend groß dimensioniert, um das Fahrzeug wieder einzufangen. In 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, das sind Supersportwagen-Werte.

Das muss wie fliegen sein, nur schöner. Die Kraft wird vom Motor über die 7G-Tronic auf die Hinterachse geleitet. Das Luftfahrwerk mit stufenloser Dämpfereinstellung dürfte dafür sorgen, dass man sich wie auf einem Wolkenteppich fühlt oder es aber sportlich angehen lassen kann.

Der 6.0 Liter V12 ist bärenstark, bis zu 1000 Nm liegen hier an der Kurbelwelle an. Ein Drehmoment-Wert, bei denen noch vor wenigen Jahren sämtliche Getriebebauteile gestreikt bzw. sich in ihre Einzelteile zerlegt hätten.

Die pure Unvernunft, aber wer will schon wirklich immer vernünftig sein? Wer sich für ein Fahrzeug entscheidet, dass netto über 300.000 Euro kostet, den wird es nicht interessieren, dass bereits der NEFZ-Verbrauch mit 12 Liter auf 100 km angegeben wird. Ohne ihn gefahren zu sein, vermute ich mal, dass man den Wert auch locker verdoppeln kann.

Das passt irgendwie gar nicht zum aktuellen Trend, oder? Smog gehört zu Los Angeles,  wie die Hollywood Hills, die Stars und die Sternchen, aber das steht heute ausnahmsweise mal auf einem anderen Blatt Papier. Wie schon erwähnt, das Fahrzeug ist ja sowieso streng limitiert.

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Der Verbrauch muss ja überall runter, die Elektrofizierung der Automobilität wird groß geschrieben und dann kommt Mercedes-Maybach und schwimmt hier komplett gegen den Strom. Dafür muss man das Unternehmen schon fast lieben. Vor allem aber, dass es auch im Jahre 2017 noch ein paar V12-Exoten geben wird.

Dank dem Burmester Soundsystem, mit einer Leistung von bis zu 1.520 Watt, fährt hier hier die gute Laune (wenn die Musik passt) fast automatisch mit. Dieses limitierte Cabriolet wird schnell ausverkauft sein, da bin ich mir ziemlich sicher.

Eigentlich schade, dass das Fahrzeug auf 300 Stück limitiert ist. Das schmälert die Chance so ein Cabriolet mal in freier Wildbahn zu sehen. Wobei man vermutet, dass knapp ein Drittel in Deutschland verbleiben werden. Wer die Chance hat mal Platz zu nehmen, der wird sich über ein Luxus-Ambiente erfreuen können. Dem Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet vorbehalten sind z.B. Zierteile in designo Magnolie Nussbraun. Aber auch weitere Farben sind möglich.

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Mercedes-Maybach Logos dominieren im Innenraum, in dem man auch auf die Exklusivitiät hingewiesen wird. So findet man z.B. einen verchromten „1 of 300“ Hinweis auf dem Getränkehalter.

Interessant: Das Fahrzeug wird mit einem passenden Kofferset und einer Abdeckhülle geliefert, hier bekommt man wirklich den puren Luxus. Auf den Markt kommt das Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet im Frühjahr 2017. Wer weiß, eventuell gewinne ich bis dahin ja noch im Lotto? Eventuell setze ich nächstes Jahr in Las Vegas auch mal beim Roulette auf die 7? Das Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet ist nämlich die Nr. 7! Seit der Neueinführung der Mercedes-Benz S-Klasse Limousine im Jahr 2013 folgte das Mercedes-Benz S-Klasse Coupe, das S-Klasse Cabrio, die verlängerte Version, der Maybach und der Pullman.

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Somit wird aus dem Maybach Cabriolet nun sicherlich automatisch nicht die verflixte 7, sondern vermutlich eine neue Glücksnummer für das Unternehmen. Auch wenn man in L.A. maximal 65 Mph fahren darf, gehe ich stark davon aus, dass der amerikanische Markt das Fahrzeug lieben wird. Die restlichen Modelle gehen in den fernen Osten und ich würde mich auch freuen, ein zwei Fahrzeuge mal in Europa zu sehen. Was es sonst noch so in L.A. auf der Auto Show zu sehen gab? Das seht ihr am Freitag!

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