2016 Seat Toledo – Fahrbericht – Test – Check

Der aktuelle Seat Toledo feierte im Jahr 2012 auf dem Pariser Automobil-Salon seine Weltpremiere, dennoch ist er im aktuellen Straßenbild von Deutschland ein Exot und selbst einige Autofans wussten nicht, dass der spanische Hersteller mit den deutschen Wurzeln so eine Bauform im Angebot hat.

Ein Fahrzeug mit einer sehr klassischen Formgebung, ein Fließheck. Schnell wird klar, der Seat Toledo basiert auf dem Skoda Rapid, nutzt also die Vorteile des Konzernbruders. Dabei bringt er aber seinen ganz eigenen Charme mit. Wir sind den Seat Toledo in der FR-Line gefahren, die macht optisch dann schon etwas mehr her.

Seat Toledo Design-Check

Ein klassisches Fließheck, mit ein paar scharfen Kanten. Ich mag das. Ich mag das wirklich und auch wenn es nun welche gibt, die Ihre Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Ich finde das Design sogar sportlich. Das liegt sicherlich auch am FR-Line Logo im Kühlergrill, den Voll-LED Scheinwerfern, den 17″ Felgen und den LED Rückleuchten.

Seat Toledo Innenraum-Check

Im Innenraum erinnert vieles an den Skoda Rapid bzw. an den Konzern-Baukasten. Das bringt Vorteile mit sich: Man findet sich schnell zurecht, alle Bedien-Elemente sind am richtigen Fleck. Die beiden Rundinstrumente lassen sich sehr gut ablesen, in der Mitte gibt es ein weiteres Display. Hier kann man sich z.B. die Navigationshinweise oder aber auch die Geschwindigkeit anzeigen lassen. Das Infotainment-System ist mir persönlich etwas zu tief angebracht – es ist dafür aber State of the Art und mit den modernsten Konnektivitätsmöglichkeiten ausgestattet. Dank Apple CarPlay & Co kommuniziert es mit den Smartphones und spielt auf Wunsch auch die eigene Musik ab. Die Klimaanlagen-Bedienung erfolgt intuitiv und das gilt auch für sämtliche anderen Bedienelemente im Seat Toledo. In der FR-Line sitzen die Passagiere auf bequemen FR-Line Sportsitzen. Alcantara und Leder ist hier die gewünschte Kombination – mit sauberen Nähten versehen, auch ansprechend für die Augen.
Der Fahrersitz ist gut einstellbar, das Lenkrad ebenfalls und kleinere Fahrer freuen sich über die Gurthöhenverstellung. Ich freue mich über die Armlehne, die sogar noch ein kleines Fach beherbergt.

Es gibt ausreichend Platz vorne und auch hinten, vier Personen finden hier bequem Platz. Die Kinder können sich hinten gut alleine an- und wieder abschnallen und es gibt einen Einklemmschutz für die Fensterheber.

Seat Toledo Fahrbericht

Unter unserer Haube werkelt ein 85 kW starker und 1.6 Liter großer Selbstzünder. Der Diesel gibt ein maximales Drehmoment von 250 Nm ab. Die Kraft geht dann über ein manuell geschaltetes 5-Gang Getriebe auf die Vorderräder. Im besten Fall könnte man nun innerhalb von 10 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und wenn man viel Zeit hat, dann liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 201 km/h. Machen wir uns nichts vor, mit dem 116 PS starken TDI wird der Toledo nicht zum Rennwagen: Er sieht auf den ersten Blick sportlicher aus, als er eigentlich ist. Aber vom Fahreindruck bin ich dennoch begeistert. Er fährt sich leicht. Klar, bringt ja leer auch nur 1,3 Tonnen auf die Waage. Die Lenkung ist leichtgängig und die Bremsanlage ist fein zu dosieren. Fährt man um die 140 km/h wird es im Innenraum lauter und man würde sich einen 6. Gang wünschen, aber für die Stadt und für die Landstraße ist mit man dem Selbstzünder ausreichend gut motorisiert. Unser Fahrzeug war gut ausgestattet, so konnte ich mich beim Einparken auf die Ultraschall-Sensoren und auf die Rückfahrkamera verlassen, denn das Fließheck nimmt natürlich etwas von der Rundumsicht-Möglichkeit. Kommen wir nun also zum Highlight des Seat Toledos, zum Gepäckabteil.

Seat Toledo Kofferraum-Check

Der Kofferraum vom Seat Toledo hat es wirklich in sich. Zwischen 550 und 1490 Liter stehen hier zur Verfügung. Da verzeiht man ihm ja fast schon die hohe Ladekante und die Stufe. Die Rücksitzbank ist im Verhältnis 60:40 umlegbar und in der Mitte gibt es noch eine Durchreiche. Mit einer Zuladung von 535 kg zeigt sich der Toledo auch größeren Lasten-Touren gewappnet und zur Not darf er auch Anhänger mit einer Anhängelast von bis zu 1,2 Tonnen ziehen.

Seat Toledo Kosten-Check

Ausreichend Platz bietet er also, kommen wir zum Preis. Beim Seat Toledo geht es ab 17.990 Euro los. Mit unserer Motor- und Getriebe-Kombination muss man mindestens 25.190 Euro bezahlen, dann allerdings auch schon in der FR-Style Ausstattung. Als Extras hatten wir noch das große Infotainment-System, das Keyless-Go System, eine abnehmbare Anhängerkupplung, die Voll-LED Scheinwerfer, die Navi-Karten für Europa, das digitale DAB+, Fulllink (CarPlay und Co.) und die Rückfahrkamera an Bord. Zusätzlich gab es noch für die Front vom Seat Toledo die Ultraschall-Einparkhilfe, wobei man die meiner Meinung nach für vorne gar nicht braucht: Hier zeigt sich der Seat Toledo nämlich sehr übersichtlich. Unterm Strich würde unser – in Kirsch-Rot lackierter – Seat Toledo 29.110 Euro kosten. In der Versicherung wird der Toledo mit unserem Motor in den Klassen KH 17 / VH 20 / TK 21 eingestuft. Er soll sich mit einem Verbrauch von 4,2 Liter begnügen, bei meiner Fahrweise sind 6,7 Liter durch die Brennräume geflossen. Kurzstrecken mag halt kein Auto – besonders dann, wenn man im Winter noch die Klimaanlage, die Sitzheizung und die Heckscheibenheizung eingeschaltet hat – denn jeder elektrische Verbraucher benötigt unterm Strich natürlich auch Kraftstoff. Kraftstoff sparend sind die LED-Scheinwerfer und Rückleuchten und die empfehle ich ausgesprochen! Die LED-Scheinwerfer sind mit einem Aufpreis von 1.190 Euro zwar nicht gerade günstig, der Sicherheitsgewinn wäre mir das aber wert. Was ich richtig super finde: Hier wurde nicht aus „Gewichtsgründen“ ein kleiner Tank verbaut. 55 Liter passen hinein und wenn man dann noch etwas sparsamer unterwegs ist als ich, kann man sicherlich auch 1000 km ohne Tankstop schaffen.

Seat Toledo Fazit und Zielgruppen-Check

Ich finde den Seat Toledo richtig klasse! Vor allem, wenn man auch mal das Preis-Leistungsverhältnis im Blick hat. Machen wir nun also unseren Zielgruppen-Check:

Seat Toledo für Singles / Paare?
Klar geht das, aber gerade für die Zielgruppe hat Seat schon noch emotionalere Fahrzeuge im Portfolio. Wie wäre es mit einem Seat Ibiza oder einem Seat Leon als Cupra? Die machen richtig viel Spaß und wenn man später etwas mehr Platz braucht, kann man ja immer noch umsteigen.

Seat Toledo für Familien mit einem Kind?
Das passt hervorragend. Wie gesagt, die Kante und die Stufe muss man im Blick haben, dafür kann man auch schnell den kompletten Kofferraum überblicken. Kindersitze hinten sind gar kein Problem und dank den großen Türen kann man die Kinder hinten auch noch richtig gut anschnallen.

Seat Toledo für Familien mit zwei Kindern? Der Seat Toledo bietet natürlich etwas weniger Platz als ein richtig großer Kombi. Wer also über ein erhöhtes Platzangebot verfügen will, der sollte sich ggf. mal bei den Kombis umschauen – vor allem auch, wenn tatsächlich noch zwei Kinderwagen transportiert werden müssen.

Seat Toledo für die Best Ager? Im Seat Ateca z.B. sitzt man schon etwas höher und der Kofferraum ist vermutlich auch rückenschonender als beim Seat Toledo. Denke ich an meinen Vater, dann würde ich ihm vermutlich eher zu einem Seat Ateca raten, als zu einem Seat Toledo.

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: