CES 2017: BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen Preview

Wenn ihr diese Zeilen hier lesen könnt, sitze ich vermutlich gerade in einem Flugzeug. Von Deutschland geht es in die USA. Denn dort finden (wie in jedem Jahr) die ersten beiden wichtigen Messen für die Automobilbranche statt. Zunächst geht es nach Las Vegas.

Viva Las Vegas! Die Stadt, die niemals schläft. Die Stadt der Superlative. Die Stadt der Illusionen und der oft zerplatzten Träume. Viel Geld wurde hier schon in den Casinos gewonnen, viel Geld auch verloren – denn eines dürfte inzwischen klar sein: Am Ende gewinnt immer die Bank.

Las Vegas ist aber inzwischen auch in der Automobil-Branche als Austragungsort von interessanten Messen bekannt. So gibt es z.B. mit der SEMA eine interessante Tuning-Show – oder eben im Januar die CES. CES bedeutete mal Consumer Eletronics Show. Früher war auch ein „International“ vorangestellt, aber die Organisatoren der CES haben darum gebeten, die Messe nur noch CES zu nennen. „The trade fair formerly known as International Consumer Electronics Show“ wäre auch ein zu langer Titel oder?

Als Besucher kommt einem Las Vegas vor wie ein virtueller Raum: Diese riesigen Casinos, die unfassbaren Fassaden, die vielen blinkenden Lichter und überall gibt es Musik. Hinter die Kulissen sollte man vermutlich nicht blicken. In den Casinos gibt es neben den richtigen Spieltischen natürlich viele Slot-Maschines. Digitale Spielautomaten und das Wort „digital“ – das wird auch die diesjährige CES beherrschen. Digital, vernetzt und autonom – das sind die Visionen, die dieses Jahr gezeigt werden.

Mit diesem Beitrag möchte ich schon ein wenig Geschmack auf die CES Berichterstattung machen. Ich selber will dieses Jahr eintauchen, mich einfangen lassen von den digitalen Möglichkeiten im Auto. Ich will sehen, ob das ganze was für mich ist oder ob ich doch der analoge Typ bin. Wir werden über Sicherheit sprechen, aber auch über Luxus. Über Elektrofahrzeuge und über ganz ausgefallene Ideen. Hach, ich freue mich auf die CES.

Was gibt es Neues von Audi, VW, BMW und Co.?

Audi zeigt nichts! Die überlassen den großen Auftritt dem Mutterkonzern Volkswagen, der einen richtig großen Auftritt plant. Dank einer eigenen Volkswagen Smartphone-App, wird der Messebesucher zum digitalen Testpiloten. In der Zukunft soll der Kunde scheinbar alle Mobilitäts- und Infotainment-Dienstleistungen über seine Volkswagen User-ID verwalten. Dafür gibt es eine neue eigene digitale Plattform.

Die Marke Volkswagen auf der CES 2017: Interaktive Volkswagen APP ist der Schl¸ssel zum persˆnlichen digitalen Erlebnis auf der CES 2017

© Volkswagen 2017

Vorteile: Wechselt der VW-Fahrer häufig die Fahrzeuge (Mietwagen, Geschäftswagen, Privatfahrzeug) so kann er in der Zukunft seine persönlichen Einstellungen überallhin mitnehmen – inkl. Lieblingsmusik, richtige Sitzeinstellung und Anzeigenkonfiguration. Das mag eventuell kein Sicherheitsgewinn sein, aber ich persönlich hasse nichts mehr, als die Fahrzeuge jedes Mal neu einzustellen, also ist es ein Luxus-Gewinn – ein Komfortdienst den ich mir gefallen lassen würde (wohlwissend, dass Volkswagen dafür meine Daten haben möchte).

Über die Volkswagen CES-App kann der CES-Besucher sein eigenes Profil erstellen. Er bekommt also für die Messe eine virtuelle User ID um das System im Connected Car zu testen. Finde ich gut! Die App habe ich mir heruntergeladen, das will ich ausprobieren.

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Ausprobieren möchte ich auch die Bedienelemente die Zukunft: Denn neben Touch, Sprachsteuerung, klassischer Bedienung und Gestensteuerung verspricht Volkswagen einen Ausblick auf intuitive Bedienmöglichkeiten. Auf die bin ich gespannt!
Ihr merkt schon, auf der Messe geht es nicht unbedingt um neue Fahrzeuge, sondern mehr um neue Technologien.

Das zeigt BMW auf der CES 2017!

Aus München, also von BMW, kommen auch neue Bedienmöglichkeiten. Besser gesagt, einen erneuten Ausblick auf das Interieur der Zukunft – auch darauf freue ich mich! BMW HoloActive Touch: Klingt nach Science Fiction, Raumschiff Enterprise und Zukunft oder?

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© BMW 2017

Die Beschreibung liest sich wie in einem guten Drehbuch:

„Das Bild einer vollfarbigen Anzeige wird – ähnlich wie beim Head-Up Display – durch geschicktes Spiegeln erzeugt, jedoch nicht auf der Windschutzscheibe, sondern freischwebend im Innenraum dargestellt. Es zeigt frei konfigurierbare Schaltflächen und wird neben dem Lenkrad auf Höhe der Mittelkonsole für den Fahrer sichtbar sein. In diesem, für den Fahrer komfortabel erreichbaren Bereich erfasst eine Kamera seine Handbewegungen. Sie registriert dabei insbesondere die Position der Fingerspitzen. Sobald diese eine der virtuellen Schaltflächen berühren, wird ein haptischer Impuls ausgesendet und die verknüpfte Funktion aktiviert.“

Das kann man vermutlich nicht beschreiben, wenn man es nicht selbst gesehen bzw. erlebt hat. Das will ich tun. Darum schaue ich mir am BMW Stand die BMW i Inside Future Studie an und will das BMW HoloActive Touch erleben. BMW spricht von einem „Mobilitätserlebnis in nahtlos vernetzten und automatisiert fahrenden Automobilen der Zukunft“. Das BMW HoloActive Touch soll vor allem die Vorzüge vom Head-Up Display und der Gestensteuerung (die man ja bei BMW schon in Serie bekommt und die ich persönlich sehr gut und intuitiv finde – wenngleich auch etwas komisch für andere Verkehrsteilnehmer) vereinen. Ich bin gespannt, inwieweit diese Technologie vom eigentlichen Fahrgeschehen ablenkt und wie es mit der Rückmeldung bzw. der Haptik ist. Ein spannendes Thema.

Auch Mercedes-Benz zeigt seine neusten Entwicklungen!

…und spannend geht es natürlich auch bei den Kollegen aus Stuttgart zur Sache. Mercedes-Benz zeigt auf einem 600 qm großen Messestand die neuesten technologischen Entwicklungen und natürlich auch die Visionen für die Zukunft. Im Zentrum soll dieses Jahr dabei die Unternehmensstrategie CASE stehen. CASE soll die Themen Vernetzung, autonomes Fahren, flexible Nutzungsmodelle und elektrische Antriebe darstellen.

Mercedes-Benz auf der CES 2017/Mercedes-Benz at the CES 2017

© Mercedes-Benz 2017

„Unser Begriff von Mobilität wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren stärker verändern als in den 50 Jahren zuvor. Mit unserer CASE-Strategie werden wir die Zukunft der Mobilität prägen. Ziel ist es, das Auto zur Plattform zukünftiger Mobilitätskonzepte und zum digitalen Erlebnisraum zu machen. Das Auto der Zukunft muss vernetzt, autonom sowie emissionsfrei sein und die Möglichkeit für Shared Mobility liefern.“, sagt Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG und ab Januar 2017 verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

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Unter der Überschrift CASE präsentiert Mercedes-Benz in Las Vegas erstmals das Concept EQ und den Mercedes-Benz Vision Van auf einer Bühne. Wir kennen die Fahrzeuge ja bereits! Mit dem Concept EQ gibt Mercedes-Benz einen Ausblick auf eine neue Generation von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb. Der Mercedes-Benz Vision Van zeigt dann die Vison der Transportmöglichkeiten für die Zukunft.

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Was wollen wir alle sein? „Fit&Healty“ – Fit und gesund, das weiß man bei Mercedes-Benz und möchte somit auf das steigende Gesundheitsbewusstsein der Kunden reagieren. Das Thema kann man mit der Mobilität der Zukunft verbinden. Dazu werden wir noch was über Car 2 X Kommunikation lernen, über die Vernetzung, über die künstliche Intelligenz und ganz am Ende werden wir uns vermutlich Fragen: Segen oder Fluch? Wollen wir das? Haben wir Angst vor der Zukunft?

Ich weiß jetzt schon, dass ich mich darauf freu! Denn ich glaube, das alles war erst der Anfang. Wir müssen uns nur verändern wollen – und ich glaube, das fällt den Menschen am schwierigsten. Ich gehe also „open-mind“ auf die CES und lasse mich einfach mal verzaubern von den technologischen Entwicklungen, von den Visionen und hoffe, dass ich für die Leser hier viele gute Eindrücke einfangen kann.

Wir schauen aber nicht nur bei den großen Automobil-Herstellern, sondern auch bei den Zulieferbetrieben. Es wird also eine spannende Zeit in Las Vegas und ich war selten so voller Vorfreude wie in diesem Jahr!

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