Chrysler Portal, Faraday Future FF91 und Mercedes-Benz Vans – CES 2017 News

Las Vegas – die Stadt, die niemals schläft. Austragungsort der 50. CES und erneut Bühne für zahlreiche Automobil-Hersteller bzw. Erstausrüster. Im heutigen Beitrag geht es um Chrylser, Faraday Future und Mercedes-Benz Vans!

Chrysler Portal Concept

Ups, Überraschung! Das Chrysler Portal Konzept vom Fiat-Chrysler Konzern ist seit langer Zeit mal wieder eine richtig innovative Idee der „Amerikaner“ was die Themen Antrieb, Assistenzsysteme und Konnektivität betrifft – und vor allem ist er kein SUV, sondern ein Minivan. Rein elektrisch angetrieben, sprechen wir hier über eine Reichweite von knapp 400 km und das Konzept kann fast autonom fahren.

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Die verbaute Lithium-Ionen-Batterie hat eine Kapazität von 100 kWh, der Hersteller verspricht, dass nach einer Ladezeit von nur 20 Minuten die Reichweite auf 240 km ausgebaut werden kann. Der Chrysler Portal kommt mit einer 350 kW Schnelllade-Funktion. Da der Akku im Boden versenkt ist, steigt die Variabilität. Ein Elektrofahrzeug mit Platz für bis zu sechs Personen, durch die fehlenden B-Säulen steigt die Rundumsicht und das Cockpit zeigt sich durchaus innovativ.

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Das Lenkrad erinnert mich entfernt an den Knight Industries Two Thousand, also an den Begleiter von Michael Knight in der Serie Knight Rider (auch KITT genannt). Dazu kommt in dem Konzept-Fahrzeug noch eine Gesichtserkennung zum Einsatz. Konnektivität wird ebenfalls großgeschrieben, bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, dass das Chrysler Portal Konzept nicht wie eine Luftblase zerplatzt: Eine Serien-Produktion ist derzeitig noch nicht geplant.

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Faraday Future FF91

Es hätte der große Auftritt werden können: Faraday Future wollte scheinbar einen Tesla-Killer vorstellen, der aber auch allen anderen Sportwagen-Herstellern das Fürchten lernen sollte.

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Die Präsentationen waren hochwertig, die Videoproduktionen aller erste Sahne. Aber das Fahrzeug selbst war bei der Faraday Future Keynote eher „lazy“. Zu faul, um zügig autonom einzuparken und zu faul, um später auf der Bühne zu der vorgesehenen Position zu fahren. So sahen wir das Fahrzeug auf die Bühne rollen und später noch ein paar Meter weiterfahren. Nun, nennen wir es einfach mal Lampenfieber und konzentrieren uns auf die technischen Fakten bzw. Herstellerangaben.

Der Faraday Future FF91! Von 0 auf 60 Meilen (fast 100 km/h) soll es innerhalb von 2,4 Sekunden gehen. Dafür steht hier eine Leistung von 783 kW zur Verfügung, umgerechnet wären das ca. 1065 Pferdchen. Elektropferde! Der 5,25 Meter lange und knapp 1,6 Meter hohe FF91 ist also ein Elektro-Sportwagen mit Platz für vier Personen und Gepäck! Die Reichweite soll bei 700 km liegen, der Preis ist natürlich noch nicht bekannt.

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Der Faraday Future FF91 hat aber nicht nur einen Elektroantrieb, sondern bietet auch ansonsten einige interessante Features. Wie wäre es mit einem Annäherungssensor, der den Fahrer (an Hand des Smartphones) erkennt und die Türen bereitwillig öffnet? Wie wäre es mit einer Gesichtskontrolle im Innenraum, so dass das Fahrzeug die zuvor individualisierten Einstellungen vollautomatisch übernimmt? Wie wäre es mit einem Sensor, der die aktuelle Stimmung vom Fahrer erkennt und z.B. die Musik automatisch anpasst. Zukunftsmusik. Aktuell ist noch nicht einmal klar, wann der Faraday Future FF91 auf die Straße kommt, genauso wenig wie der Preis. Was klar ist: 5.000 Dollar darf man schon mal anzahlen, hier übernimmt Faraday Future das Tesla-Konzept. Tesla hat hier gute Erfahrungen gesammelt, hat vorher aber auch schon abgeliefert. Das fehlt bei Faraday Future derzeitig noch: Der Beleg, dass man auch leistungsbereit ist. Solange das noch fehlt, ist der FF91 zwar eine schöne Vision, aber noch lange kein Tesla-Killer!

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Ab 2018 soll es losgehen, dank eines einfahrbaren 3D-Laser-Scanners soll das Fahrzeug noch besser auf die Umwelt reagieren und auch autonom einparken können. Wir dürfen gespannt sein, was wir in der Zukunft noch über Faraday Future hören bzw. lesen werden.

In Shanghai wird das Interieur präsentiert – wir durften es uns zwar ansehen, aber nicht fotografieren. Es sieht modern aus, mit einem großen Display in der Mitte. Ich muss kein Hellseher sein um vorherzusagen, dass der Faraday Future FF91 kein Schnäppchen sein wird.

Mercedes-Benz Vans & Robots – Die Starship Kooperation!

Wie bekommen wir in der Zukunft unsere Pakete? Sind es wirklich Drohnen oder eventuell Roboter-Lieferdienste? Geht es nach Starship Technologies und Mercedes-Benz Transporter, dann haben wir nachfolgendes Szenario und obwohl ich meinen DHL- und UPS-Fahrer sehr schätze, sehe ich hier in der Tat Vorteile für die Zukunft.

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Der Onlinehandel boomt, wir haben alle keine Zeit, schnell per Tastendruck bestellt und die Ware ist auf dem Weg. Was wäre, wenn man dem Dienstleister nun noch sagen könnte: „Komm zwischen 16 und 17 Uhr?“ – Ich persönlich hasse nichts mehr, als wenn ich nach der Arbeit einen Zettel im Briefkasten habe, dass die Sendung am nächsten Tag erneut angeliefert wird. Noch schlimmer finde ich, wenn ich am nächsten Tag zu einer Abholstation fahren muss. In der Zukunft könnte man Wunschuhrzeiten angeben. Bekommt dann die Pakete von einem kleinen Roboter geliefert und das, was sich nach Visionen anhört, klingt auf einmal ganz spannend.

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Der menschliche Fahrer fährt mit seinem Mercedes-Benz Sprinter in die Kundenregion, dort bestückt er nach dem First in, First out Prinzip, die Roboter. Diese liefern dann im Umkreis die Waren aus, kehren zum Fahrzeug zurück und werden entweder aufgeladen oder mit neuen Waren beladen. Pro Fahrzeug gibt es 54 Ladungsträger. Die Roboter fahren dann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h über den Bürgersteig. Während der Fahrt werden Hindernisse natürlich selbstständig erkannt, die Roboter können ausweichen bzw. anhalten. Der Empfänger selbst wird per eine App über den aktuellen Standort informiert bzw. benachrichtigt, wenn der Roboter vor der Tür steht. Über die App kann er das Ladefach vom Roboter (der bis zu 10 kg tragen kann) öffnen und die Sendung entnehmen.

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Klingt zu sehr nach Zukunft? In Düsseldorf wird das System derzeitig getestet – wer also mal in Düsseldorf einen Roboter sieht, sollte sich nicht zu sehr von der Fahraufgabe ablenken lassen. Wer versucht, den Roboter anzuheben löst Alarm aus. Wer meint, er könnte den knapp 20 kg schweren Roboter „mitnehmen“, wird bei der Aktion gefilmt. Das gilt auch für diejenigen, die versuchen das Staufach mit Gewalt zu öffnen.

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