Stau im Rückspiegel

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Rettungsgasse bilden: So geht es richtig!

Nach einem Unfall zählt jede Minute. Davon, wie schnell Rettungskräfte und Einsatzfahrzeuge zur Unfallstelle kommen, hängt Leben und Tod ab. Doch auf vielbefahrenen Straßen und mehrspurigen Strecken kann das zur Herausforderung werden. Umso wichtiger ist es, dass man weiß, wie man eine Rettungsgasse richtig bildet!

Ein System für die Bildung einer Rettungsgasse ist bereits seit den 1980er Jahren in vielen europäischen Ländern in der Gesetzgebung verankert. Rettungskräfte gelangen so bis zu 4 lebensrettende Minuten schneller ans Ziel – laut österreichischer ASFiNAG, die unter anderem für den Betrieb von Autobahnen zuständig sind.

Sie machen sowieso Platz? Nicht für jeden selbstverständlich. Auch bei den Regelungen gibt es international nach wie vor Unterschiede. Autofahrer sollten also im Ernstfall genau wissen, was zu tun ist und wie sie eine Rettungsgasse richtig bilden – sowohl auf deutschen Straßen als auch im Ausland.

Wie und wann müssen Sie eine Rettungsgasse bilden?

Sie müssen in Deutschland immer dann eine Rettungsgasse bilden, wenn sich in einem Abschnitt mit mindestens zwei Spuren ein Stau bildet. Sowohl bei uns als auch in Österreich und der Schweiz gilt in diesem Fall:

Die Rettungsgasse wird zwischen dem äußersten linken und dem unmittelbar rechts danebenliegenden Fahrstreifen gebildet – egal ob die Straße zwei, drei oder sogar vier Spuren hat. Der Standstreifen muss freigehalten werden. Nur im Notfall oder zum Beispiel nach Aufforderung durch die Polizei darf er befahren werden.

rettungsgasse

Wann dürfen Sie den Standstreifen befahren?

Wenn es aus Platzgründen keine andere Möglichkeit gibt, dürfen Autofahrer für die Rettungsgasse ausnahmsweise auch auf den Standstreifen ausweichen. Wer jedoch den Standstreifen nutzt, um schneller voran zu kommen, muss mit 100 Euro Strafe und 1 Punkt rechnen.

Wichtig: Eine Rettungsgasse muss grundsätzlich so lange offen gehalten werden, wie der Verkehr nicht wieder normal rollt. So wird verhindert, dass den ersten Einsatzkräften nachfolgenden Fahrzeugen der Weg versperrt wird.

Wie genau das geht, sehen Sie hier kurz und anschaulich erklärt https://youtu.be/l1UbZFYuPEE

Hören Sie die Sirene, ist es schon zu spät

Was kaum jemand weiß: Eine Rettungsgasse ist nicht nur zu bilden, wenn ein Unfall der Auslöser des Rückstaus sind. Da man weiter hinten in der Schlange nur selten den Grund des stockenden Verkehrs kennt, sind diese also beispielsweise auch beim Stau oder stockendem Verkehr im Berufsverkehr oder an einer Baustelle absolute Pflicht. Wartet man damit bis zum Anrücken eines Einsatzfahrzeuges, dauert es in der Regel zu lange, bis dieses freie Fahrt hat.

Strafen für falsches Verhalten bei Staubildung

Wer gar keinen Platz für eine Rettungsgasse macht, dem droht ein Bußgeld von 200 Euro und 2 Punkten in Flensburg. Besteht außerdem eine Behinderung, Gefährdung oder Sachbeschädigung, kann das bis zu 320 Euro, 2 Punkten und 1 Monat Fahrverbot bestraft werden.

Sonderfall Tschechien

Unter unsern Nachbarländern, ist besonders Tschechien mit einer Sonderregelung zu erwähnen. Hier müssen Sie die Rettungsgasse – anders als in den oben genannten Ländern – nicht zwischen der linken und den restlichen Spuren bilden, sondern zwischen mittlerem und rechten Fahrstreifen. Darüber hinaus muss die dadurch entstehende Gasse mindestens drei Meter breit sein.

In weiteren angrenzenden Ländern wie beispielsweise Italien, Ungarn und der Slowakei besteht hingegen keine Verpflichtung zum Bilden einer solchen Gasse. Sie sollten aber natürlich dennoch darauf achten, anfahrenden Rettungsfahrzeugen nicht den Weg zu versperren.

Rettungsgassen retten im Ernstfall Leben. Informieren Sie sich daher also grundsätzlich bereits vor dem Reiseantritt über lokale Verkehrsregelungen und Gesetze. Damit vermeiden sie Strafen und Vergehen durch Unwissenheit.

Mehr Infos zu Strafen für Verkehrssünden im Ausland finden Sie in unserem Ratgeber:
Weitere Infos hier

Den R+V24 Video-Podcast zur Straßenumfrage „Wie wird eine Rettungsgasse genau gebildet?“ mit Antworten der Passanten finden Sie hier.

Bildquelle:
www.pexels.com – Stanley Nguma
www.lifeofpix.com

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