Mercedes-Benz Fit und Healthy, autonome Automobilität und selbstfahrende Motorräder

CES 2017 Nachberichterstattung zweiter Teil. Über den Chrysler Portal und über den Faraday Future FF91 hatten wir hier ja bereits berichtet und auch über Mercedes Vans, bzw. über die kleinen Roboter hatten wir schon gesprochen. Machen wir also direkt weiter mit der Zukunftsmusik und damit kommen wir natürlich auch zum Thema autonome Automobilität!

Auf dem Stand von Mercedes-Benz auf der CES, drehte sich ansonsten auch noch vieles um die Themen „Fit und Healthy“. Wer hat sich zum Jahreswechsel nicht vorgenommen mal wieder etwas mehr Sport zu machen? Ich! Aber ich bin da bestimmt die Ausnahme. Fit & Healthy wollen wir aber wohl alle sein bzw. werden und da setzt Mercedes-Benz nun an.

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In der kommenden S-Klasse werden wir den „Energizing Comfort“ erleben dürfen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass davon dann auch wieder weitere Fahrzeuge aus dem Produktportfolio profitieren werden. Doch was ist „Energizing Comfort“? Der Sitz bewegt sich langsam, durch diese Bewegung sollen eingeschlafene Beine oder aber verkrampfte Rücken bei längeren Fahrten in der Zukunft zur Vergangenheit gehören. Durch die verstellte Sitz-Kinematik, wird die Sitzhaltung verändert und der Körper bleibt – vermutlich unbemerkt vom Fahrer – in Bewegung.

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Das Konzeptfahrzeug auf der CES zeigte allerdings noch weitere Features. Massage-Funktionen, Beduftungen, Ambientelight – alles wurde mit einbezogen um den Fahrer glücklicher zu machen. Sensoren im Lenkrad (oder von einer Fitnessuhr) analysieren die Pulsraten und stimmt darauf das System ab. Ziel: Sicherheit erhöhen, die Müdigkeit oder den Stress vom Fahrer situationsgerecht erkennen und reduzieren. Der Müdigkeitswarner wird intelligenter und empfielt eventuell in Zukunft auch einen Powernap. Dieter Zetsche macht übrigens auch hin und wieder mal ein Powernap, aber das nur mal so am Rande. Das Fit & Healthy System wird ausgebaut und man darf gespannt sein was da noch so kommt.

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Auf der CES präsentierte Hyundai übrigens ein ähnliches System, das möchte ich nicht unerwähnt lassen. Genauso hatte fast jeder Hersteller ein autonom fahrendes Fahrzeug im Portfolio. Autonome Automobilität kann man auf Messen aber nicht so gut präsentieren. Bei Hyundai zeigte man das durch diese witzigen Sitzkisten und durch den Einsatz von Virtual Reality Brillen. Ich konnte einige beobachten, die scheinbar nicht mehr das Gefühl hatten „im Film zu sitzen“.

Bei BMW fuhr der 5er BMW autonom! Im Prototypen kann man nun auf definierten Streckenabschnitten, neben der Längs- auch die Querführung vollständig dem System überlassen und sich anderen Tätigkeiten zuwenden. Die Sensorik und die Regelungstechnik, die es ermöglichen, nicht nur das Beschleunigen und Bremsen an das System zu delegieren, sondern über längere Zeit hinweg auch die Hände vom Lenkrad zu lassen, basieren auf einer weiterentwickelten Prototypenlösung, der schon heute in Serienfahrzeugen eingesetzten Fahrerassistenzsysteme.

Einmal zeigt sich darin die Qualität und aber auch die Zukunftsfähigkeit der aktuell bereits genutzten Technologie. Bei BMW hat man nun auch einen Anwendungsfall, was man z.B. in der Zeit machen kann, wenn man nicht selbst fährt: Online Shoppen! Während der Fahrt Online shoppen, unterwegs die Waren einsammeln. Klingt nach Zukunftsvision? Dürfte schon bald Realität sein, denn wenn es uns an einem fehlt, dann vermutlich an Zeit.

BMW zeigte auf der CES 2017 aber auch das Bedienkonzept der Zukunft. Neben Sprachsteuerung kommt nun auch noch Ultraschall zum Einsatz, so werden demnächst die Bedienelemente per Hologramm platziert und auch bedient. Dank Ultraschall bekommt man ein haptisches Feedback. Ob sich das wirklich durchsetzt wird die Zukunft zeigen.

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Die modernste Form menschlicher Armut ist das Keine-Zeit-Haben, sagte Ernst Ferstl und ich stimme ihm zu. Wir haben keine Zeit mehr, also müssen wir die Zeit die wir haben, besser strukturieren und planen. Daher sehe ich in Zukunft in der Tat viele Fahrzeuge autonom zur Arbeit fahren, damit man diese Zeit besser nutzen kann. Hoffentlich müssen wir in der Zukunft nicht wieder mehr Anleitungen lesen, um die ganzen Features, die uns mehr Zeit verschaffen sollen auch bedienen zu können.

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Auch bei Nissan steigt man nun ein in Sachen Autonomes Autofahren! Das Thema autonome Automobilität war auf der CES sowieso Allgegenwärtig. Um in kurzer Zeit autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen zu können, setzt Nissan auf eine Technologie namens „Seamless Autonomous Mobility“ oder auch einfacher SAM genannt.

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Der Begriff steht für „Nahtlose Autonome Mobilität“. Entwickelt auf Basis von NASA-Technologie, verknüpft SAM im Fahrbetrieb künstliche Intelligenz mit menschlicher Unterstützung. SAM steht für die Interaktion von Mensch und Maschine als Team. So können unvorhersehbare Situationen gemeistert und die künstliche Intelligenz gleichzeitig weiterentwickelt werden. Die Technologie hat zum Ziel, dass in absehbarer Zeit, Millionen autonome Autos problemlos gleichzeitig mit von Menschen gesteuerten Fahrzeugen unterwegs sein können. Und ganz ehrlich, wir standen jeden Tag hier in Las Vegas im Stau, da hätte der Fahrer sicherlich gerne das Lenkrad bzw. sein Zepter abgegeben und das Fahrzeug hätte übernehmen dürfen.

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Die Themen Konnektivität, künstliche Intelligenz, Car 2 X Kommunikation, Elektromobilität und autonome Automobilität, werden uns also auch in diesem Jahr begleiten. Ein Highlight habe ich nun noch für euch. Das Motorrad von Honda, was nicht mehr umkippen kann. Ausgestattet mit der modernsten Gyroscop Technologie, balanciert das Motororad eigenständig auf zwei Rädern, ähnlich wie ein Segway – nur das das Honda Motorrad euch dafür gar nicht braucht.

Nun frage ich mich wirklich, braucht man das? Möchte man sein Motorrad wirklich Gassi führen – okay, die Funktion ist wohl zum einparken gedacht, aber muss man immer alles technisch umsetzen was möglich ist? Fragen über Fragen, die Zukunft bleibt spannend und ich bin wirklich froh diese Zeiten mitzuerleben.

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