Autofahren 2017 – das erwartet Sie auf deutschen Straßen

Das neue Jahr hat angefangen und mit ihm wieder eine Reihe an Änderungen für das Autofahren auf Deutschlands Straßen, die das Autofahren 2017 teurer machen. Damit Sie auf dem aktuellen Stand sind, haben wir die wichtigsten Änderungen ab 2017 für Sie zusammengefasst:

Neuerungen im Bußgeldkatalog
Für das Autofahren 2017 sind gleich eine ganze Reihe an Neuerungen für den Bußgeldkatalog angekündigt.

  • Handynutzung: Wer sein Mobiltelefon am Steuer nutzt, der muss zukünftig tiefer in die Tasche greifen. Für Autofahrer werden bei Verstößen dann 100 Euro, für Fahrradfahrer 55 statt bisher 25 Euro fällig. Ausdrücklich erlaubt werden soll hingegen die Nutzung von Sprachsteuerungen und Vorlesefunktionen.
  • Gaffer: Zudem wird mit Freiheitsstrafen bis zum einem Jahr künftig konsequent gegen Schaulustige an Unfallorten vorgegangen. Auch das bloße „Sitzenbleiben“ kann hier bereits geahndet werden, wenn dadurch die Hilfeleistung verweigert wird.
  • Illegale Straßenrennen: Wer sich darüber hinaus im kommenden Jahr an illegalen Straßenrennen beteiligt, wird in Zukunft mit empfindlichen Bußgeldern und Freiheitsstrafen rechnen müssen, da diese als Straftatbestände geahndet werden. Bis zu zwei Jahre Haft und ein Führerscheinentzug werden hier derzeit anvisiert.
  • Gurte für Rollstuhlfahrer: Und auch für Rollstuhlfahrer soll im Januar ein Bußgeld in Höhe von 30 Euro fällig werden, wenn diese die für Rollstühle im Straßenverkehr vorgesehenen Rückhaltevorrichtungen nicht ordnungsgemäß anlegen.

Neueinstufung der Versicherungstarife

Neben den gesetzlichen Änderungen, wird Autofahren 2017 für viele von uns auch wieder etwas teurer, für manche aber auch günstiger, da der GDV erneut die Einstufung von Fahrzeugen für Versicherungstarife überarbeitet hat. Welche Auswirkungen das konkret auf die Höhe Ihres KfZ-Tarifs haben wird, hängt in erster Linie von der individuellen Einstufung in Typklassen ab.

Grundsätzlich ist es so, dass alle rund 27.000 in Deutschland zugelassenen Automodelle verschiedenen Klassen zugeordnet werden – je nachdem in wie viele Unfälle Fahrer mit diesem Modell durchschnittlich verwickelt sind. Zudem ist der Wohnort für die sogenannte Regionalklasse entscheidend. Die Versicherungen nehmen hierzu Daten zur Grundlage, die Aussagen darüber zulassen, in welchen Gebieten oder Städten mehr und gegebenenfalls sogar teurere Schäden gemeldet werden.

Die guten Neuigkeiten: in den Regionalklassen können nächstes Jahr ca. 6,3 Millionen Autofahrer mit niedrigeren Beiträgen rechnen.

Unser Tipp: Ihre Typ- und Regionalklassen für das nächste Jahr können Sie hier kostenfrei checken https://www.gdv-dl.de/komplexe-suche/

Eine Übersicht, für welche Modelle sich besonders viel ändert, finden Sie außerdem auf Bild.de.

Ampelzeichen für Fahrradfahrer

Und auch für die Fahrradfahrer gibt es 2017 wichtige Neuigkeiten: Wenn sich diese an der Ampel nämlich bisher an den Lichtzeichen für Fußgängern orientieren durften, gibt es hier 2017 eine nicht unwesentliche Änderung. Dann gilt nämlich wenn keine gesonderte Radfahrerampel in Betrieb ist, dass sich die Radler nach § 37 Abs. 2 Satz 6 StVO an die Lichtzeichen für den Fahrverkehr, also die Ampeln für Autos halten müssen.

Fahradfahrer


Führerschein und Hauptuntersuchung werden teurer

Etwas teurer wird es leider auch bei Hauptuntersuchung und Führerschein. Müssen Fahrzeuge künftig zur technischen Prüfstelle, wird hierfür statt bisher (je nach Bundesland) zwischen rund 28 und 44 Euro ein in etwas 2 Euro höherer Betrag fällig.

Eine Ähnliche Steigerung gibt es auch bei der schriftlichen und praktischen Führerschein-Prüfung. Hier erhöht sich der Preis für die Theorieprüfung von 9,30 Euro auf 10 Euro beziehungsweise 77,10 Euro statt bisher 71,40 Euro für den Praxis-Test.

Als Hintergrund dafür werden in beiden Fällen die in den letzten Jahren gestiegenen Personal-und Sachkosten genannt. Insgesamt werden wohl Mehrkosten in Höhe von etwa 6,9 Millionen Euro auf die zukünftigen Fahrschüler zukommen.

 Zukunft E-Mobility? Schluss mit Gratis-Strom für Tesla

Wer bisher in einen Wagen des Anbieters Tesla investiert hat, der konnte sich bei recht hohen Kaufpreisen zumindest sicher sein, kein Geld mehr an (Strom-)Tankstellen lassen zu müssen – ein Leben lang. Mit diesem großzügigen Deal hat der Hersteller Neukunden über 4 Jahre lang ins Autohaus und an seine Supercharger-Tankstellen gelockt. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Das Tesla Autofahren 2017 wird teurer.

Tesla hat angekündigt, im kommenden Jahr von der bisherigen Gratis-Politik an Schnellladesäulen abzukehren und Neukunden künftig ganz normal für das Aufladen ihrer Elektroautos bezahlen zu lassen. Lediglich eine Gutschrift in Höhe von 400kWh soll es dann für diejenigen noch geben, die sich ab 2017 ein Auto bei Tesla bestellen – die reicht in der Regel dann gerade einmal für 1600 Kilometer.

Ein erstes Zeichen, dass E-Mobility immer mehr  zum Standard wird und keine unterstützenden Angebote mehr braucht? Angesichts stagnierender Absatzzahlen wohl eher nicht. Allerdings muss sich auch für Tesla der teure Aufbau der Ladeinfrastruktur früher oder später rechnen.

Tesla

Deutschlands Straßen werden mautpflichtig

Nach zähem Ringen ist sie endlich da – die Einigung mit der EU-Kommission, die der deutschen Pkw-Maut eine Benachteiligung von Ausländern vorgeworfen und so der Umsetzung lange Zeit im Weg gestanden hatte. Bedingung für die baldige Umsetzung in Deutschland ist, dass besonders umweltfreundliche Fahrzeuge noch stärker entlastet werden und es zudem mehr Varianten für die Kurzzeitvignetten geben wird. Für deutsche Autofahrer wird sich ohnehin wenig ändern, da diesen die Pflicht-Jahresvignette zu 100 Prozent über die Kfz-Steuer erstattet werden soll.

Der Gesetzesentwurf wurde bereits in den letzten Tagen des Jahres 2016 dem Kabinett zur Abstimmung vorgelegt. Die Gründe dafür dürften in den herannahenden Bundestags- und Landtagswahlkämpfen liegen.

2017 bringt also für Deutschlands Autofahrer wieder einige Änderungen mit sich – manche positiv, manche zumindest für unsere Geldbeutel eher weniger.

Was Sie sonst noch über den deutschen Bußgeldkatalog wissen sollten, finden Sie im Ratgeber.

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