Parkplatz reservieren

Parkplatz reservieren?

Seit zwanzig Minuten fahren Sie um den Block und suchen einen Parkplatz. Dann – endlich – eine freie Lücke! Sie nähern sich, wollen gerade einschlagen, müssen aber plötzlich bremsen: In der Lücke steht ein Klappstuhl, darauf sitzt Frau Schmidt von nebenan und lächelt Sie entschuldigend an. Herr Schmidt fährt direkt hinter Ihnen und wird jetzt gleich seinen Wagen abstellen. Sie fragen sich: Ist das überhaupt erlaubt? Darf Ihre Nachbarin so ganz ohne Auto einen Parkplatz reservieren?

Die scheinbar optimale Lösung, wenn Parkraum rar ist

Es muss ja nicht immer gleich eine Parkplatzbesetzung per Klappstuhl sein. Ist doch praktisch, wenn der Beifahrer immer blitzschnell aus dem Wagen und auf das freie Plätzchen springt. In überfüllten Innenstädten oder vor Möbelhäusern und Shoppingzentren entfällt das langwierige Umherfahren. Und dass zur hübschen Altbauwohnung in zentraler Lage kein Stellplatz gehört, ist plötzlich kein Problem mehr. Sie machen einfach einen Deal mit dem netten älteren Herrn aus dem Erdgeschoss: Er werkelt am Nachmittag sowieso im Vorgarten und reserviert Ihnen nun stets gegen 17:30 Uhr einen Parkplatz vor dem Haus, sobald einer frei wird. Sie haben nach Feierabend sofort eine Parkmöglichkeit – und bringen Ihrem Helfer dafür ab und zu ein Stück Kuchen vorbei.

Parkplatz auf der Straße

Die Rechtslage: Ist das Reservieren von Parkplätzen in Ordnung?

Sowohl Frau Schmidt als auch der Herr aus dem Erdgeschoss machen sich mit ihrem Freundschaftsdienst strafbar: Fußgänger dürfen Parkplätze nicht reservieren. Auch das Freihalten eines Parkplatzes mithilfe eines Stuhls oder anderen Gegenständen ist nicht zulässig. Das Blockieren der Parkbucht gilt als Nötigung. Die freie Lücke steht dem zu, der sich ihr als erstes nähert – und zwar mit einem Kraftfahrzeug. Dieses Recht dürfen Sie sogar einfordern, indem Sie den Fußgänger, der den Parkplatz reserviert, aus der Lücke drängen. Das heißt nicht, dass Sie ihn mit der Stoßstange wegschieben dürfen. Sie können den Parkplatz jedoch langsam befahren und so dafür sorgen, dass der Besetzer den Rückzug antritt.

Sonderfall: das Reservieren von Parkplätzen beim Umzug

Bei einem Umzug gilt ebenfalls: Es ist nicht erlaubt, Parkplätze am Straßenrand mithilfe von Trittleitern, Absperrband und Umzugskartons zu reservieren. Trotzdem müssen Sie mit dem Umzugswagen nicht in zweiter Reihe stehen, um Ihr Hab und Gut ein- oder auszuladen. Beim zuständigen Straßenverkehrsamt können Sie für den Tag des Umzugs gegen eine geringe Gebühr direkt vor dem Haus ein Halteverbot für andere Fahrzeuge beantragen. So steht Ihnen genügend Parkraum für Helfer und Transporter zur Verfügung.

Weiter Verkehrssünden findet ihr im aktuellen Bußgeldkatalog.

 

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