Mittelfinger am Steuer

Der Mittelfinger: im Straßenverkehr erlaubt?

Der Fahrer hinter Ihnen drängelt. Er fährt nah auf und blendet Sie mit der Lichthupe. Dabei führen Sie gerade ein korrektes Überholmanöver auf der linken Spur aus – kein Grund, ungeduldig zu werden! So eine Situation stresst beide Beteiligten und führt nicht selten zum ein oder anderen Wutausbruch. Der Mittelfinger kribbelt und die nächstbeste Beleidigung liegt Ihnen auf der Zunge. Aber was ist eigentlich erlaubt?

Lautstarke Beleidigungen im Straßenverkehr – eine Kostenfrage

Bevor Sie also das nächste Mal Ihrem Ärger im Straßenverkehr laut Luft machen, lesen Sie unseren Artikel über das Fluchen am Steuer. Sie können das Geld besser für etwas anderes gebrauchen.

Teure Handbewegungen

Mit Gesten sollten Sie noch vorsichtiger sein als mit leisen Schimpfwörtern. Denn wenn Sie den berühmten Vogel zeigen, verstehen andere auch außerhalb der Hörweite, was Sie damit ausdrücken wollen. Das gilt auch für den Mittelfinger.
2016 zog ein Autofahrer vor Gericht, weil ihm ein Taxifahrer den Mittelfinger gezeigt hatte. Der Taxifahrer hatte sich aufgeregt, dass der andere Verkehrsteilnehmer, aus seiner Sicht, zu langsam gefahren war. Mit der Geste wollte er den Fahrer während des Überholens zurechtweisen. Doch so schnell, wie er den Mittelfinger ausgestreckt hatte, war er verurteilt worden: Der Taxifahrer bekam eine Geldstrafe von 1000 Euro und dazu einen Monat Fahrverbot. In anderen Urteilen mussten die Täter sogar bis zu 4000 Euro für den ausgestreckten Finger zahlen.

Interessant ist auch, wie es sich mit Beleidigungen verhält, die Sie nicht gegen andere Verkehrsteilnehmer richten. Denn auch, wenn Sie der Radarfalle den falschen Finger zeigen, kann eine Geldstrafe drohen. Schließlich bekommt ein Beamter Ihren Schnappschuss zu sehen und kann sich angegriffen fühlen. Die nicht sichtbare Amtsperson ist also in diesem Fall das „Opfer“ Ihrer Geste und kann Sie dafür belangen.

Es gibt sehr viele Beleidigungen im Straßenverkehr, die mit unterschiedlich hohen Bußgelder geahndet werden:

Versuchen Sie also, sich im Straßenverkehr nicht gleich aus der Ruhe bringen zu lassen. Ist Ihnen der Mittelfinger tatsächlich eine Strafe wert? Ihr Geld können Sie auch anders investieren: Wie wäre es stattdessen mit einer Woche Entspannungsurlaub am Strand? Danach bringt Sie kein Autofahrer so schnell auf die Palme!

 

Quellen:

http://www.n-tv.de/ratgeber/Das-droht-Stinkefinger-Zeigern-article11366336.html

http://www.focus.de/finanzen/recht/tid-34674/beleidigungen-im-strassenverkehr-wenn-autofahrer-amok-laufen-du-idiot-kann-leicht-600-euro-kosten_aid_1158644.html

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