illegale Autorennen

Riskante Raserei: Illegale Autorennen in Innenstädten

220 Stundenkilometer, obwohl nur 50 erlaubt sind, 70 in der 30er Zone. „Das macht doch keiner“, denken Sie jetzt? Doch! Teilnehmer an illegalen Autorennen bringen mit ihrer Fahrweise nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr. Der vermeintliche Bubenstreich kann schwerwiegende Folgen haben: Immer wieder werden Fahrer und Unbeteiligte bei inoffiziellen Rennveranstaltungen verletzt oder kommen sogar ums Leben.

Aus Spaß wird Ernst: Verurteilung wegen Mordes

Wer bislang durch Raserei Unbeteiligte verletzte oder tötete, musste maximal mit einer Strafe von fünf Jahren Gefängnis rechnen. Rechtlich gesehen gilt die Teilnahme an illegalen Autorennen lediglich als Ordnungswidrigkeit und wird mit Geldbußen belegt. Im Februar 2017 wurden jedoch zwei junge Fahrer erstmals wegen Mordes verurteilt. Sie hatten ein Jahr zuvor bei einem illegalen Autorennen auf dem Berliner Kurfürstendamm den Tod eines unbeteiligten Verkehrsteilnehmers zu verantworten. Er wurde von einem der Raser mit 160 km/h gerammt, als er mit seinem Geländewagen in eine Straße einbiegen wollte. Der Fahrer starb noch vor Ort. Weil die Täter den Tod des 69-Jährigen zwar nicht vorsätzlich verursacht, aber dennoch billigend in Kauf genommen hatten, verurteilte das Gericht sie zu lebenslänglicher Haft.

illegale straßenrennen

Autorennen in Innenstädten

Wo wird gerast – Landstraße oder Innenstadt?

Wenn Sie sich mit dem Thema Raserei näher beschäftigen, fällt schnell auf, dass illegale Rennen keine Seltenheit sind. Ob in Dörfern oder Großstädten – überall treffen sich Bleifüße und fahren um die Wette. In Städten wie Mannheim, Köln oder Stuttgart passieren regelmäßig Unfälle und die Polizei kommt kaum mit den Kontrollen hinterher. Auch Hamburg bleibt von der Raserei nicht verschont. Am Wochenende trifft sich die Szene in der Hansestadt. Die Fahrer zeigen ihre getunten Schätzchen her und stacheln sich immer wieder zu Wettkämpfen an – ein gefährliches Hobby. Aber nicht nur dabei passieren Unfälle: Oft rasen gerade junge Leute, auch ohne dass sie zu einem Rennen aufgefordert werden, viel zu schnell über die Straßen.

Wer sind eigentlich diese „Raser“?

Was veranlasst Autofahrer dazu, extrem über das Tempolimit hinauszuschießen? Es sind vor allem Jugendliche, die sich für hohe Geschwindigkeiten und verbotene Autorennen begeistern. Oftmals geht es ihnen um den „Kick“ beim Rasen. Die riskante Fahrweise und die hohe Stundenkilometerzahl sorgen für einen Adrenalinschub. „So lange sie nur sich selbst mit der Raserei gefährden, kann es mir egal sein“, könnte man denken. Aber leider bleibt es meist nicht bei dieser Selbstgefährdung. Für den Kick setzen die Raser auch das Leben anderer Menschen aufs Spiel.

Um die hohe Risikobereitschaft der inoffiziellen Rennfahrer zu dämpfen, liegt inzwischen ein neuer Gesetzesentwurf vor: Künftig soll die Teilnahme an illegalen Autorennen – ob in Innenstädten oder anderswo – nicht mehr als Ordnungswidrigkeit gelten. Wer rücksichtslos rast, begeht dann eine Straftat und riskiert statt einer Geldbuße einen Gefängnisaufenthalt.

Ganz normale Gechwindigkeitsüberschreitungen im Straßenverkehr werden entsprechend geahndet. Eine Übersicht erhalten Sie hier.

 

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