Das Elektro-Trio von Shanghai: Audi, VW & Skoda

Die Shanghai Motor Show stand nicht nur unter dem Stern der Plagiate – oder nennen wir sie lieber Hommagen – sondern besonders unter dem der Elektrifizierung. Volkswagen, Audi und auch Skoda haben jeweils einen hochmodernen Stromer im Gepäck gehabt, der vom MEB – dem modularen Elektrifizierungsbaukasten – profitiert. Los geht es mit dem Concept aus Ingolstadt:

Shanghai 2017: Audi e-tron Sportback

Der Stromer aus Ingolstadt will – frei nach Tim Benzko – nur mal schnell die Welt retten. Die Betonung liegt hierbei auf schnell! 320 kW verpackt das SUV-Coupé in seine aufsehenerregende Hülle und soll in 4,5 Sekunden die 100 km/h-Marke hinter sich lassen. Bereits ab 2018/2019 soll der Audi e-tron Sportback auf den Markt kommen und kommt dem Mutterkonzern Volkswagen damit ein Jahr zuvor.
Besonders attraktiv ist dabei seine Reichweite von 500 km, die ihn absolut praxistauglich macht. Realisiert wird dies mit einer 95 kWh Batterie, die man an einer Schnelladesäule induktiv laden können soll. Das Konzept hört auf den Namen AWC – also Audi Wireless Charging – und stellt eine Ladepalette mit Spule auf dem Parkplatz dar. Darauf kann der e-tron Sportback parken und lädt ganz einfach vor sich hin, ohne dass man ein Ladekabel lästig anstecken oder abziehen muss. Simply clever – ach nein, das war ja Skoda.

Audi e-tron Sportback Fotos

Beim Antriebskonzept wird der Audi e-Tron Sportback wiederum der Audi-Tradition gerecht: Er ist ein echter quattro. An der Vorderachse sitzt ein Elektromotor, während zwei weitere an der Hinterachse installiert sind. Damit ergibt sich ein elektrifizierter Allradantrieb, der die Kraft von 320 kW jederzeit kontrollierbar macht. Innen gibt sich der Ingolstädter ebenso futuristisch gestaltet, wie außen. Das Interieur ist klar und aufgeräumt, bietet darüber hinaus aber eine Vielzahl digitaler Displays. Mithilfe derer sollen wichtige Informationen von allen Insassen – Fahrer inklusive – erfasst werden können.

Außen zeigt sich Audi dem LED-Trend zugewandt. So findet man an der Front das mittlerweile bekannte Matrix-LED-Licht. Neu ist hingegen, dass es auch hinten installiert ist. Doch das Design dürfte sich bis zur Marktreife noch etwas ändern. Spannend wird darüber hinaus die Zukunft der Ingolstädter: Neben dem Audi e-tron Sportback wolle in den nächsten fünf Jahren noch fünf weitere e-tron-Modelle für China entwickeln. Wie die Chancen für den deutschen Markt stehen, ist allerdings noch offen, in Shanghai übte er den Frühstart!

Shanghai 2017: Volkswagen I.D. CROZZ

Kommen wir zur Konzernmutter: Volkswagen zeigt den VW I.D. CROZZ. Es ist eigentlich kein Wunder, dass Elektro-Autos in China auf starken Zuspruch stoßen. Schließlich ist der Smog in den Großstädten so stark, dass man ihn mit einem Messer zerschneiden könnte. Studien, wie der VW I.D. CROZZ wollen ihren Teil dazu beitragen, dass sie dieser Umstand bessert. Dafür fährt der Stromer mit einem elektrischen Antrieb vor, der eine alltagstaugliche Reichweite von maximal 500 km verspricht.

Ab 2020 soll der Wolfsburger erhältlich sein, wird seine Marktreife also ein Jahr nach dem Audi e-tron Sportback feiern. Damit ist der I.D. Crozz ein neues Mitglied einer Elektro-Familie von VW, die bis 2025 rund eine Million E-Fahrzeuge ausmachen soll und dazu das dritte Modell im Bunde der I.D. Familie. In Paris wurde bereits der I.D. vorgestellt, der vom I.D. BUZZ in Detroit ergänzt wurde.

Nun zeigen wie Wolfsburger den Volkswagen I.D. CROZZ – ein trendiges CUV. Haben wir uns in der Vergangenheit an den Begriff SUV gewöhnt, muss man langsam aber sicher eine Ergänzung akzeptieren: Die Compact Utility Vehicle. Sie verbinden Coupés mit SUV und wollen damit besonders stilsicher sein. In Shanghai kam das Concept übrigens gut an, es wurde vor Ort sogar schon vermessen.

VW I.D. CROZZ Fotos

Coupé und SUV? Das ist natürlich Geschmackssache. Über jeden Zweifel erhaben dürften aber die 225 kW sein, die gut für 180 km/h Höchstgeschwindigkeit sind. Dazu soll sich der Akku des Stromers innerhalb einer halben Stunde bis zu 80 Prozent aufladen lassen, wenn man ihn an einer Schnelllade-Station mit 150 kW lädt.

Beim Fahren gibt sich der CUV zuvorkommend und stellt den I.D. Pilot vor. Um ihn zu aktivieren muss man das VW-Signet im Lenkrad für drei Sekunden drücken und schon aktiviert sich der Auto-Pilot. So kann man sich von den rundum digitalen Anzeigen des VW I.D. CROZZ entertainen lassen, die das Concept-Car zum Smartphone auf Rädern werden lassen sollen. Die wichtigsten Infos werden indes per „Augmented Reality“ ins das Sichtfeld projiziert, womit eine geringere Ablenkung entsteht.

Außen zeigen auch die Wolfsburger ihr Gefallen an LED-Leuchten. Sowohl die Scheinwerfer, das Tagfahrlicht wie auch die Rückleuchten sind mit dieser Technik ausgerüstet. Innen gefällt der I.D. CROZZ hingegen mit guten Platzverhältnissen, da die Elektromotoren weit nach außen rücken und die Batterie vollständig im Fahrzeugboden integriert ist.

Shanghai 2017: Skoda Vision E

Dasselbe Konzept verfolgt Skoda beim Vision E, der, wie der VW I.D. CROZZ auf dem MEB aufbaut, allerdings eine etwas andere Optik mitbringt. Damit feiern die Tscheche in Shanghai ihren Einstand in die Elektrifizierung und geben einen Ausblick auf ihre E-Zukunft. Bis 2025 möchte man neben Plug-In Hybriden auch fünf reine Elektroautos bauen, die sicherlich auf Synergie-Effekte mit den Konzern-Geschwistern zurückgreifen werden.

Skoda Vision E Fotos

Aber zurück zum Skoda Vision E. Dank Umfeld-Überwachung gewährleistet der Stromer das automatisierte Fahren auf Stufe 3, sodass man auf der Autobahn jederzeit die Fahraufgabe dem Fahrzeug überlassen kann. Darüber hinaus zeigt der Vision E eine Gestensteuerung und Eye-Tracking für den Fahrer – von wegen die Tschechen würden nicht auf die aktuellste Volkswagen-Technik zugreifen können. Das zeigt sich allein schon daran, dass der Skoda Vision E gleichermaßen die Möglichkeit zum induktiven Laden bieten soll, wie seine Brüder.

Insgesamt zeigen die drei Stromer, dass sich nicht nur die Technik hinsichtlich der Elektrifizierung weiterentwickelt, sondern auch das Design. Kühlergrills sind dann passé und werden schlicht nicht mehr benötigt. Doch so haben die Designer mehr Freiheiten, den Modellen ihren eigenen Look zu verpassen. Das waren die drei Elektrohighlights aus Shanghai, das war es dann auch erst einmal mit den Messehighlights für diesen Monat.

Fotos: © 2017 Audi, VW, Skoda

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