R+V24 Kinder auf dem Schulweg schützen

Kinder auf dem Schulweg schützen

Kinder auf dem Schulweg sind nicht immer berechenbar. Nicht jede Handlung im Straßenverkehr ist sofort ersichtlich – bei Kindern noch weniger als bei Erwachsenen. Bewegen sich Kinder auf dem Schulweg entlang von stark befahrenen Strecken, ist daher grundsätzlich noch mehr Achtsamkeit notwendig als ohnehin. Doch mit immer mehr Fahrzeugen auf unseren Straßen, steigt letztlich auch das Risiko, vor allem für die jungen Verkehrsteilnehmer. Allein im vergangenen Jahr ist laut statistischem Bundesamt alle 19 Minuten ein Kind zu Schaden gekommen.

Kinder auf dem Schulweg

Wie können wir die Kleinsten auf dem Schulweg in unserer motorisierten Gesellschaft noch besser schützen, wenn technischer Fortschritt längst das Autofahren an sich deutlich sicherer gemacht hat? Wie den Schutz, den autonomes und vernetztes Fahren den Insassen bietet, auf die Umwelt übertragen und dadurch Kinderleben retten?

Faktenbox:

im Schnitt verletzt sich alle 19 Minuten ein Kind im Straßenverkehr
– insgesamt sind allein im Jahr 2015 29.235 Kinder zu Schaden gekommen
– die Zahl der darunter tödlichen Umfälle ist in den letzten Jahren stetig angestiegen

Digitalisierung verspricht weniger Verkehrsopfer

Namhafte Chip-Hersteller und Technologieunternehmen haben hier in den letzten Jahren zahlreiche Konzepte vorgestellt, die durch vernetzte Systeme letztendlich mehr Sicherheit auf unsere Straßen bringen wollen.

Aber was sind „vernetzte Systeme“? Dabei handelt es sich um Technik, die Informations- und Kommunikationstechnologien miteinander verbindet, um durch einen gegebenen Impuls eine entsprechende Reaktion auszulösen. Ein wichtiger Aspekt sind hierbei blinde Flecken in der menschlichen Wahrnehmung und eine häufig durch Ablenkung aller Art verzögerte Reaktion.

Ein Beispiel: Wenn Autos miteinander vernetzt sind, können bereits wichtige Millisekunden nachdem das vorderste Auto in einer Kolonne bremst, die anderen Fahrzeuge reagieren.

Technik im Straßenverkehr: Kann sie auch Kinderleben auf dem Schulweg retten?

Eine große Herausforderung ist dabei die Vernetzung der Kinder selbst. Ihre Bewegungsdaten müssen mit denen von Autos und auch Ampeln in Verbindung gebracht werden.

R+V24 Kinder auf dem Schulweg schützen

Schutzranzen App

Einen Anfang macht die Schutzranzen-App von Walter Bobby Hildebrandt, Direktor am Steinbeis Institut für Digitale Innovationen in Kooperation mit dem Chip-Hersteller NXP. Kinder werden dabei auf dem Schulweg über ihr Smartphone und einen GPS-Tracker anonym geortet. Dieser leitet die Informationen verschlüsselt an den Schutzranzen-Server, welcher daraus dann die Distanz zwischen Auto und Kind berechnet. Um Missbrauch zu verhindern, wird nie der genaue Standort des Kindes verraten. Der Fahrer wird lediglich vor sogenannten Sektoren gewarnt, die zum Beispiel auch aus einer großen Gruppe an Kindern bestehen können.

Nähern sich Kinder auf dem Schulweg also beispielsweise versteckt zwischen zwei Autos einer Straße, werden herannahende Autos automatisch gewarnt, bevor sie selbst Sichtkontakt haben. Eine Alternative für Kinder, die noch kein Smartphone besitzen, bietet Schutzranzen derzeit über ein kleines GPS-Modul für den echten Schulranzen.

Uvex und Scout setzen auf smarte Rucksäcke und Helme

Mittlerweile haben auch große Hersteller von Kinderhelmen und Schulranzen die Notwendigkeit dieser Technologien erkannt. Sie schenken Eltern bereits seit Herbst 2015 beim Ranzenkauf für ein Jahr die Servicegebühr, die Schutzranzen aufruft. Diese ist mit 1 Euro pro Kind und Monat allerdings ohnehin überschaubar und für Autofahrer sogar komplett kostenfrei. Eine Investition in den Schulweg, die sich lohnt.

Doch was passiert, wenn Kinder weder über App noch Chip gesichert sind? Bleiben diese normalerweise weiterhin im toten Winkel von Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern, werden in Zukunft digitale Schutzzonen und Schülerlotsen in der Nähe von Schulen und Kindergärten für mehr Sicherheit sorgen. Nähern sich Autofahrer dann diesen Zonen, fordert sie die App automatisch zu besonderer Vorsichtig auf.

Wichtig: Die Autofahrer müssen mitziehen, um die Kinderwelt sicherer zu machen

Doch in der Realität ist längst noch nicht jedes Auto verknüpft und viele Fahrer ohne Bezug zu schulpflichtigen Kindern müssen gezielt zur Verwendung der App aufgerufen werden. Mit gutem Beispiel voran geht hier der Automobilclub Deutschland, der seine große Reichweite nutzt und bereits bestehende Apps für Stauerkennung und Blitzer-Warnungen gezielt erweitert.

Für Neuwagen ist die Integration ins Onboard-Netz und Navigationssystem meist problemlos möglich. Viele davon arbeiten bereits heute App-basiert und sind für zusätzliche Software erweiterbar.

Der Weg zur grünen Welle – für Kinder

Denkt man diese Technologie einen Schritt weiter, rücken auch weitere Verkehrselemente in den Fokus: Ampeln, die für Autos auf rot schalten, wenn sich Schulkinder nähern, Verkehrsschilder, die mit Autos kommunizieren oder Baustellen, die digital auf sich aufmerksam machen. Gelingt es in Zukunft, diese Elemente miteinander zu vernetzen und wichtige Informationen direkt an Fahrer und Fahrzeug zu senden, nähern wir uns einer Zukunft mit mehr Sicherheit im Straßenverkehr – besonders für Kinder.

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