Toyota RAV 4 Gebrauchtwagentest

Wir schreiben das Jahr 1994: Klassische Automobile, wie Limousinen und Kombis beherrschen das Straßenbild. Im selben Jahr wurde die klassische Anschauung aber aufgebrochen: Toyota brachte den Toyota RAV 4 auf den Markt und damit eines der ersten Kompakt-SUV überhaupt.

Konkurrenten gab es neben den Kia Sportage nur wenige, sodass die erste Generation ein großer Erfolg war. Mittlerweile befindet sich das Modell in der vierten Generation. Grund genug den Japaner einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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R+V24: Toyota RAV 4 Gebrauchtwagentest

Modellgenerationen im Überblick

Los ging es 1994 mit der ersten Generation des Toyota RAV 4, die bis 2000 gebaut wurde. Dieses Modell galt als Crossover und vereinte einen PKW mit einem Geländewagen. Der erste SUV war geboren. Als einziger Antrieb stand ein 2.0 Benziner mit 129 PS bereit, der seine nicht gerade üppige Kraft über einen permanenten Allradantrieb auf die Straße brachte. 1998 erfolgte eine Modellpflege mit Design-Anpassungen, die aber wenig an der Technik ändert.

Die zweite Generation wurde von 2000 bis 2006 gebaut und stieg damit in das boomende Segment der SUV ein, die immer zahlreicher am Markt vertreten waren. Zunächst war dieser Toyota RAV 4 mit zwei Benzinern mit 125 oder 150 PS und einem Diesel mit 115 PS erhältlich. 2003 folgte dann eine kleine Überarbeitung mit angepasster Front und verfeinertem Interieur.

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R+V24: Toyota RAV 4: Wo liegen die Schwachstellen?

2006 kam schließlich die dritte Generation des Toyota RAV 4 auf den Markt, um die es hier hauptsächlich gehen soll. Zunächst wurde auf Variante ohne Allradantrieb verzichtet, da die Nachfrage nach einem reinen Fronttriebler schlicht nicht vorhanden schien.

Als Motoren standen ein Benziner und zwei Diesel mit einer Range von 136 bis 177 PS bereit. Mit der Modellpflege 2009 erfuhr der SUV optische Anpassungen und erhielt ein aufgehübschtes Cockpit. Im gleichen Zuge wurde der Frontantrieb wieder eingeführt, der auch eine Anpassung des Motorenangebots mit sich brachte. Eine weitere kleine Anpassung kam 2010, die nochmals ein geändertes Design – vor allem an Front – einläutete.

Aktueller Toyota RAV 4 – Inzwischen auch als Gebrauchtwagen erhältlich

Im Jahr 2013 kam schließlich die aktuelle, vierte Generation auf den Markt und bot zunächst drei Motoren: Zwei Diesel und ein Benziner, die zwischen 124 und 151 PS leisten. Mit der Modellpflege 2016 Modellpflege kam ein neuer Diesel von BMW hinzu, der allein für Frontantrieb und eine manuelle Schaltung ausgelegt ist. Dazu boten die Japaner endlich eine Hybrid-Variante an, die sich des Antriebsstrangs des Lexus NX 300h bedient.

Toyota RAV 4 Facelift Exterior Bildergalerie:

Karosserieformen – Anfangs ungewöhnlich

Die erste Generation kombinierte nicht nur einen Geländewagen mit einer Limousine, sondern war auch in zwei Karosserieformen erhältlich: Man hatte die Wahl zwischen einem kurzen Drei- und einem weitaus längeren Fünftürer. Letztere bot ein deutlich besseres Platzangebot durch den längeren Radstand und damit einhergehend auch mehr Fahrkomfort, sowie ein satteres Fahrverhalten. Mit dem Facelift stand zudem auch Cabrio bereit, jedoch nur als Dreitürer.

In der zweiten Generation verzeichnete der RAV 4 einen deutlichen Größenzuwachs der Karosserie. Während das Cabriolet entfiel, wurde das Konzept des Drei- und Fünftürers beibehalten, das zwei Radstände mit 2,28 und 2,49 Meter bereithielt.

Generation drei verzichtete – aus Gründen der geringen Nachfrage – auf die dreitürige Karosserie und war einzig als Fünftürer mit unpraktischer Hecktür erhältlich. Sie ist links angeschlagen und erschwert somit das Beladen des Kofferraums vom Gehweg aus. Außerdem neu bei der dritten Generation des Toyota RAV 4: Es gab kein Reserverad mehr am Exterieur, wie es die Vorgänger-Generationen trugen. Gegenüber dem Modell von 2000 bis 2006 wuchs die dritte Modellreihe aber um großzügige 12 cm.

Das rein fünftürige Konzept blieb auch der vierten, aktuellen Generation erhalten. Sie hat gegenüber dem Vorgänger gut 20 cm mehr. Darüber hinaus hat man von einer Hecktür abgesehen und diese gegen eine konventionelle Heckklappe getauscht – praktisch!

Bekannte Toyota RAV 4 Schwachstellen – Ja wo sind sie denn?

Der Toyota RAV 4 gilt als sehr solider Weggefährte: Mängel weist er kaum auf. Worauf man achten sollte, gerade wenn man den SUV nicht vom offiziellen Toyota-Händler kauft, sind allenfalls Verschleißteile. Hier kann es vorkommen, dass diese durch mangelnde Wartung nicht getauscht wurden. Darunter fällt etwa die Bremsanlage, die verschlissen sein kann. Ein Teil, das von besonderer Bedeutung ist, da im Notfall jeder Zentimeter endscheidend sein kann.

Ab und an fallen beim RAV 4 zudem undichte Stoßdämpfer auf – ebenfalls ein klassisches Verschleißteil. Und auch der Auspuff meldet sich bei manchen Modellen. Grobe Mängel weisen die Fahrzeuge aber nicht auf und bestätigen damit den Ruf Toyotas eine weiße Weste in nahezu jeder Pannenstatistik zu haben.

Toyota RAV 4 Innenraum R+V24 Gebrauchtwagen Kaufberatung

R+V24: Toyota RAV 4 Innenraum

Defekte Beleuchtungsanlagen dürfen zwar nicht vernachlässigt werden und gehören natürlich auch in solche Statistiken, können aber als Kleinigkeit gewertet werden, da man sie leicht selbst beheben kann. Eine Frage des Geschmacks ist hingegen das Cockpit: Hier haben die Japaner viel Hartplastik verbaut. Und auch die Optik muss man mögen, die etwas ungewöhnlich daherkommt, während an der Bedienlogik nichts auszusetzen ist

Motoren – Wagen oder nicht wagen?

Bei den Motoren sollte man wissen, was man möchte und wirklich braucht – gerade, wenn man die aktuellen Debatten um Dieselfahrzeuge und deren Ausschluss aus deutschen Innenstädten im Hinterkopf hat. Wer seine Wahl hinsichtlich des Benziners getroffen hat, bekommt für die dritte Generation ein 2.0 Liter Aggregat mit knapp 160 PS. Eine Ausgeburt an Dynamik ist dieser Motor nicht, für Piloten mit geringerer Laufleistung im Jahr aber dennoch eine Überlegung wert.

Bei den Dieseln hat man die Wahl zwischen zwei Motoren mit 2.2 Hubraum. Bereit steht eine Variante mit 150 PS und 340 Nm Drehmoment sowie der D-CAT mit 177 PS und 400 Nm. Fahrspaß kommt vor allem mit Letzterem auf. Allerdings ist der RAV 4 kein Sportler, da er insgesamt eher auf Komfort ausgerichtet ist.

Toyota RAV 4 Innenraum Fotos:

Toyota RAV 4 Gebrauchtwagen – Preise auf stabilem Niveau

Bei Interesse an einem Toyota RAV 4 sollte man direkt nach einem Modell ab 2009, also mit dem ersten Facelift, Ausschau halten. Hier ist die Auswahl an Motoren etwas größer, da hier auch reine Fronttriebler angeboten wurden. Bei der Ausstattung ist bereits die Basis-Ausstattung empfehlenswert: Sie bietet sogar eine Klimaautomatik und Leichtmetallräder – mehr braucht man neben der vollständigen Sicherheitsausstattung kaum.

Los geht das Vergnügen bei unter 9.000 Euro. Sucht man einen Diesel mit geringer Laufleistung bis etwa 50.000 km, kann gut und gerne bei 15.000 Euro einsteigen. Junge Gebrauchte der aktuellen Generation sind mit Dieselmotor und teilweise sogar Allradantrieb ab gut 18.000 Euro erhältlich und durch den geringen Preisunterschied eine Überlegung wert. Die Facelift-Varianten sind hingegen ab etwas über 22.000 Euro erhältlich.

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R+V24: Toyota RAV 4

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