Skoda Octavia Gebrauchtwagentest

Skoda Octavia Gebrauchtwagentest

Bevor es zum Skoda Octavia Gebrauchtwagentest geht, gibt es einen kleinen Exkurs in die Geschichte. Der Skoda Octavia gilt als erstes Kind der Ehe zwischen Volkswagen und dem tschechischen Automobilhersteller. Doch das Modell bestand bereits zwischen 1959 und 1971 und war eine technische Weiterentwicklung des Skoda 440 – das achte Nachkriegsmodell der Tschechen. Im Herbst 1996 wurde der Name recycelt und für das erste Modell nach der Übernahme von Volkswagen verwendet. Diese erste Generation des Octavia fußte auf der technischen Basis des Golf IV und war damit hochmodern zu seiner Zeit. Bis 2010 wurden rund 1,442 Millionen Exemplare verkauft – ein Achtungserfolg. Und auch heute noch verkaufen sich die Skoda-Modelle bestens, da sie auf den gleichen Plattformen aufbauen und dieselben Teile nutzen, wie der Mutterkonzern Volkswagen. So kommt es schließlich, dass der Octavia seit 2012 unangefochtener Import-Bestseller ist. Die dritte Generation ist für diese Skoda Octavia Kaufberatung besonders interessant und steht im Mittelpunkt.

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R+V24: Wo sind die Schwachstellen beim Gebrauchtwagen Skoda Octavia?

Skoda Octavia Gebrauchtwagentest: Modellgenerationen im Überblick

So richtig los ging es 1996 mit dem Skoda Octavia I – zumindest in Deutschland. Gebaut wurde das tschechische Modell, das vom KBA zwar der Kompaktklasse zugeordnet wird, aufgrund seiner Abmessungen aber eher in die Mittelklasse sortiert wird, bis 2004 und kam zunächst als Limousine bzw. Fließheck auf den Markt. 1998 wurde schließlich der Kombi eingeführt, der bei Skoda typischerweise mit „C“ geschrieben wird, während im Jahr 2000 eine Modellpflege mit ansehnlicherem Cockpit und neuer Frontpartie, die am ehesten auffällt für eine Verjüngungskur sorgte.

2004 fand die Einführung des Skoda Octavia II statt, der auf Basis der Golf V Plattform seine Fans fand. Wie auch beim Vorgänger ist eine eindeutige Einordnung in eine Klasse etwas schwierig, gerade vor dem Hintergrund des starken Zuwachses beim Platzangebot. 2009 folgte das Facelift, das eine deutlich erneuerte Front mit sich brachte und den Innenraum aufhübschte.

Die dritte Genration, um die es hier gehen soll, ist seit 2013 auf dem deutschen Markt anzutreffen und vertraut auf die Basis des MQB – dem modularen Querbaukasten von Volkswagen. So ist diese Generation leichter als ihr Vorgänger und in ihrem Design deutlich moderner. Sie zeigt klare Linien und wirkt je nach Modell elegant oder sportlich. Im Herbst letzten Jahres kam schließlich das Facelift des Skoda Octavia, das vom Design her umstritten ist, da seine zweigeteilten Frontscheinwerfer nicht auf Anhieb gefielen. Doch in Natura – und das sei aus eigener Erfahrung gesagt – ist das alles halb so wild.

Karosserieformen – Bewährtes aus Tschechien

Bei den Karosserieformen setzten die Tschechen seit jeher auf die Limousine bzw. das Fließheck oder den Combi. Daneben gibt es seit der zweiten Generation den RS, der etwas sportlicher gestylt ist, sowie den Octavia Scout. Dieser ist einige, wenige Zentimeter höher als seine weniger geländegängigen Brüder und verfügt über Allradantrieb. Bedingt durch die Golf IV Plattform der ersten Generation war der Innenraum noch etwas knapper, als man es heute von Skoda gewohnt ist. Das zeigt sich auch am Kofferraum mit 428 bis 1328 Litern beim Fleißheck und 448 bis 1.512 beim Kombi. Das ist war seinerzeit gutes Mittelklasse-Niveau. Vergleicht man diese Werte hingegen mit der Kompaktklasse, zeigt sich bereits der Anspruch Skodas, geräumige Fahrzeuge zu bauen.

Die zweite Generation bietet dennoch ungleich bessere Platzverhältnisse, was dem Größenzuwachs zuzuschreiben ist. Allein der Kofferraum hält wesentlich mehr Volumen bereit: Bei der Limousine sind es 560 bis 1.430 Liter, beim Combi sogar 580 bis 1.630. Generation Nummer Drei hat nochmal eins draufgelegt und bietet in beiden Sitzreihen für Erwachsene nahezu jeder Größe, beste Platzverhältnisse. Das Ladeabteil wuchs ebenfalls: So stehen bei der Limousine 590 bis maximal 1.580 Liter bereit, während der Combi sogar mit 610 bis 1.740 Litern wuchert.

Skoda Octavia Fotos:

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R+V24: Skoda Octavia

Bekannte Skoda Octavia Schwachstellen – Ja wo sind sie denn?

Kommen wir zum Skoda Octavia Gebrauchtwagentest, den Schwachpunkten der Baureihe bzw. der dritten Generation. Eines vorweg: Software-Versionen, die für „alternative Abgaswerte“ bei den TDI-Motoren sorgen bzw. Steuerkettenprobleme sind dem Octavia der dritten Generation fremd. Dafür neigen die DSG-Getriebe hier und da zum Ruckeln und fallen mit wenig verschliffenen Gangwechseln auf. Achten sollte man beim Kauf eines Gebrauchten zudem darauf, dass er bei der Rückrufaktion gewesen ist, bei der Probleme mit den hinteren Türschlössern beseitigt wurden.

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R+V24: Skoda Octavia Heck

Bei der Verarbeitung patzt der Octavia nicht: Alles wirkt solide und langlebig, während die Materialauswahl teilweise etwas hochwertiger sein könnte. Doch das ist Nörgeln auf höchstem Niveau. Schließlich findet sich Hartplastik selbst im deutlich teureren VW Passat. Knacken und Knistern gehören im Skoda Octavia III also der Vergangenheit an. Wie bei allen Gebrauchten, sollte man auf ein nachvollziehbar, aber selbstverständlich lückenlos ausgefülltes Scheckheft achten. Dann fallen auch Verschleiß-Reparaturen, wie das hin und wieder auftretende Wechseln der Stoßdämpfer, nicht negativ auf.

Skoda Octavia Gebrauchtwagentest: Motoren – TDI oder TSI, das ist hier die Frage

Die Frage nach den Motoren ist mittlerweile etwas knifflig geworden: Die aktuell immer wieder hochkochende Diesel-Diskussion lässt Zweifel am Diesel aufkommen. Dennoch sind die Selbstzünder grundsätzlich eine gute Wahl, wobei der 1.6 TDI mit 105 PS als Minimum verstanden werden sollte. Zwar kann man mit ihm im Alltag gut mitschwimmen, aber bereits an kleinen Steigungen geht ihm die Luft aus. Wesentlich kräftiger geht der 2.0 TDI mit 150 PS zu Werke, der es also schon sein sollte – gerade da das große Kombi-Heck zum Beladen einlädt. Auch der Skoda Octavia RS mit seinem 184 PS TDI macht Laune, fühlt sich aber nicht so viel stärker an, als sein kleinerer Bruder.

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R+V24: Skoda Octavia Gebrauchtwagentest

Bei den Benzinern gilt Ähnliches: Zwar reicht auch der 1.2 TSI mit seinen 110 PS aus, empfehlenswert ist aber erst der 1.4 TSI mit 150 PS, der für brauchbare Fahrleistungen sorgt. Richtig Fahrspaß kommt mit dem RS mit 220 PS auf, der für fast 250 km/h Topspeed gut ist.

Skoda Octavia Gebrauchtwagentest:  Gebrauchtwagen-Preise auf stabilem Niveau

Ein Octavia ist auch als Gebrauchter nicht mehr als riesen Schnäppchen zu verstehen. Skoda hat sich gemacht und ist vom Billigheimer zum eigentlichen Volkswagen geworden. Bezahlbare Großserientechnik in chic verpackten Autos, die einen hohen Nutzwert bieten und sich nirgends verstecken müssen – dafür steht Skoda heute. Das zeigt sich auch besonders in stabilen Gebrauchtwagenpreisen. So kommt ein 1.4 TSI aus dem Baujahr 2014 und weniger als 100.000 km auf mindestens 13.500 Euro. Der 2.0 TDI mit ähnlicher Laufleistung aus demselben Baujahr liegt aktuell auf dem gleichen Niveau oder ist sogar ein paar Hundert Euro günstiger. Hier zeigt sich wohl die aktuelle Diesel-Debatte und sorgt für ein niedriges Preisniveau. Wie man sich letztlich aber entscheidet ist eine Frage des persönlichen Nutzungsprofils und des Geschmacks. Einen Fehler macht man mit einem Octavia aber sicherlich nicht.

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