R+V24: Skoda Karoq

Neuer Kompakt-SUV – Skoda Karoq

Die Tage des Skoda Yeti sind gezählt. Schade, hatte sich der Name, der vom Schneemenschen übernommen wurde, bislang gut etabliert. Aus dem Yeti wird der Skoda Karoq!

Schlechtes hörte man über den Yeti ohnehin nie. Doch der große Bruder, Skoda Kodiaq, hat mit seinen Namen vorgelegt und die Nomenklatur für die SUV-Benennung vorgegeben. Wie dieser auch, stammt der Name des Karoq aus Alaska und entspringt der Sprache der Ureinwohner. Zusammengesetzt aus den Bedeutungen „Auto“ und „Pfeil“ passt diese Namensgebung also ganz gut zum kompakten SUV – immerhin symbolisiert das Markenlogo Skodas einen Pfeil. Zudem hören nun alle SUV im Hause der Tschechen auf einen Namen, der mit K beginnt und auf q endet. Vorhang auf für den Nachfolger des Skoda Yeti.

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Skoda Karoq Front

Junge, was bis Du groß geworden

Der Yeti galt immer als kleinerer Vertreter der Kompakt-SUV-Zunft – und das war einerseits seine Stärke, aber andererseits auch seine Schwäche. Mit 4,22 m Länger ist er gut 16 cm kürzer als der 4,38 m lange Skoda Karoq. Mit 1,84 m misst der neue SUV zudem fünf Zentimeter mehr in der Breite, duckt sich mit 1,60 m Höhe aber rund neun Zentimeter tiefer auf die Straße, als sein Vorgänger und schafft so deutlich mehr Platz. Entfallen ist zudem die typische Kastenform des Yeti, was beim Ladevolumen aber keinen Nachteil bedeutet.

Bot der Yeti im schlechtesten Fall 405 Liter – bei voller und zurückgeschobener Fondbestuhlung – so sind es im Karoq deren 488. Sie können, ebenfalls mit Bestuhlung, auf 588 Liter erweitert werden, schiebt man die optionalen VarioFlex-Sitze nach vorn. Erfolgt eine komplette Demontage, stehen bis zu 1.810 Liter parat und damit 50 mehr als beim Yeti. Verzichtet man auf die optionalen Rücksitze, stehen 521 bis 1.630 Liter Volumen zur Verfügung, weshalb die Investition in die VariFlex-Sessel wohl als lohnenswert bezeichnet werden kann.

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Skoda Karoq Seite

Auf dem Stand der Zeit: Skoda Karoq – Assistenten und Konnektivität

Alles neu also beim Skoda Karoq, vergleicht man ihn mit seinem Vorgänger. Das bezieht sich aber nicht nur auf die Platzverhältnisse, sondern auch auf die Assistenten und die Konnektivität. Hier war der Yeti einfach nicht mehr „State of the Art“, wie man so schön sagt, da die technische Basis wenig Raum für die Verwendung von Assistenten zuließ. Beim Karoq ist dies anders. Er bietet Fahrerassistenzsysteme in Hülle und Fülle. Da wären etwa der Park-, Stau- und Spurhalteassistent, die von der Blind Spot Detection, dem Emergency Assist und dem Front Assist mit Fußgängerschutz ergänzt werden. Weiter kommen ein Abstandsregel-Tempomat, eine Verkehrszeichenerkennung, sowie weitere Systeme hinzu, die die Sicherheit fördern. Darunter auch die neuen Voll-LED-Scheinwerfer. Sie bieten nicht nur eine wesentlich bessere Ausleuchtung der Straße, als Halogen- oder sogar Xenon-Scheinwerfer, sondern ermöglichen einen neuen Look. Dank feiner LED-Elemente kann der Kristall-Look, der in der tschechischen Historie verwurzelt ist, betont werden – très chic!

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Skoda Karoq LED Scheinwerfer

Auch beim Infotainment hat der neue Skoda Karoq stark zugelegt. Die Zeiten der Tasten sind, was das Audio-Navigationssystem anbelangt, gezählt. Zum Zuge kommt das neue, aus dem Skoda Octavia und Kodiaq bekannte System, das auf einen kapazitiven Touchscreen mit 9,2 Zoll Bildschirmdiagonale zurückgreift. Schade, dass es weiterhin kein Drehrad für die Verstellung der Lautstärke gibt – ansonsten überzeugt das hochwertigste, „Columbus“ genannte Infotainment auf ganzer Linie.

Nicht nur die Navigation und Steuerung gefallen, sondern auch die Möglichkeiten zur Kopplung des so wichtigen Smartphones. Bereit stehen Apple CarPlay, Android Auto und MirrorLink, sodass für alle gängigen Systeme eine Konnektivitätslösung besteht. Spannend sind darüber hinaus die optionalen, digitalen Instrumente. Anstatt – wie bislang – auf eine eingeschränkte Auswahl an Darstellungen zurückzugreifen, können die Anzeigen nun frei und nach eigenen Wünschen zusammengestellt werden.

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Skoda Karoq Rückleuchten

Wirklich alles neu im Skoda Karoq?

Komplett neu kommt einem der Tscheche dennoch nicht vor, sondern wirkt vertraut. Zwar ist er gegenüber dem Skoda Yeti eine komplette Neuentwicklung, doch baut er auf den Komponenten des Volkswagen Tiguan und Seat Ateca auf und ist das dritte Derivat in diesem Bund. Das sieht man ihm gewissermaßen an – gerade die Ähnlichkeit zum spanischen Konzern-Bruder sticht heraus. Das ist nicht weiter dramatisch, sieht der Ateca zum einen alles andere als schlecht aus und schafft es der Karoq zum anderen mit eigenständigen Details zu überzeugen.

Da wären etwa die Rückleuchten in Kristall-Optik, die nochmals gradlinigere Linienführung oder das „Vier-Augen-Gesicht“. Hiermit möchte Skoda einen Bezug zum größeren Skoda Kodiaq herstellen und so eine Familienzugehörigkeit schaffen. Interessanterweise kehrt man damit aber auch ein wenig zum Ursprung des Yeti-Designs zurück. Die erste Version wurde von auffälligen, hoch installierten Nebelscheinwerfern dominiert, die die Hauptscheinwerfer ergänzten. Beim Skoda Karoq sind diese zwar nicht mehr so präsent, sind aber auch weit oben angebracht.

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Skoda Karoq Motoren

Und auch unter dem Blech kommt Bekanntes zum Vorschein: Fünf Aggregate stehen bereit, um den Tschechen mit dem nordamerikanischen Namen anzutreiben. Los geht es auf der Seite der Benziner mit dem 1.0 TSI Dreizylinder mit 115 PS, der 175 Nm an Drehmoment entwickelt. Damit reißt man keine Bäume aus, ist aber auch nicht untermotorisiert. Dennoch bietet sich der 1.4 TSI mit vier Zylindern und 150 PS eher als Empfehlung an. Seine 250 Nm fühlen sich souveräner an, während der Verbrauch von 5,1 Litern auf 100 km sogar minimal günstiger ausfällt, als beim Basis-Benziner.

Der Skoda Karoq vertraut auf bekannte Motoren

Bei den Dieseln geht es mit 1,6 Litern Hubraum aus vier Zylindern los. Das aus dem Konzern bekannte Aggregat leistet 115 PS und bereits 250 Nm. Sein Verbrauch soll bei 4,5 Litern im Durchschnitt liegen. Wie auch bei den Benzinern, bildet die nächststärkere Variante mit 2.0 Litern Hubraum die Empfehlung. Der Selbstzünder leistet 150 PS und 340 Nm, verbraucht aber ebenfalls nur 4,5 Liter im Drittelmix.

Dynamisch geht es mit dem 2.0 TDI mit 190 PS und satten 400 Nm zu, der als Top-Motor eingeordnet ist. Der Verbrauch liegt auch hier im zurückhaltenden Bereich und ist mit 5,2 Litern im Durchschnitt angegeben.

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Skoda Karoq auch mit Allrad und DSG

Die Tschechen von Skoda legen also weiterhin nach und bauen ihre Marke kontinuierlich aus. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Nach dem Kodiaq, dem Facelift des Skoda Octavia sowie Rapid ist der neue Skoda Karoq nun das vierte Modell in kurzer Zeit, das vorgestellt wird. Und damit ist noch nicht Schluss: In naher Zukunft geht es mit einer starken Skoda Octavia-Variante weiter, während man bis 2025 plant, die SUV-Palette auszuweiten und Skoda als Allrad-Marke zu etablieren. Zunächst schauen wir aber auf den Marktstart des Skoda Karoq, der für den Herbst 2017 geplant ist. Vorher werden wir das Fahrzeug, sofern es uns ermöglicht wird, detailliert vorstellen, fahren und testen.

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