2018 Volkswagen T-Roc – Fahrbericht – Test

Skoda Karoq, Volkswagen Amarok, Volkswagen T-Roc: Bei diesen ganzen Namen, die auf „aq“ oder „ak“ enden, weiß man gar nicht mehr womit man rechnen muss. Also: Der neue Volkswagen T-Roc ist das jüngste Mitglied der VW-Familie und sieht sich als aktuell kleinste Möglichkeit, ein SUV der Niedersachsen zu fahren. Was der „Kleine“ kann, hat er auf den gewundenen Straßen rund um Lissabon auf die Probe gestellt.

Volkswagen T-Roc Fahrbericht

Volkswagen T-Roc Fahrbericht

Volkswagen T-Roc: Ein typischer VW?

Wie stellt man sich einen typischen Volkswagen vor? Geradlinig, ernst, vielleicht sogar etwas trist und langweilig. Der Golf ist hier der typische Kandidat, den man beim Namen VW wahrscheinlich zu allererst vor Augen hat. Andererseits drückt ein Volkswagen auch immer dieses gewisse Gefühl von Solidität und Qualität aus. Lifestyle suchte man bei den Niedersachsen aber bislang vergebens. Genau das soll sich nun mit dem neuen Volkswagen T-Roc ändern.

Volkswagen T-Roc: Design Check

Das SUV reitet auf der vielgescholtenen Vokabel zwar etwas herum, dennoch trifft „Lifestyle“ den Charakter des T-Roc gut, da er das Stilmittel, das einst den Mini prägte, gekonnt aufgreift. So kann man, wenn man sich für die Ausstattungslinie „Style“ oder „Sport“ entscheidet, das Dach und die Außenspiegelgehäuse in einer Kontrastfarbe lackieren lassen. Beim zur Verfügung stehenden Volkswagen T-Roc war diese ein strahlendes Weiß, das auf einen Body in „Ravennablau“ traf – ein sportlich-schickes Dress. Daneben stehen aber noch zahlreiche andere Farbvarianten parat, um nach Lust und Laune mit einem schwarzen, weißen, braunen oder roten Dach kombiniert zu werden. Besonders gelungen ist hier auch die Kombination aus „Flash Rot“ für die Karosserie mit dem schwarzen Dach. Das passt gut zum „sportlichen“ Charakter des „Sports Utility Vehicles“.

Überhaupt sieht man dem Wolfsburger auf den ersten Blick an, dass er zu dieser Kategorie gezählt werden möchte. Ein hoher Aufbau, ausgestellte Radhäuser, eine dezente Kunststoffbeplankung und ein angedeuteter Unterfahrschutz vorn wie hinten, zeigen dies deutlich. Deutlich als VW zu erkennen gibt sich der neue T-Roc besonders an der Front: Hier gefällt das SUV mit ernstem Blick aus den optionalen Voll-LED-Scheinwerfern und dem breiten Kühlergrill. Neu, aber nicht serienmäßig, ist darüber hinaus das sechseckige Tagfahrlicht unterhalb der Scheinwerfer. Es wechselt beim Betätigen des Blinkers seine Funktion und zeigt Richtungswechsel an – gekonnt anders.

Ähnlichkeiten mit einem Konzernderivat zeigt der Volkswagen T-Roc hingegen am Heck – besser gesagt an der C-Säule. Diese ähnelt in ihrem Winkel und mit ihrer Breite dem Audi Q2, dem Mitbewerber im eigenen Hause. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich. Beide Fahrzeuge bauen schließlich auf dem MQB, dem modularen Querbaukasten, auf. Schade, aber dem aktuellen Zeitgeist geschuldet: Der Volkswagen T-Roc zeigt keine Auspuffrohre, sondern trägt zwei in die Heckschürze integrierte Auspuffblenden, die vollständig ohne Funktion in ihrer Position ausharren. Echte Blender, sozusagen.

Volkswagen T-Roc: Fotos

Volkswagen T-Roc: Motoren Check Benziner

Beim Motorenangebot bietet der Volkswagen T-Roc wenig Überraschendes. Los geht es auf Seiten der Benziner mit dem 1.0 TSI mit 85 kW/115 PS. Der Dreizylinder soll im Durchschnitt mit 5,1 Litern 100 km weit kommen. Für den Standard-Sprint benötigt der T-Roc mit diesem Aggregat 10,1 Sekunden und ist im Bestfall 187 km/h schnell. Mehr Dynamik verspricht der 1.5 TSI, der aber nur 0,2 Liter mehr Benzin im Mix verbraucht. Mit seinen 110 kW/150 PS ist man binnen 8,4 Sekunden auf 100 km/h und mit 205 km/h Spitze auch ausreichend schnell. Noch eins drauf legt man mit dem 2.0 TSI mit 140 kW/190 PS, der jedoch nur im Volkswagen T-Roc „Sport“ erhältlich ist. Der ausschließlich allradgetriebene Wolfsburger ist mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ausgerüstet und soll sich im Durchschnitt mit 6,7 Litern/100 km begnügen. Angesichts flotter Fahrleistungen – die Rede ist von 7,2 Sekunden für die Beschleunigung auf 100 km/h und 216 km/h Spitzengeschwindigkeit – geht dieser Verbrauch vollkommen in Ordnung.

Volkswagen T-Roc Motoren

Volkswagen T-Roc Motoren

Volkswagen T-Roc: Motoren Check Diesel

Bei den Dieseln geht die Reise ins T-Roc-Land mit dem bekannten 2.0 TDI mit 110 kW/150 PS los und endet dort auch schon. Geplant sei zwar eine stärkere Variante mit 140 kW/190 PS, diese ist aber noch nicht erhältlich. Doch auch die 150 PS-Version ist bereits munter motorisiert. Mit der Sechsgang-Handschaltung durchbricht man die 100 km/h-Marke binnen 8,7 Sekunden und ist maximal 200 km/h schnell – Allradantrieb sei Dank. Mit dem optionalen 7-Gang-DSG geht der Beschleunigungsvorgang 0,3 Sekunden schneller, dafür soll der angegeben Durchschnittsverbrauch mit 5,1 Litern aber einen Zehntelliter über dem des Handschalters liegen. Erhältlich ist der Diesel übrigens nur für die beiden Ausstattungsvarianten Style und Sport, nicht aber für die Basis.

Volkswagen T-Roc: Innenraum Check

Im Interieur möchte der Volkswagen T-Roc seinen individuellen Charm nochmal so richtig ausspielen. Wer sich am Exterieur noch nicht genug ausgetobt hat, kann seinem Tatendrang im Innenraum freie Lauf lassen. Neben zahlreichen Polster-Varianten, beim Sport mit stets roten Zierelementen, hat man die Wahl die Dekorblenden am Armaturenbrett und in der Mittelkonsole nach eigenem Geschmack auszuwählen. So kann man, passend zur Außenfarbe, zwischen Hochglanz-Grau, mattem Blau, Kurkumagelb oder weiteren Farben wählen – ganz nach Lust und Laune. Schade nur, dass die Blenden in Matt nicht so hochwertig wirken, wie jene in Hochglanz. Darüber hinaus fiel die Materialauswahl im gesamten Interieur recht grobschlächtig aus. Hartplastik findet man nicht nur in Bereichen, die den Händen unzugänglich sind, sondern schlicht überall. Dafür fiel die Verarbeitung Volkswagen  typisch gut aus.

Volkswagen T-Roc Innenraum

Volkswagen T-Roc Innenraum

Und auch seitens der Bedienung lässt sich der Volkswagen T-Roc nicht beirren und bleibt auf gewohnten Volkswagen-Niveau: Alles lässt sich gut erreichen und ist leicht bedienbar. Wie etwa das Top-Infotainment-Gerät „Discover Media“, das über einen 8-Zoll-Touchscreen verfügt. Anders als das Top-Gerät, das beispielsweise im Golf verbaut wird, kann man im Volkswagen T-Roc auf zwei Drehräder zur leichteren Bedienung vertrauen – gut so! Gut sind ebenfalls die digitalen Instrumente – das mehrfarbige Active Info Display – das verschiedene Info-Profile bereitstellt.

Volkswagen T-Roc Platzangebot

Volkswagen T-Roc Platzangebot

Betrachtet man das Platzangebot des Wolfsburgers, besteht wenig Grund zum Klagen. Vorn sitzen große wie kleine Passagiere bestes, da sich die Sitze und das Lenkrad großzügig justieren lassen. In Reihe zwei kommt es allerdings darauf an, ob vorn ein Groß- oder Kleingewachsener thront. Je nachdem kann der Beinraum etwas knapper ausfallen. Der Kofferraum hingegen passt zum kompakten Format des Volkswagen T-Roc. Hier stehen bei den Varianten ohne Allradantrieb 445 bis maximal 1.290 Liter bereit. Mit 4Motion-Antrieb reduziert sich das Volumen auf immer noch gut nutzbare 392 Liter.

Volkswagen T-Roc Kofferraum

Volkswagen T-Roc Kofferraum

Volkswagen T-Roc: Fahreindruck Check

„Fahr´n, fahr´n, fahr´n… mit der Achterbahn!“ Der alte „Absolute Beginner“-Klassiker passt zum Volkswagen T-Roc bestens. Mit ihm kann man tatsächlich fahren, fahren, fahren – bis der Tank leer ist. Mit der optionalen Verkehrszeichenerkennung und dem ebenfalls aufpreispflichtigen Stauassistenten wird das Fahren im hecktischen Alltag zum Kinderspiel. Dabei nervt der T-Roc nicht mit übertriebener Härte, sondern fand mit seiner Fahrwerksabstimmung einen gekonnten Mix aus angenehmer Straffheit und nachgiebigem Komfort.

Volkswagen T-Roc Cockpit

Volkswagen T-Roc Cockpit

Die Lenkung gibt sich beim Durcheilen von Kurven angenehm direkt, wenn auch etwas leichtgängig – Geschmackssache. Das gilt auch für die Motorenwahl: Die Fahrfreude kommt gerade mit dem 2.0 TSI nicht zu kurz. Der Vierzylinder-Turbo-Benziner schiebt druckvoll voran, benötigt aufgrund des DSG-Getriebes aber schonmal eine Gedenksekunde, wenn man das Gaspedal ruckartig in Richtung des Bodenblechs drückt. Der 2.0 TDI ist ebenfalls ein dynamischer Zeitgenosse, wenn auch nicht so nachdrücklich wie der große Benziner. Schön ist bei ihm zudem, dass er mit einer knackigen Handschaltung kombinierbar ist.

Volkswagen T-Roc: Preis Check

Lifestyle verkauft sich gut, entsprechend sind die Preise für den neuen Volkswagen T-Roc nicht gerade das, was man billig nennen würde. Los geht es mit 20.390 Euro für das Basis-Modell mit dem 1.0 TSI Dreizylinder. Dann ist der Wolfsburger aber noch nicht wirklich „lifestylig“, sondern etwas bieder. Möchte man mehr Pepp in die Sache bringen, sollte man zum Style ab 22.590 Euro für denselben Antrieb greifen. Oder man nimmt den Sport, der für mindestens 25. 275 Euro in der Liste steht. Einzig diese Ausstattungsvariante ist mit dem empfehlenswerten 2.0 TSI wählbar, dann wird es mit 30.800 Euro ohne Sonderausstattungen recht kostspielig.

Volkswagen T-Roc digitales Display

Volkswagen T-Roc digitales Display

Volkswagen T-Roc: Zielgruppencheck und Fazit

Der Volkswagen T-Roc: Einer, der es aufgrund seiner Peppigkeit gerne jung und dynamisch hat. Das „T“ in seinem Namen soll die Verbindung zur SUV-Familie herstellen – also Tiguan und Touareg – während das „Roc“ einfach „rocken“ soll. Das sagt zumindest das Marketing von Volkswagen. Klar ist, dass den Wolfsburgern ein guter Wurf gelungen ist, der einen ungewohnt hohen Grad an Individualisierung zulässt und Kunden der Marke Mini streitig machen möchte. Das könnte gelingen, da der Volkswagen T-Roc rundum gut fährt und attraktiv gestylt ist. Da passt es auch, dass er – ähnlich der Konkurrenz durch den Mini Countyman – kein echtes Schnäppchen ist. Aber wer schön sein will, …

Volkswagen T-Roc Test

Volkswagen T-Roc Test

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