Byton Elektro-SUV

Byton Elektro-SUV: Autonom, vernetzt, bezahlbar

Für viele war er das Highlight der CES 2018: Byton, der Elekro-SUV aus China. Sowohl im Vorfeld als auch auf der Messe selbst war der Name „Byton“ überall präsent. Wer nun allerdings einen pompösen Stand erwartet hat, wurde enttäuscht. Die Chinesen gaben sich bescheiden: eine Drehscheibe auf der das Elektroauto abgeschirmt von den Besuchern bestaunt werden konnte, eine Display-Wand auf der ein Image-Film gezeigt wurde, das war’s. Understatement pur.

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„Unsere Wettbewerber sehen wir bei den großen deutschen Premium-Herstellern Mercedes, BMW und Audi“, ließ Byton-Chef Carsten Breitfeld, der ehemals eine Führungsposition bei BMW inne hatte, in Las Vegas verlauten. Das klingt auf den ersten Blick nicht ganz so bescheiden, ist aber wichtig, um das Unternehmen von Anfang an ins rechte Licht zu rücken: Byton ist keine „Billig-Marke“ aus China, sondern Premium.

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Byton-SUV: Bis zu 520 Kilometer Reichweite, 1,25 Meter Display

Laut Byton soll der Elektro-SUV zum Marktstart in China im Jahr 2019 in zwei Varianten verfügbar sein: Mit Hinterradantrieb, einer 71-kWh-Batterie und 400 Kilometern Reichweite oder mit Allradantrieb, einer 95 kWh-Batterie und 520 Kilometern Reichweite. Letztere wird von zwei Motoren mit einer Leistung von insgesamt 350 kW (710 NM Drehmoment) angetrieben. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass Byton zwar den Antriebsstrang und die Akkuzellen zukauft, die Batteriepacks als Schlüsseltechnologie der E-Mobility aber selbst entwickelt.

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Das Fahrzeug ist also ein 4,85 Meter langer Elektro-SUV im Coupé-Design, der etwas mehr als 500 Kilometer schafft und sich im Schnelllade-Modus binnen 30 Minuten auf 80 Prozent laden lässt. Das allein reicht im Jahr 2018 freilich nicht aus, um für Furore zu sorgen. Aus diesem Grund hat das Byton-Team, das unter anderem aus ehemaligen Spitzenkräften von BMW, Audi, Tesla, Apple und Google besteht, in das Cockpit des SUV ein 1,25 Meter breites und 25 Zentimeter hohes Display integriert.

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„Shared Experience Display“ nennt sich das Ganze. Das Display lässt sich in drei Bereiche unterteilen, so dass beispielsweise der Fahrer auf seiner Seite Geschwindigkeit, Akkuladung und Navigation angezeigt bekommt, der Beifahrer hingegen Zugriff auf die Entertainment-Anwendungen (Videos, Musik, Fotos) hat. Um für ein möglichst ablenkungsfreies Fahrerlebnis zu sorgen, hat Byton zudem Amazons intelligenten Sprachassistenten Alexa integriert.

Ohnehin mangelt es dem Premium-SUV nicht an Gimmicks: Sobald man einsteigt, wird der Fahrer über eine Gesichtserkennung mit künstlicher Intelligenz identifiziert. Auf diese Weise kann das Fahrzeug automatisch die personalisierten Einstellungen (Sitzposition, Temperatur, etc.) laden. Natürlich bietet der SUV auch assistiertes Fahren (Level 3) und soll nach 2020 sogar autonom unterwegs sein (Level 4). Die Nachrüstung soll per Software-Update und Sensor-Tausch möglich sein.

Der Byton soll ab 37.500 Euro zu haben sein

Wenn man sich die Größe des Fahrzeugs, die Reichweite und die technischen Spielereien so anschaut, könnte man zu dem Schluss kommen, dass es sich bei Byton nur um ein weiteres unbezahlbares Elektroauto handelt. Doch weit gefehlt! Während Tesla, Audi und BMW sich auf Luxus-Elektroautos jenseits der 100.000 Euro konzentrieren, soll der Byton Elektro-SUV bereits ab 37.500 Euro in Europa zu haben sein.

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In der Praxis dürfte sich die Version mit 520 Kilometern Reichweite und großem Ausstattungspaket dann irgendwo zwischen 50.000 und 70.000 Euro bewegen. Das ist zwar immer noch jede Menge Geld, für den Otto Normalverbraucher aber deutlich greifbarer als ein Tesla X für 140.000 Euro. Und genau das macht Byton so spannend. Das Start-up konzentriert sich auf das Erlebnis Elektromobilität und möchte dieses einer breiten Masse zugänglich machen. Byton wirbt erst gar nicht mit absurden Beschleunigungszeiten oder gigantischen Reichweiten. Stattdessen steht die Technologie im Mittelpunkt.

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Das chinesische Unternehmen ist übrigens global aufgestellt: Konzipiert wird das Fahrzeug in München, produziert wird in China und die Technik zum autonomen Fahren kommt aus dem Silicon Valley. Jetzt muss Byton nur noch den Sprung vom Prototyp zur Serienfertigung schaffen.

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