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Künstliche Intelligenz – Wie funktioniert das?

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist allgegenwertig und selbst Prognosen bzw. Prophezeiungen aus dem Buch „Qualityland“ von Marc Uwe Kling werden in nächster Zukunft Realität.
In dem Roman geht es um unsere Zukunft, wir leben in Qualityland, haben ein Qualitypad welches uns die wichtigsten Entscheidungen abnimmt, wir suchen unsere Partner über Quality Partner und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt Produkte über Liefer-Drohen zugeschickt, die man bewusst oder unbewusst haben will. In Qualityland muss man sich auch nicht mehr entscheiden, denn es gibt eigentlich nur eine richtige Antwort: OK!. Der Roman dreht sich eigentlich auch um die Frage warum die Maschinen immer menschlicher werden, aber die Menschen immer maschineller?

In dem Buch gibt es eine These von einem „selbstfahrenden Auto“ – welches dank dem Thema „Künstliche Intelligenz“ übrigens immer weiß, wohin der Fahrgast fahren möchte – welchen ich besser nicht hätte umschreiben können. In Qualityland spricht das selbstfahrende Auto mit dem Passagier und man spricht auch über die Vorteile. Macht ein Mensch einen Fehler, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ein anderer Mensch den gleichen Fehler macht. Noch schlimmer: Der gleiche Mensch, macht den gleichen Fehler noch mal bzw. immer wieder. Kennt man, oder? Bei der KI sieht das anders aus: Macht ein Computer ein Fehler, dann wird er aus diesem lernen und somit alle anderen (mit dem System verbundenen Computer) ebenso.

Künstliche Intelligenz - Wie lernen die Computer?

Künstliche Intelligenz – Wie lernen die Computer?

Beim Volkswagen Konzern hat man dafür das Data Lab, ein Labor für maschinelles Lernen, für das Thema künstliche Intelligenz, Datenanlayse und Quantencomputing. Dort arbeitet ein internationales Expertenteam daran, dass maschinelle Lernen voranzutreiben. Das Ziel: Selbstlernene Algorithmen sollen in der Zukunft die Menschen in vielen Bereichen unterstützen, so z.B. bei Produktions- oder Logistikprozessen, aber auch bei der Kooperation zwischen Mensch und Roboter und natürlich wird es auch digitale Mobilitätsangebote geben. Der Roboter (also der Computer) als Freund des Menschen, auch hier muss ich wieder an das Buch „Qualityland“ denken, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Künstliche Intelligenz - Wenn Informatik auf Mathematik trifft!

Künstliche Intelligenz – Wenn Informatik auf Mathematik trifft!

Die wichtigste Frage zuerst, denn davor haben scheinbar viele Menschen Angst: Können Computer und Roboter denken? Haben sie das Zeug für ein Bewusstsein?

Nein! Denkende Maschinen findet man nicht im Data Lab vom Volkswagen Konzern, die sind eher ein Stoff für Kinofilme aus Hollywood. Im Data Lab werden Algorithmen entwickelt, die dazu sind bestimmte Muster und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen bzw. vorherzusagen, Algorithmen die selbstständig lernen können um anschließend optimale Entscheidungen zu treffen.

Doch wie funktioniert das? Wie funktioniert die Künstliche Intelligenz?

Das Zauberwort ist hier neben dem maschinellen Lernen vor allem Deep Neural Network. Tiefgehende neuronale Netze. Die Verbindung von Informatik und Mathematik – sprich die Wahrscheinlichkeitstheorie. Der Algorithmus lernt selbstständig stets die mathematisch optimalste Entscheidung zu fällen. Sprich die mit der Wahrscheinlichkeit beste – für die in Echtzeit relevante – Entscheidung zu treffen und entsprechende Arbeitsschritte durchzuführen.

Prof. Dr. Patrick van der Smagt, Leiter der KI-Forschung im Data Lab: „Das Erkennen von Mustern ist aber kein selbstreflektiertes Denken. Es liegt vermutlich in der Natur des Menschen, solchen Systemen unbewusst menschliches Verhalten oder sogar ein Bewusstsein zu unterstellen. Doch das interpretieren wir natürlich nur hinein. Ein Algorithmus lernt, indem er Daten mit mathematischer Wahrscheinlichkeit auswertet. Nicht mehr, und auch nicht weniger.“

Künstliche Intelligenz - Können Computer denken?

Künstliche Intelligenz – Können Computer denken?

Aktuell gibt es also erst einmal die Entwarnung: Die denkende Maschine die morgen schon die Weltherrschaft erlangen will, ist also reine Fiktion. Dennoch arbeitet die komplette Automobil-Branche, also die Fahrzeughersteller und die Zulieferbetriebe an den Themen maschinelles Lernen und an der KI, warum ist das so?

Lernende Systeme könnten in der Zukunft den Menschen helfen, egal ob bei Logistik- oder Produktionsprozessen oder bei der Anlayse der volkswirtschaftlichen Entwicklungen. Der Computer könnte z.B. lernen, den Wartungszyklus von einer Maschine (könnte auch ein Auto sein) vorherzusagen, lernende System könnten auch vor Hacker-Angriffen schützen und natürlich spielt das Thema auch in Sachen autonomes Autofahren eine große Rolle. Das weiß man auch beim Zulieferunternehmen ZF in Friedrichshafen:

ZF stellte auf der CES 2018 ein Fahrzeug aus, das vor Ort in Las Vegas mit Sensordaten gefüttert wurde, die bei einer Live-Erprobungsfahrt zwischen dem ZF Forum in Friedrichshafen und den Entwicklungszentrum erhoben wurden. Das Fahrzeug hat dann, 9.200 Kilometer entfernt, diese Daten live interpretiert, als wäre es genau auf dieser Strecke unterwegs. Lenkeinschläge, Brems- und Beschleunigungsvorgänge werden genau so umgesetzt, als würde das Fahrzeug die Fahrt „erträumen“, daher auch der Name vom Concept Fahrzeug, denn ZF spricht hier vom „Dream Car“.

Künstliche Intelligenz - Das ZF "Dream Car" lernt over the air!

Künstliche Intelligenz – Das ZF „Dream Car“ lernt over the air!

Mit den Sensordaten können KI-Algorithmen trainiert werden, das Fahrzeug lernt die Interpreation von Verkehrsituationen ohne wirklich selber gefahren sein zu müssen und das Beste kommt zum Schluss – jetzt schließt sich auch der Kreis zum Roman Qualityland: Diese Erfahrungswerte können später von Fahrzeug zu Fahrzeug übertragen werden. Das wird die Welt sicherer machen, denn ZF hält immer noch fest an der Vision Zero. Null Unfälle und Null Emissionen – das wäre dann doch wirklich ein Qualityland, oder? Wir bleiben bei diesem spannenden Thema am Ball!

Fotos: © Volkswagen | ZF Friedrichshafen AG

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