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Der Hyundai Ioniq im Drive Check

Alternative Antriebskonzept sind heute wichtiger denn je: Elektroauto, Hybrid, Wasserstoffantrieb, Gasantrieb – was es nicht alles gibt?! Hyundai hat hier ein ganz besonderes Eisen im Feuer, das gleich mit drei verschiedenen Antrieben für Aufsehen sorgen möchte. Drei Sachen auf einmal? Was nach einem Überraschungsei klingt, ist in der Realität anders zu verstehen. Der Hyundai Ioniq lässt die Wahl, ob man einen reinen Stromer, einen Hybriden oder einen Plug-In-Hybriden fahren möchte. Der Name basiert dabei auf einem Kunstwort das aus „Ion“ für den Akku und „unique“ für die Einzigartigkeit des Fahrzeugs steht. Genutzt wird eine neue Plattform für alternative Antriebe. 

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Hyundai Ioniq Design Check

Er ist kein Prius, der Hyundai Ioniq – und das ist auch gut so. Zwar ist das eine rein subjektive Anschauung, aber eine Schönheit ist der Vorreiter in der Elektromobilität nun wirklich nicht. Allerdings teilt der Hyundai Ioniq mit ihm die stromlinienförmigen Karosserie-Proportionen. Böse Zungen würden behaupten, dass das in den 1980er Jahren so beliebte Fleißheck zurück sei. Wenn man bei den Tatsachen bleibt, kommt mit dem Hyundai Ioniq einfach ein gefälliges Fahrzeug daher, das mit seiner glattflächigen Front zeigt, dass die Aerodynamik besonders wichtig war. Das gilt zumindest für den reinen Stromer, während die beiden Hybriden einen gewöhnlichen Kühlergrill bieten.

Was fällt noch auf? Entschiedet man sich für den Elektro-Ioniq, bekommt man automatisch kupferfarbene Zierelemente rings ums Auto spendiert, die diese Variante von den anderen abheben sollen. Als Plug-In-Hybrid bzw. als Hybrid ohne zusätzliche Ladefunktion sind diese Akzente in kühlem Blau gehalten. Und auch bei den Felgendesigns unterschieden sich die Varianten: Während der stromernde Hyundai Ioniq sowie der Plug-In mit sehr geschlossenen Rädern aufwarten – Aerodynamik ist bei ihnen alles – wirken die Pendants beim Hybriden ohne externe Ladefunktion eher offen.

Hyundai Ioniq Motoren Check

Fangen wir mit dem Stromer an: In dieser Variante bietet der Hyundai Ioniq 88 kW/120 PS und ein maximales Drehmoment von 295 Nm. Und das liegt sofort an. Sprich: Der Motor braucht keine Drehzahl, um in Schwung zu kommen, sondern liefert seine maximale Power sofort an die Vorderräder. Als Kraftspeicher dient ein Lithium-Polymer-Akku mit 28 kWh Kapazität, der mit seiner Bauweise Gewicht spart und schnelles Laden sowie eine flexible Bauform ermöglicht. Dank dieser Batterie soll der Koreaner maximal bis zu 280 km fahren können. Geladen wird entweder an einer normalen Haushaltssteckdose mit 230 V – dann dauert der Ladevorgang bis zu zwölf Stunden – oder an verschiedenen Starkstromanschlüssen. So kann man sich zu Hause etwa eine Wallbox mit 6,6 kW installieren lassen, die eine Vollladung auf 4,5 Stunden reduziert. An Schnelladestation mit 50 oder 100 kW sollen sogar nur 30 bis 23 Minuten vergehen, bis der Akku wieder zu 80 Prozent voll ist. Wer das durchaus sportliche Talent des elektrischen Hyundai Ioniq ausloten möchte, bekommt den Akku natürlich schneller leer. Dann kommt man nämlich nicht mit 11,5 kWh/100 km aus. Doch der Vollständigkeit halber: In 9,9 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 165 km/h erreicht.

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Der Hybrid ist 50 kg leichter und stellt eine Systemleistung von 104 kW/141 PS sowie 265 Nm bereit. Seitens des Verbrenners steht ein frei atmender 1,6 Liter Vierzylinder mit 77 kW /105 PS bereit, der von einem E-Motor mit 32 kW/43 PS unterstützt wird. Diese Version kann bis zu 185 km/h schnell sein, spurtet aber langsamer auf 100 km/h: 10,8 Sekunden vergehen für den Standardspurt. Dafür gefällt das angenehm schaltende Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe mit kaum merklichen Schaltvorgängen. Beim Verbrauch stehen kombiniert 3,4 bis 3,8 Liter Benzin je 100 km auf dem Zettel. Und der Plug-In-Hybrid? Der macht eigentlich denselben Job wie der Hybrid ohne zusätzliche Ladefunktion, doch ein entscheidendes Detail gelingt ihm wesentlich besser: Der Konsum. Als Plug-In-Hybrid stehen lediglich 1,1 Liter und 9,4 kWh auf 100 km kombiniert im Lastenheft – das kann sich sehen lassen.

Hyundai Ioniq Innenraum Check

Nun, was kann man zu Innenraum des Koreaners sagen? Ganz klar: Das Äußere zeichnet sich auch im Interieur ab. Alles ist angenehm normal und unprätentiös. So lassen sich alle Elemente schnell bedienen und erreichen. Außerdem sind die Platzverhältnisse in der ersten Reihe als angenehm zu bezeichnen. Die Sitze lassen sich gut einstellen, gleiches gilt für das Lenkrad. Nur in Sitzreihe Nummer zwei geht es etwas knapp zu. Das gilt auch für den Laderaum – zumindest im Fall des Stromers. Hier schränkt der Akku die Kapazität auf 350 bis 1.410 Liter ein, während bei den Hybriden 443 bis 1.505 Liter bereitstehen. Für die Kompaktklasse sind Letztere wirklich passable Werte.

Als echte Besonderheit darf der Materialmix im Interieur des Hyundai Ioniq gelten. Hier geben recycelte Kunststoffe eine gute Figur in Kombination mit pulverisiertem Holz und Vulkanstein ab. Das ist nicht nur „fresh“, sondern hilft auch dabei, das Gewicht des Kompakten zu reduzieren. Reduziert sind auch die Farbschemen im Innenraum – zumindest was den rein elektrischen Ioniq betrifft, da dieser stets in Schwarz vorfährt. Hier schaffen bronzene Applikationen einen gelungenen Kontrast und greifen das Äußere wieder auf. Die Hybriden sind hingegen in Schwarz oder Beige erhältlich.

Für Unterschiede, besonders hinsichtlich der Ausstattung, sorgen die drei Linien Trend, Style und Premium. Je nach Wahl ist der 8-Zoll-Touchscreen, der mit schnellen Reaktionszeiten gefällt, serienmäßig und umfasst ebenfalls ein Navigationssystem. Überhaupt gefällt das System mit einer guten, intuitiven Menügestaltung. Im Fall des Stromers lassen sich sogar Abfahrts- und Ladezeiten programmieren, sodass man vom günstigeren Nachtstrom profitieren kann. Daneben ist der Hyundai Ioniq ein sehr sicheres Fahrzeug. Der Koreaner bekam nicht zuletzt aufgrund seiner zahlreichen Assistenten die Höchstwertung von fünf Sternen im Euro NCAP Crashtest.

Hyundai Ioniq Fahreindruck Check

Auf die Frage, wie sich der Hyundai Ioniq fährt, kann man recht kurz antworten: „Wie ein normales Auto.“ Gas, Bremse, Lenkrad – alles da! Abgestimmt ist der Koreaner dabei recht komfortabel, was seine Federn und Dämpfer angeht, während die Lenkung etwas an Rückmeldung vermissen lässt. Überraschend ist das beim Stromer sehr neutrale Fahrverhalten, das auf den niedrigen Schwerpunkt zurückzuführen ist.

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Ok, ein paar Besonderheiten gibt es dann doch. So etwa die Schaltwippen am Lenkrad, mittels derer sich die Bremswirkung und Energierückgewinnung in vier Stufen regeln lässt. Von überhaupt keiner Rekuperation bis zur stärksten Stufe, die einen leichten Ruck erzeugt, sobald man von „Gas“ geht kann man das Elektrofahrzeug einstellen. Die dabei entstehende Bewegungsenergie wird in Strom umgewandelt und schließlich wieder in den Akku eingespeist. Natürlich kann man die Kraftflüsse auf dem zentralen Display verfolgen. Und noch etwas wäre zu erwähnen: Die drei Fahrmodi. Eco und Normal drosseln das Drehmoment von 295 auf 265 Nm. Erst Sport erlaubt das maximale Drehmoment und bietet die besten Fahrleistungen.

Hyundai Ioniq Preis Check

Oftmals stecken in vielen Köpfen Klischeevorstellungen. Und so hat sich in vielen Häuptern auch die Vorstellung festgebrannt, dass Elektromobilität teuer ist. Im Fall des Hyundai Ioniq muss das gar nicht der Fall sein, da der Hybrid bei verträglichen 24.200 Euro beginnt. Der Plug-In-Hybrid steht mit 29.900 in der Liste, während für den Stromer 33.300 Euro fällig werden. Gerade für letzteren sind aber noch nicht die 4.000 Euro Umweltbonus der Bundesregierung eingerechnet. Na, hellhörig geworden?

Hyundai Ioniq Fazit und Zielgruppen Check

Wer einen umweltfreundlichen Kompaktwagen sucht, der im Alltag nicht mit Umständlichkeiten, wie einer schwierigen Bedienung oder ähnlichem auffällt, der sollte sich den Hyundai Ioniq einmal genauer ansehen. Er sticht zwar aus der Masse hervor, stößt mit seinem Design aber nicht auf. Man muss nur wissen, welche Variante für einen die beste ist.

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