Mercedes Me Flexperience: Auto-Flatrate statt Kauf oder Leasing

Die Automobilbranche befindet sich im Umbruch. Die Elektromobilität wird in den kommenden Jahren den klassischen Verbrennungsmotor zunehmend ersetzen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie lange wir noch selbst hinter dem Steuer sitzen werden, denn der Traum vom selbstfahrenden Auto ist in greifbare Nähe gerückt.

Und dann wäre da noch die Jugend von heute. Immer weniger 18-Jährige machen einen Führerschein. Vor allem in Großstädten ist der „Traum vom eigenen Auto“ längst Geschichte. Unter den Eindrücken der Sharing Economy („Teilen statt Haben“) ändert sich der Einstellung zu Besitz – und das nicht nur bei den Jüngeren. Für die Autohersteller heißt das: Neue Vertriebsmodelle müssen her. Wie das aussehen kann, zeigt Daimler mit der „Mercedes Me Flexperience“.

Mercedes me Flexperience App

Mercedes Me Flexperience: Auto-Abo mit 12 neuen Modellen pro Jahr

Bei der Mercedes Me Flexperience handelt es sich um eine Art Mercedes-Flatrate. Der Kunde schließt bei der Mercedes-Benz Bank einen Mietvertrag mit fixen Monatsraten ab. Die Rate umfasst Versicherung, Wartung, Reparaturen sowie Reifen und eine Laufleistung von 36.000 Kilometern pro Jahr.

Was die Mercedes Me Flexperience für den Kunden aber erst so richtig interessant macht, ist die Möglichkeit pro Jahr bis zu zwölf neue Mercedes-Benz Fahrzeuge auszuwählen und zu fahren. Der gesamte Prozess läuft digital ab. Im Mittelpunkt steht die Mercedes me Flexperience-App. Über sie wickelt der Kunde alles ab: Die Auswahl und Konfiguration der Fahrzeugs, den Fahrzeugwechsel sowie die Abholung und Rückgabe.

Die Höhe der Monatsrate bemisst sich dabei an der gewählten Fahrzeugkategorie. Wer sich beispielsweise für das Segment der C-Klasse entscheidet, könnte im Frühling das Coupé, im Sommer das Cabrio und im Herbst die Limousine nehmen. Steht der Winterurlaub vor der Tür und man braucht mehr Platz für Skier, ist auch ein Upgrade auf eine G-Klasse problemlos möglich. Auf diese Weise bleibt der Kunde stets flexibel.

Vorerst startet die Mercedes Me Flexperience als Pilotprojekt mit den zwei größten Mercedes-Händlern in Deutschland: Beresa (Münster) und Lueg (Bochum und Essen). Die genauen Preise für das neue Abo-Modell sowie die Termine für den deutschlandweiten Marktstart hat Mercedes noch nicht bekanntgegeben.

New Volvo XC40

Auch Volvo und Porsche testen neue Vertriebsmodelle

Mercedes-Benz ist derweil nicht der erste Autohersteller, der beim Vertrieb seiner Fahrzeuge neue Wege geht. Volvo etwa hat bereits vor einigen Monaten zusammen mit dem XC40 das Alles-Inklusive-Abonnement „Care by Volvo“ eingeführt. Auch hier schließt der Kunde einen Mietvertrag über ein frei konfigurierbares Fahrzeug ab, dessen monatliche Rate alle Kosten abdeckt: Versicherung, Winterräder, Pannenhilfe, KFZ-Steuer, Wartung und Reparatur mit Hol-/Bringservice sowie ein kostenloses Mietfahrzeug für eine Woche pro 12 Monate Laufzeit. Im Gegensatz zu der Mercedes Me Flexperience ist bei Care by Volvo allerdings kein Fahrzeugwechsel vorgesehen.

Volvo selbst beschreibt sein neue Angebot als „Premium-Mobilität auf Zeit“ – und die hat ihren Preis. Beim XC40 startet die monatliche Rate bei 699 Euro. Wer sich für eine höhere Ausstattungslinie entscheidet, landet schnell bei 849 Euro. Beim neuen Volvo V60 springt die Rate je nach gewählter Motorisierung sogar auf über 1000 Euro. Dafür hat der Kunde keinen administrativen Aufwand und kann alle zwei Jahre komfortabel das Auto wechseln.

Das ist übrigens immer noch recht günstig im Vergleich zu der Variante von Porsche: In den USA können Porsche-Fans seit vergangenem Jahr für Monatsraten zwischen 2.000 und 3.000 US-Dollar unterschiedliche Modelle fahren – ohne Leasing-, Finanzierungs- oder Kaufverpflichtung.

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