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Sprachassistenten: Die Autos der Zukunft hören auf’s Wort

Schaut man sich an, wie sich die Cockpits unserer Autos in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben, stellt man fest, dass von Jahr zu Jahr mehr Knöpfe und Schalter dazu gekommen sind. Den Höhepunkt dieses Trends im Jahr 2009 markieren Modelle wie der Porsche Panamera, der so viele Tasten und Kippschalter im Cockpit hatte, dass sich Fahrer und Beifahrer an Bord einer Boeing 747 wähnten.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde jedem klar, dass die Antwort auf „Mehr Funktionen“ nicht „Mehr Tasten“ lauten kann. Neue Bedienkonzepte mussten her. Deutsche Premiummarken wie Audi und BMW setzten auf eine Kombination aus Bildschirm, Tastenfeld und berührungsempfindlichen „Touch & Click Wheels“. Das Model S von Tesla hingegen verzichtete fast vollständig auf physische Tasten. Stattdessen steht dem Fahrer dort bis heute ein 17 Zoll großes Touch-Display zur Steuerung der unzähligen Fahrzeugfunktionen zur Verfügung. Auch Volvo setzt inzwischen auf eine solche Touch-Steuerung.

Daraus entwickelte sich recht schnell eine muntere Debatte: Während die einen behaupteten, dass ein zu großer Touch-Bildschirm im Auto den Fahrer ablenkt und nur „echte“ Tasten und die „Touch & Click Wheels“ sicheres Fahren ermöglichten, sahen das Marken wie Tesla und Volvo freilich ganz anders. Inzwischen geht der Trend in allen Fahrzeugklassen zu riesigen Bildschirmen – egal, ob mit oder ohne Touch.

Die Zukunft gehört aber einer anderen Technologie: den intelligenten Sprachassistenten.

Vernetzte Sprachassistenten sind smart und intuitiv

Spracheingabe ist nicht gleich Spracheingabe. Die Möglichkeit, dem Auto zu sagen, wohin es navigieren soll, gibt es schon seit Jahren – nur funktioniert das im Regelfall mehr schlecht als recht. Das liegt daran, dass die Daten vom Bordcomputer lokal verarbeitet werden und dieser bei weitem nicht über die Rechenleistung und das Wissen verfügt, um das Gesagte schnell und vor allem zuverlässig zu verarbeiten. Aus diesem Grund gibt es auch genau vordefinierte Sprachbefehle, etwa „Zieleingabe + Adresse“. Sagt man stattdessen „Ziel + Adresse“ oder gar „Fahre nach + Adresse“ kann der Bordcomputer damit nichts anfangen. Da selbiger dann noch Ewigkeiten braucht, um den Sprachbefehl zu verarbeiten, geben die meisten Autofahrer die Adresse lieber gleich von Hand ins Navi ein.

Anders sieht es bei modernen, intelligenten Sprachassistenten aus, die stets mit dem Internet verbunden sind und zur Analyse des Gesagtem auf die Cloud zurückgreifen. Die drei prominentesten Vertreter ihrer Art sind Siri (Apple), Alexa (Amazon) und der Google Assistant. Bislang kommen die Sprachassistenten in erster Linie im Smartphone (Siri, Google Assistant) und heimischen Umfeld (Alexa) zum Einsatz. Inzwischen haben aber auch erste Autohersteller (BMW, Hyundai, u.a.) angekündigt, auf Alexa und Co. zurückzugreifen.

Der große Vorteil dieser intelligenten Sprachassistenten ist, dass sie nicht nur unsere natürliche Sprache verstehen, sondern dazu auch noch blitzschnell sind: „Navigiere nach Hause“, „Fahre zu folgender Adresse“, „Schalte die Sitzheizung auf mittlerer Stufe ein“, „Aktiviere das Fernlicht“, „Öffne das Schiebedach“, „Spiele Jazz“, „Programmiere die Standheizung auf morgenfrüh 7 Uhr“ – all diese Befehle können Cloud-basierte Sprachassistenten fast in Echtzeit ausführen. Physische Tasten im Auto werden damit so gut wie überflüssig. Ein Display braucht man nur noch, um Multimedia-Inhalte oder die Routenführung anzuzeigen. Zudem wird Autofahren deutlich sicherer, da der Fahrer den Blick nicht mehr von der Straße nehmen muss, um irgendwelche Schalter zu suchen.

Datenschutz und schlechte Netzinfrastruktur stehen Sprachassistenten im Weg

Und mehr noch: das Alexa und Co. stets mit der Cloud verbunden sind und stetig dazulernen, kommen ständig neue Funktionen dazu. So ist es beispielsweise denkbar, über den Sprachassistenten im Auto sein intelligentes Eigenheim zu steuern: „Öffne die Garage“, „Erhöhe im Wohnzimmer die Temperatur auf 22 Grad“, „Heize den Backofen vor“ – für den ein oder anderen mag das weit hergeholt klingen, aber genauso wird die Zukunft aussehen.

Zwei Fragen müssen bis dahin aber noch geklärt werden: Wie kann sichergestellt werden, dass permanent mit dem Internet verbundene Dienste wie Alexa oder Siri nicht zu einer Schwachstelle im Auto werden und es keine datenschutzrechtlichen Bedenken mehr gibt? Ferner ist unklar, wie man mit der streckenweise schlechten Netzinfrastruktur in Deutschland umgeht: Auf den Autobahnen gibt es zum Teil kilometerweit keine stabile mobile Internetverbindung. Aber ohne Internetverbindung können die Sprachassistenten eben auch keine Befehle verarbeiten und ausführen.

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