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Der Hyundai Kona im Drive Check

Der Hyundai Kona also. Ikona hätte vielleicht besser gepasst, schließlich sticht das Design des koreanischen SUV im kleineren B-Segment ikonenhaft hervor. Das gilt nicht nur für die Klasse selbst, sondern auch für das generelle Hyundai-Design. Aber das ist – wie immer – Geschmackssache und ein Fall für den Design Check. Der RV24 Drive Check soll einen Eindruck von der Alltagstauglichkeit des Hyundai Kona geben und die Highlights der Topausstattung, gerade aus technischer Sicht, beleuchten. Los geht´s!

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Hyundai Kona Design Check

Er guckt schon finster drein, der Hyundai Kona. Man könnte auch entschlossen sagen, denn mit seiner mehrschichtigen Front begutachtet das B-SUV seine Mitbewerber durchaus kritisch. Und das Konkurrenzumfeld ist satt gesät: Der Hyundai Kona muss es mit arrivierten Mitstreitern wie dem Mazda CX3, Nissan Juke, Opel Crossland X, Honda HR-V, Fiat 500 X, dem Kandidaten aus den eigenen Reihen, dem Kia Stonic, dem Jeep Renegade, Renault Captur, Opel Mokka X oder dem nagelneuen Seat Arona aufnehmen. Das B-SUV-Segment ist also hart umkämpft! Umso wichtiger ist es bereits beim Design ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen zu können – und das kann der Hyundai Kona wie kein Zweiter.

Stylish wirkt das kompakte SUV nicht nur aufgrund seines schwarz lackierten Dachs oder seiner kompakten Abmessungen. Nein, mit einer Länge von 4,17 m, einer Breite von 1,80 m und einem Radstand von 2,60 m ist der Kona gut ans Konkurrenzumfeld angepasst. Es ist vor allem die Frontpartie, die mit ihren in drei Stockwerken angesiedelten Leuchten als Gesicht in der Menge heraussticht. Was einst beim Fiat Multipla als absolutes No-Go galt, ist heute wohl State of the Art.

Farblich kann das Galaxy Grau Metallic als Empfehlung gelten, da es den Hyundai Kona recht elegant wirken lässt – gerade als Kontrast zum schwarzen Dach. Außerdem ist es, als einzige Farbe, ohne Aufpreis erhältlich, während die anderen Farben 590 Euro Aufpreis kosten. Wer es etwas knalliger mag, könnte mit Blue Lagoon Metallic glücklich werden, da es etwas Aufmunterung in den tristen Alltag bringt. Die Farbe ist wirklich ein Knaller, nicht nur, dass man „sein Fahrzeug“ auf dem ersten Blick im grauen Alltag entdeckt, nein man kommt auch schnell mit anderen Autofahrern ins Gespräch.

Hyundai Kona Motoren Check

Neben einem 1.0 Liter Dreizylinder-Benziner, der bereits recht muntere 88kW/120 PS leistet, steht ein besonders kräftiger Geselle im Motoren-Programm des Hyundai Kona. Ein 1.6 Liter Turbo-Motor mit 130 kW/177 PS zeichnet sich als Top-Motor aus und stellt seine Höchstleistung bei 5.500 Umdrehungen bereit. Diese muss man aber gar nicht nutzen, da das maximale Drehmoment von 265 Nm bereits bei 1.500 Umdrehungen anliegt und erst bei 4.500 Umdrehungen in der Minute wieder abebbt. Das reicht, um das B-SUV in 7,9 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen und ihn maximal 205 Stundenkilometer schnell sein zu lassen. Andere Motoren sind vorerst nicht im Programm, sollen aber folgen. Der Kona soll noch Selbstzünder und sogar reine Elektro-Antriebe bekommen.

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Hyundai Kona Innenraum Check

In der höchsten Ausstattungslinie „Premium“ vorgefahren, gefällt der Hyundai Kona mit einem hochwertigen und nett anzusehenden Interieur. Neben dem Navigationssystem, das in das Infotainment mit 7-Zoll-Display integriert ist, machen eine Sitz- und Lenkradheizung sowie eine Klimaanlage das Fahren entspannt. Zum Fahrkomfort gehört natürlich auch der gute Klang des Soundsystems, das die Musik des jeweiligen mobilen Endgeräts über Apple CarPlay oder Android Auto abspielt. Lädt man nicht ohnehin über das dafür notwendige Datenkabel, kann man sein Smartphone auch induktiv in einem Fach in der Mittelkonsole laden. Schöne neue Welt.

Daneben stehen zwei 12 Volt Anschlüsse bereit, um andere Geräte mit Strom zu versorgen – jedoch nur in der ersten Reihe. Die Hinterbänkler gehen indes leer aus. Unverständlich, da gerade hinten kleine Fahrgäste per Isofix gut mit ihrem Kindersitz gesichert werden können und eine lange Fahrt wohl gerne mit einem Tablet oder dergleichen überbrücken würden. Hinzu kommt, dass nur das Fahrerfenster über einen Einklemmschutz verfügt, die hinteren, elektrischen Fenster aber keinen derartigen Schutz bieten.

Dabei ist der Hyundai Kona für sich genommen ein sicheres Fahrzeug, da er im Euro NCAP Crash Test mit der Bestwertung von fünf Sternen abgeschnitten hat. Und auch sonst macht er eine gute Figur: Vorne wie hinten bieten sich bequeme Sitze an. Eine gute Sitzposition für den Fahrer und das gut einstellbare Lenkrad machen es dem Piloten zudem leicht, sich im Hyundai Kona wohlzufühlen. Eine mehrstufige Sitzheizung, eine Lenkradheizung und eine Sitzbelüftung gibt es ebenfalls. Sind vorn darüber hinaus keine Sitzriesen anzutreffen, passt die Beinfreiheit im Fond auch für Erwachsene, vier Personen sehe ich bequem im Hyundai Kona reisen, sofern die vorderen Sitze nicht komplett nach hinten gestellt sind.

Und wie sieht es mit der Technik aus? Gut! Sogar ein Head-Up Display, das über eine zusätzliche Scheibe gespiegelt wird, ist im Kona erhältlich – das ist nicht unbedingt üblich in dieser Fahrzeugklasse. Zudem ist bereits die Basis-Version mit einem aktiven Spurhalteassistenten ausgerüstet. In den höheren Ausstattungslinien folgen ein Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung, ein Totwinkel- sowie ein Querverkehrs-Warner. Selbst Voll-LED Scheinwerfer kann der Koreaner bieten. Einzig auf einen adaptiven Tempomaten muss man verzichten.

Hyundai Kona Fahreindruck Check

Beim Fahren zeigt sich der 1.6 Liter Turbo-Motor in Verbindung mit dem 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe von der zügigen, aber auch komfortablen Seite. Die Gänge werden rasch und unmerklich durchgereicht. Einzig bei spontanem Gaseinsatz wirkt das Getriebe hier und da etwas müde, da fühlt es sich an wie ein CVT-Getriebe, man kennt den Gummiband-Effekt, aber im Grunde arbeitet das Getriebe solide. Einen guten Job macht die leichtgängige, elektrisch unterstützte Zahnstangenlenkung. Sie operiert angenehm direkt, könnte aber eine Spur mehr Rückmeldung vertragen.

Zuverlässig zeigen sich darüber hinaus die fein zu dosierenden Bremsen und das intelligente Allradsystem. Ist es grundsätzlich auf 100 Prozent Vorderradantrieb ausgerichtet, kann es im Bedarfsfall bis zu 50 Prozent der Antriebskräfte auf die Hinterhand geben. So entsteht ein stets sicheres und souveränes Vorankommen. Geprägt ist der Fahreindruck dabei vom durchweg komfortablen Fahrwerk und einer gewissen Wendigkeit. Ein Wendekreis von 10,6 m bestätigt dies.

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Auf den Drive-Mode Schalter kann man dabei eigentlich verzichten – er ist ohnehin nur mit dem Doppelkupplungsgetriebe erhältlich. Mit ihm werden die Lenk- und Schaltcharakteristik in drei Stufen beeinflusst und verändern vor allem das Ansprechverhalten. Dafür geht der Verbrauch in Ordnung. Laut NEFZ sollen 6,7 l/100 km Super-Benzin durch die vier Brennräume fliesen, was einem CO2-Ausstoß von 153 g/km entspricht. Im Alltag sind es aber rund ein bis zwei Liter mehr, was angesichts des dynamischen Potentials immer noch in Ordnung geht. Ich freue mich auf das WLTP-Messverfahren, dann passen die Werte, die ich erfahre dann auch endlich mit den Werten die von der Automobil-Industrie angegeben werden (müssen).

Hyundai Kona Preis Check

Die Zeiten, in den Hyundai als Billigmarke galt, sind gezählt. Zwar ist der Basispreis von 17.500 Euro mit einer bereits angenehmen Ausstattung durchaus allgemeinverträglich. In der gefahrenen Motor- und Getriebekombination stehen aber mindestens 28.600 Euro auf dem Zettel. Mit allerhand Optionen werden daraus sogar 31.440 Euro, womit der Einstiegspreis nahezu verdoppelt wird. Dafür bekommt man fünf Jahre Garantie ohne km-Begrenzung und einiges an Ausstattung! Hier zeigt sich der Koreaner wieder von seiner zuvorkommenden Seite.

Hyundai Kona Fazit und Zielgruppen Check

SUV sind generell beliebt – egal in welcher Größe. Und da der Hyundai Kona – je nach Motorisierung – über Allradantrieb verfügt, kann man ihm sogar eine gewisse Geländegängigkeit zusprechen. Wobei er mit seinem lifestyligen Charakter natürlich nicht fürs Unterholz geeignet ist, sondern optimal in ein urbanes Umfeld passt. Schwächen zeigt der Koreaner kaum und wenn, dann ist es eher der Charakter des SUVs, als ein tatsächliches Manko. Es gibt dynamischere Derivate, es gibt betont komfortable und es gibt den Kona, der irgendwo im Bereich dazwischenliegt. Und so eignet er sich gut für all jene, die einen auffälligen Alltagsbegleiter suchen, der mit einer guten, hohen Sitzposition gefällt. Und wenn Hyundai den Einklemmschutz für alle Fensterheber nachreicht, eignet er sich zudem optimal als Enkel-Taxi.

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