Elektromobilität

Elektromobilität: Wie lange dauert es, ein Elektroauto zu laden?

Zur Zeit wird in Deutschland viel über das Thema Elektromobilität diskutiert. Neben der Reichweite der E-Autos beschäftigt die potenziellen Käufer dabei vor allem die Ladedauer: Während man einen Benziner oder Diesel an der Zapfsäule innerhalb von ein bis zwei Minuten volltanken kann, dauert das bei einem Elektroauto deutlich länger – je nach verfügbarer Ladeleistung und Akkukapazität zum Teil weit über zehn Stunden.

Folgende Ladezeiten gelten aktuell als grobe Richtwerte:

  • an einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW lädt ein Elektroauto im Schnitt 8 bis 14 Stunden. Bei einem Tesla S mit 100-kW-Batterie dauert ein vollständiger Ladevorgang sogar bis zu 40 Stunden.
  • holt man sich eine Wallbox ins Haus, sind 3,6 bis 22 kW möglich – und damit Ladezeiten zwischen 2 und 6 Stunden.
  • an einer öffentlichen Ladesäule mit 10 bis 22 kW sinkt die Ladezeit auf 2 bis 4 Stunden.
  • an einer öffentlichen Schnell-Ladesäule mit 50 kW kann es sogar nach 0,5 bis 1 Stunde weitergehen.

Für einen Renault Zoe mit 22-kW-Batterie kommt The Mobility House auf folgende Ladezeiten:

  • 10 Stunden an einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW
  • 6 Stunden an einer Wallbox mit 3,7 kW
  • 2,5 Stunden an einer Ladestation mit 11 kW
  • 1,5 Stunden an einer Ladestation mit 22 kW

BMW i3

Beim Ladevorgang spielen viele Faktoren eine Rolle

Anhand dieser Zahlen wird bereits deutlich, dass es gar nicht so einfach ist, pauschale Aussagen über die Ladedauer eines Elektroautos zu treffen. Letztendlich muss diese individuell für jedes Modell ermittelt werden. Das fängt schon damit an, dass nicht jedes Elektroauto jede Ladeleistung unterstützt. So ist der smart EQ fortwo in der Basisversion mit einem 4,6kW-Bordlader ausgestattet. Die 22-kW-Variante ist ein aufpreispflichtiges Extra. Auch beim BMW i3 gehört die Schnelllade-Funktion zur Sonderausstattung. Hier sind dann allerdings sogar bis zu 50 kW möglich, womit sich der i3 in circa 30 Minuten wieder auf bis zu 80 Prozent aufladen lässt. Allerdings: In Deutschland waren im vergangenen Jahr von den 4.730 Ladesäulen nur 530 Schnell-Ladesäulen.

Weitere Faktoren, die die Ladezeit beeinflussen:

  • Temperatur des Akkus (ein kalter Akku lädt langsamer)
  • Ladezustand der Batterie (je leerer die Batterie, desto schneller lädt sie)

Wer derzeit über den Kauf eines Elektroautos nachdenkt, sollte sich von all dem nicht abschrecken lassen. Wichtig ist nur, dass man sich im Vorfeld mit dem Thema auseinandersetzt: In der heimischen Garage lädt das Elektroauto im Regelfall über Nacht, weshalb Ladezeiten von mehreren Stunden hier kein Problem darstellen. Selbiges gilt beim Einkaufsbummel in der Stadt, der für gewöhnlich auch längere Zeit in Anspruch nimmt. Auf der Autobahn hingegen kann man gezielt eine Schnell-Ladestation anfahren und in den 30 Minuten eine Kleinigkeit essen. Eine Pause auf langen Strecken hat noch niemandem geschadet.

Am Ende des Tages muss man einfach umdenken: Mit einem Verbrenner fährt man zur Tankstelle, um zu tanken. Ein Elektroauto lädt, während man sich anderen Dingen widmet.

Anmerkung: Bewusst ausgeklammert wurden hier die Supercharger von Tesla. Diese leisten laut Hersteller bis zu 120 kW, können (aktuell) allerdings nur von Tesla-Fahrern genutzt werden.

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